Romane ✓ Die Langform der schriftlichen Erzählung

Bild von vielen Romanen

Jeder entsprechend lange Erzähl-Text wird heute als 'Roman' bezeichnet. Die neue Welt des Romans ist vielgestaltig und facettenreich!

empfohlene
von Donatien Alphonse François Marquis de Sade
von Ria Klug
von Alexander Zeram
die schönsten
von Franz Kafka
von Annelie Kelch
von Johann Wolfgang von Goethe
Beitrag 36 - 70 von insgesamt 158 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Fliegen im Juni auf weißer Bahn
flimmernde Monde vom Löwenzahn,
liegst du versunken im Wiesenschaum,
löschend der Monde flockenden Flaum.

Leise segelt das Löwenzahnlicht
über dein weißes Wiesengesicht,

von Annelie Kelch

Im Dickicht den Weg verlieren
Nacht Luna – Spur wilder Tiere
Pilze im Purpurhut
Wind knarrt ein Wildbach
Kristall Geröll Forellen
fliegen durch Ringe ans Licht

Blätter fabulieren Mythen:
Eden Versuchung…

von Annelie Kelch

Unter der blanken Hacke des Mondes
werde ich sterben,
ohne das Alphabet der Blitze
gelernt zu haben.

Im Wasserzeichen der Nacht
die Kindheit der Mythen,
nicht zu entziffern.

Unwissend
stürz ich…

von Annelie Kelch

Dein Hut lüftet sich leicht, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat 's Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,

von Tobias Neu

„Hey, holt mal einer einen Arzt! Der blutet am Kopf!“, hörte Hector jemanden rufen. Ihm schmerzte der Kopf und irgendwas Nasses rann seine Stirn runter.
Er versuchte die Augen zu öffnen, doch er wurde von einem hellen Licht geblendet und…

von Annelie Kelch

Erklär mir Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muss einer denken, wird er nicht vermisst?

Du…

von Annelie Kelch

Reigen – die Liebe hält manchmal
im Löschen der Augen ein,
und wir sehen in ihre eignen
erloschenen Augen hinein.

Kalter Rauch aus dem Krater
haucht unsre Wimpern an;
es hält die schreckliche Leere
nur…

von Katharina Dotzki

Kapitel 3: Verlangen nach Dir

Am nächsten Tag war ich länger bei der Arbeit und kam sehr spät nach Hause.

Mein Chef war krank. Vermutlich. Aber dann hätte er angerufen. Und das er auf einer Geschäftsreise war, konnte man…

von Annelie Kelch

Mädchen,
dein Blick aus dem Röhricht,
ich rief dich den langen Tag.
Füll mir die Hände mit Sand,
die Feuchte will ich, die Schwere.
Nun atmen wir Finsternis.
Lauscht' ich über den Strom?
Dem Vogel nach…

von Annelie Kelch

Der Nadelwald. Die Zapfen liegen geöffnet im Moos.
Wegseitwärts führen Stapfen, verfangen und körperlos.
Der Wald haucht aus die Kühle. Wem bin ich auf der Spur?
Der Atem, den ich fühle, ist meiner nur.
(Günter Eich, „Wald…

von Annelie Kelch

Aber der Fuchs kam auf seinen Gedanken
zurück: „... und dann schau! Du siehst da drüben
die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen
zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich
an nichts. Aber du hast…

von Klaus Mattes

Den Namen der bösen Frau hat der Mann nie erfahren. Er weiß, dass „die Frau“ein knapp sechzehnjähriges Mädchen aus Kirchhausen gewesen war, das zur Schule gegangen ist. Deshalb begreift er nicht, wie der Junge sie für eine Schlange der Verdammnis…

von Annelie Kelch

Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht,
um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern.
(Anne Frank, „Das Tagebuch der Anne Frank“)

„Unser Helge wollte wohl ins Gasthaus ,Zur Alten Farm', um dort…

von Donatien Alphonse François Marquis de Sade

[Erster Band]
I. Kapitel.
(Einleitung. – Justines erstes Abenteuer.)

