Stadtgedichte ✓ Gedichte über die Stadt oder das Leben in ihr

Bild einer Brücke zur Stadt

Schon Theodor Storm schrieb in seinem Gedicht »Die Stadt« (damit gemeint war seine Heimatstadt Husum) von einem Ort, der - trist, grau, ohne Wald - dennoch ein Platz ist, an dem Herzen und Erinnerungen hängen. In diesen Gedichten können Sie „Geschichten" darüber lesen.

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von ulli nass

in vielen Städten dieser Welt
da bin ich nie gewesen -

doch in Lissabon -
da war ich schon

fuhr auf dem Tejo
fühlte mich so
als hätte ich immer dort gelebt
und mein ganzes Wesen, es strebt . . .

von Brigitta Wullenweber

geflüsterte schreie
rempeln drängend
gegen längst verplombte herzen

blau gepresste münder
schweigen ohrenbetäubend
in nahezu verlassenen leibern

beine schleichen kopflos
durch ebenfalls resignierte…

von Soléa P.

Guten Morgen Sonnenschein
der Appetit ist groß
zum Ausflug lädt das Wetter ein
nur`s Breakfast, schmeckt nicht sehr famos.

Die Toastscheibe ist weiß wie ich
Beans in roter Soße schwimmen
der Hunger überwindet…

von Annelie Kelch

L'aprés-midi était absolutment parfait.
Le ciel était bleu comme un myosotis.
J' aime cette atmosphère, ce petit univers
dans la ville - où les femmes au foyer se détendent.

Je ne l'ai pas comptée.
Ce sont des…

von ulli nass

atmest schwer
im Dunst von Abgasen
und Gedankenlosigkeit

vergeblich suche ich
nach Grünem
Erdfarbenen

Koloss aus Beton und Stahl
einst der Menschheit Gral
nun rostiges Skelett
rachitisch,…

von marie mehrfeld

U-Bahn Türen schließen sich zischend,
danach einige Minuten Stille auf den Bahnsteigen
um halb drei Uhr nachts.

Die Rolltreppe aufwärts, sie rattert.
Straßenbeleuchtung spiegelt sich in dem regennassen Asphalt.

von Mara Krovecs

Aus dem Sommerabend
fallen weich
funkelnde Sterne
in die blauen Himmel
meiner Stadt
begrüßen den Blütenmond
der sich silberneitel
in all unseren Seen spiegelt
an den Ufern schlafen

von Ekkehard Walter

Oh Jerusalem, Du "Stadt des Friedens",
die Du suchst den Shalom vergebens.
Viel Blut floss schon in Deinen Mauern,
die nun schon Jahrtausende überdauern.
Ein Eckstein wurd' einst hier gelegt,
an dem die Welt sich…

von Jürgen Jost

Wo einstmals stolze Häuser standen,
im Jugendstil Beachtung fanden,
wo Rosen, Efeu, Ginster blühten,
das Auge zu erfreu'n bemühten.

Dort klaffen heute große Lücken,
die auf unsre Stimmung drücken.
Abriss,…

von Willi Grigor

Mein unterschätztes Oberbilk,
du warst mal mein zu Haus.
In Konkurrenz zu Segringen*)
sahst du so gut nicht aus.

Sie war nicht leicht die Umstellzeit,
der Unterschied zu krass.
Nach Jahren erst war ich bereit…

von Wolfgang Borchert

In Hamburg ist die Nacht
nicht wie in andern Städten
die sanfte blaue Frau,
in Hamburg ist sie grau
und hält bei denen, die nicht beten,
im Regen Wacht.

In Hamburg wohnt die Nacht
in allen Hafenschänken…

von Axel C. Englert

Schiebt eine Scheibe durch die Stadt –
Schon sind die Passanten platt!
Jene Scheibe war aus Glas –
Wobei sie gut 3 Meter maß …

Zum Spaziergang braucht es Beine,
Unsre Scheibe hatte keine:
Daher rutsch ich! Auf…

von D.R. Giller

Ein paar Gramm Rama, verfehlt vielleicht,
zum Ende hin
Am Ziel die Kürze, scheitert's fad' am Gewürze
Aus der Länge, man stürzte drüber
Schürze, vom Fall, vor Wut..alle Reste der Garderobe aus Rache verkochte
Zorn…

von Michael Dahm

Graue Stadt am grauen Meer
im stolzen Glanz des Alten
Stürme wehen um dich her
die lang dein Herz erhalten.

Alte Pflaster legen sich
dem Wanderer zu Füßen
und wenn auch schon manch Stein verblich…

von Annelie Kelch

Am Deich: das Haus meiner Kindheit und Jugend,
der alte Kastanienbaum an der Auffahrt.
Ich ging in die kleine Schule
am Ende der Siedlung.
Am Schwanensee im Stadtpark:
Der erste Kuss -
wir hatten denselben Weg…

von Perdita Klimeck

Lamettafäden
krallen sich ins Engelshaar.
Letzte Erinnerungen an Wärme -
zwischen brechenden Zweigen.
Gierig nagen Ratten
an der Pizzaschachtel.
Leben den Gestank
absurder Normalität.
Kein Schatten…

von Jürgen Jost

Als Facebook noch ein Fremdwort war
und Telefon noch Luxus gar,
ging es samstags auf den Marktplatz,
eine Börse wie ein Goldschatz.

Frische Vielfalt, buntes Treiben,
ließen uns an Ständen weilen.
Obst, Gemüse…

von Dagmar Herrmann

drangsal zwangsjackett
es erhöht sich die spannung
rettung kommt zu spät

lederhandschuhe
trauriger blick ins foyer
das drama fährt fort

in der pause
sektgläser klingen
beim anstoßen vibrierend…

von Wolfgang Borchert

Rote Münder, die aus grauen Schatten glühn,
girren einen süßen Schwindel.
Und der Mond grinst goldiggrün
durch das Nebelbündel.