Es wäre die Hauptaufgabe der Philosophie, die Mittel aufzudecken, deren sich das Schicksal zur Erreichung seiner Zwecke bedient. Dann müßte sie diesem…

von Annelie Kelch

Nachdem Brendas Leichnam endlich auf dem Weg zum Gerichtsmedizinischen Institut in Grenzheim war - man hatte sie in einen Zinksarg gelegt und vor meinen Augen abtransportiert -, zog ich mein Handy aus der Jackentasche und rief Stefan an.

von Annelie Kelch

Kurzer Sommer, glühender, bleib!
Dein Anhauch zwar verdrießt das ängstliche Gras.
Das Korn doch liebt dich, der sich rötende Wein.
Die Grille singt dir ein Loblied,
Und die Lerche, wenn sie ins Blaue klettert,
Tut es…

von Annelie Kelch

Martin Grambauer hungerte nicht minder, aber er,
der sonst immer Sattgewordene, fühlte die Qual des Hungers weniger.
Das ist auch eine der falschen Redensarten, dass arme Leute das Hungern
leichter ertragen, weil sie es gewöhnt…

von Ria Klug

Im Nachmittagslicht wirft der Betonklotz fußballfeldgroße Schatten. Vor dem ausladenden Portal wimmelt es von Schildern. Das Gelbe mit dem Adler wirkt unscheinbar gegen das Geprotze der Firmen. Der Hinweis auf einen deutschen Betrieb, der Gurken…

von Michael Dahm

Es war einmal ein kleiner Junge, der wohnte, mit seinen ganz normalen Eltern, in einem ganz normalen Haus, in einer ganz normalen Stadt, in einem ganz normalen Land, in ei ... ach lassen wir das jetzt, sonst fängt die Geschichte ja nie an.

von Annelie Kelch

Zikade! Tönender Stern
über den schlafenden Äckern,
du alte Freundin der Frösche
und der verborgenen Grillen,
Grabmäler hast du aus Gold
im zitternden Schmelz der Sonne,
die süß dich im Sommer versehrt,

von Ekkehard Walter

Es war Mord gewesen, eiskalter Mord. Ob heimtückisch oder gar grausam, darüber ließe es sich vielleicht noch streiten, nicht jedoch was die Planung dieser Tat betraf.

Hauptkommissar Ahlert vom Dezernat 3 der Mordkommission in Frankfurt am…

von Annelie Kelch

Im düsteren Mond
der nächtlichen Räuber
singen die Sporen …

Schwarzes Pferdchen. Wohin
trägst deinen Reiter du tot?

Die Sporen, die harten,
des starren Banditen,
der die Zügel verlor.

Kaltes…

von Annelie Kelch

Mit weißen Bäuchen hängen die toten Fische
zwischen Entengrütze und Schilf.
Die Krähen haben Flügel, dem Tod zu entrinnen.
Manchmal weiß ich, dass Gott
am meisten sorgt für das Dasein der Schnecke.
Er baut ihr ein…

von Annelie Kelch

Brände. Der Sommer loht vierfach von allen Seiten
Die Akazienhaine stehn in betäubender Blüte
in den Rebbergen glimmt die grüne Seele des Weins
der wilde Mohn verblutet im Korn
Es kommt die Dämmerung
und über…

von Annelie Kelch

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zur dir,
hält 's nicht aus,
hält 's nicht mehr aus bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort…

von Annelie Kelch

Wenn die Bummelzüge der Ammerfelder und Lerchenheimer Fahrschüler aus irgendwelchen Gründen Verspätung hatten, was im Winter häufig vorkam, und wir Weidenbacher während des längst begonnenen Unterrichts die Nachzügler auf dem Korridor heranlärmen…

von Annelie Kelch

Wir sind die Kegler.
Und wir selbst sind die Kugel.
Aber wir sind auch die Kegel, die stürzen.
Die Kegelbahn, auf der es donnert,
ist unser Herz.
(Wolfgang Borchert, Die Kegelbahn)