Graue Straßen, rote Dächer,
mittendrin mal grün ein Licht.
Heimwärts gröhlt ein…

von Artem Zolotarov

Diese Stadt in meinem Herzen
Sie ist kalt und voll von Staub
Ihre Nacht erhellen Kerzen
Boulevards und Rue's aus Laub

Ihre Sprache fließt wie Wasser
Ihre Menschen lieben Wein
Breite Plätze, enge Gassen…

von Jan Jendrejewski

Sie sind etwas Aufregendes: die Großstädte.
Millionen Menschen zusammenleben und
Sprachen und Kulturen sind mannigfaltig.
Die Skylines, gläserne Türme der Banken
Hotels und Kaufhäuser beeindruckend.
Straßen,…

von Hannelore Furch

Berlin 1961: Herbstgespräch über den Mauerbau

Hin war der Sommer im Preußenland,
Sonne hing lustlos am Wolkenrand,
schwächlich entließ sie ihr Strahlenband.
"Sommertags", sprach sie, war diese Welt
golden verzaubert…

von Perdita Klimeck

Schlaglöcher treten nach mir
während schmutzige Gardinen,
die aus grauen Löchern starren,
mich höhnisch angrinsen.

Grün, gelb, rot,
die Lichter quälen den Asphalt.
Die Absätze sind gebrochen,
wie…

von Jan Jendrejewski

Die hohen Häupter der schemenhaften Kratzer
gefangen hinter einem Schleier beklemmender Dunkelheit.

Regenschirme, ein Meer mannigfaltig
Tränen des weinenden Himmels standhaft.

Gespenster nachtfarben, verschlossen…

von Peter H. Carlan

Wenn die Worte
gewechselt
sind
und die Hemden:

das ist der Einzug in
die graue Stadt.

Dort sind die Reihenhäuser
eng an eng gebaut,
so dass sie einander
in den Schatten stellen,

in…

ROM
von Ekkehard Walter

Von einer Wölfin gesäugte Zwillinge schufen Dich, Rom
du stolze Stadt am Tiberstrom

Rom, gegründet einst auf 7 Hügeln,
doch deine Macht, die tat stets trügen

Das Blut der Christen und Sklaven floss hier in der Arena.…

von Melanie Rückert

Was ein Auto sich wohl denkt,
Wenn ein Mensch dasselbe lenkt
Vermutlich denkt‘s an Frostschutzmittel
Das macht Feuer unterm Kittel

Es putscht die Drehzahl ratz fatz auf
Und schon ist das Vehikel drauf
Nun kann…

von Dagmar Herrmann

einsam der
nächtige stern
dort oben
kalt und glitzernd
unter dem himmelsgewölbe
bückt sich die Stadt
in den leeren
straßenschluchten
wohnt heimatlosigkeit

lautlos der
niederschlagende…

von Franz Pete

Wieder rot an der Ampel
Vorbei an Döner Buden Kodi und Gazos Markt
Kinder Kirmes. Säufer und ihre Flaschen.
Eine buntes Treiben entlang der Wupper
Im Radio ein Lied. Amerikanisch.

Zwei Stunden zehn gut in der Zeit…

von Corinna Herntier

Alle Straßen hier und Wege sind seit Kindheit mir vertraut.
Meine Wurzeln tief verwachsen, mit der Heimat fest verbaut.
Wenn ich mich zurück entsinne, gibt es weder Bruch noch Schluss
- alles ist seit Kindertagen wie aus einem…

von Volker C. Jacoby

In den Zeiten der Antike
lag, wo heute die Türkie,
eine Stätte, stark befestigt,
Troja nennt noch heut man sie.

Von dort begab sich ein Herr Paris,
welcher Sohn des Königs war,
auf eine Reihe von Safaris,…

von bernd tunn tetje

Wählst das Leben.
Hat dir was zu geben.
Auf Hoffnung setzen.
Nicht Gedanken wetzen.

Guten Dinge verwalten.
Anderes ernster halten.
Seele Freiheit lassen.
um Tiefes zu erfassen.

Vieles will nach…

von D.R. Giller

Hätt' ich ein Hund, dann würd er heißen
Tabelle
Tabelle, Tabelle
Ein Laut auf der Stelle
Belle, eine Welle beim Gassi, fass Sie
Gib Laut, Turbotaffbelli
Die Welle beim Laufen
Und mein Hund am schnuppern…

von Jürgen Jost

I'm walking through the streets alone,
with plastic bags all on my own.
The tea-room helps me to survive,
A rotten sandwich keeps alive.

I lost my job, my home, my wife,
that put an end to civil life.
My kids…

von D.R. Giller

Wenn ich ein Geist wär, würde ich umher schweifen
In den Räumen in der sich die
Menschen aufgehalten
Sind wie der Wind, der sich Binden

Um Sie legt, feine Tücher
Die Bücher schmücken und wohl riechen

Seiten

Die Stadt- selbst ist sie nicht das Leben, allerdings ist sie zentraler Dreh- und Angelpunkt für einen Großteil aller lebendigen Aktivitäten. Hier entsteht Kultur, hier wird Geschichte geschrieben, und hier lebt auch der ganz normale Mensch, seinen ganz normalen Alltag. Die Stadt ist der Schauplatz vieler Stadtgedichte oder Prosatexte, die sich mit dem Thema Stadt und allem was in ihr passiert beschäftigen können.