Das Konzert (Kapitel 17;…

von Annelie Kelch

Während ich zu ungewohnt früher Morgenstunde durch die kurvenreichen, engen Landstraßen Richtung Heimat brauste, vergaß ich die Tote, um derentwillen ich unterwegs war und verdrängte die bange Frage - die ständig in meinen Gedanken auftauchte -,…

von Annelie Kelch

Ich ging durch das Dorf und sah das Gewohnte.
Der Schäfer hielt den Widder gefesselt zwischen
den Knien. Er schnitt die Klaue, er teerte die
Stoppelhinke. Und Frauen zählten die Kannen,
das Tagesgemelk. Nichts war zu…

von Alexander Zeram

FEUERAUGEN
Das Nachwort

IV)  N A C H W O R T
Eine Stellungnahme des Autors zu seinem Roman
"FEUERAUGEN"

Feueraugen

Ich starre hinein in dieses Symbol des Sehens und Gesehenwerdens und beginne zu begreifen…

von Monika Jarju

Leseprobe aus dem Roman "Überall ist das Haus des Windes"
Auszug aus dem Kapitel "Tage unseres Lebens"

Nader rührte den Tee nicht an, er starrte auf die Tischplatte vor sich und grübelte angespannt über sein Leben nach. Ob er…

von Annelie Kelch

Oh, Abilene City – ist eine fabelhafte Stadt,
wir sind alle betrunken und wirbeln die Färsen herum.
Immer und immer wieder – mit Pferd und Zügel;
denn der alte John Chisum ist ein verdammt guter Boss.

Oh, Abilene City is…

von Annelie Kelch

„Der Verwesungsgrad ist minimal, Nora“, sagte Mark, während wir nebeneinander durch das hohe Gras stapften.
„Sie ist keinesfalls länger als achtundvierzig Stunden tot. Kaum Leichenflecken, keine Fliegen, nichts, was auf eine längere…

von Annelie Kelch

Am Waldrand, wo schackernd die Elstern schrien,
stand halb in der Erde ein Mann und schlug
mit Axt und Keil aus Stubben den Kien.
Wann war dieser Sommer? Ich weiß es nicht mehr.
Doch fahren sie Grummet, der Sommer weht her…

von Bernd H. Schulz

„Jürgen ist tot!“
Tillmann sagt es mit trauriger Stimme, doch so laut, dass Angelika es im Badezimmer hören kann.
Er steht am Panoramafenster seines Appartements und lässt seinen leeren Blick über die kahle Stadt schweifen. Vom 21.…

Seiten

Während bis ins Mittelalter hinein die Bühne den höchsten Wert literarischer Arbeiten darbot, scheint in unserer Zeit die Spitze der Qualitätspyramide immer mehr von Gattung Roman gestellt zu werden. Die unumstößlichen Werke der so genannten 'Weltliteratur' benennen sich zu einem gewichtigen Teil aus den großen Romanen der letzten zweihundert Jahre.

Fantasy, SciFi, Historisch, Abenteuer, Realsatire, Politthriller, Gesellschaftsklamauk … es gibt keine Grenzen für die Inhalte moderner Romanwerke. Sie sind meist um einiges umfangreicher als die kleinen Brüderchen und Schwesterchen (Erzählungen, Novellen) und bezeichnen das Schaffen eines Autors viel eher als seinerzeit, da es oft auch Bühnenwerke, Gedichte und Essays bedurfte, um als Literat wahrgenommen zu werden.
Die neue Welt des Romans ist vielgestaltiger und facettenreicher als noch im neunzehnten Jahrhundert … ganz einfach, weil jeder entsprechend lange Erzähl-Text heutzutage als 'Roman' bezeichnet wird.

Die feinen Unterschiede brauchen den Leser auch nicht zu kümmern. Das ist die Aufgabe der Literatur- und Sprachwissenschaftler.