Trauergedichte ✓ Gedichte zur Trauer

Trauerengel mit Kerzen

Die eigene Trauerbewältigung, aber auch die Anteilnahme an der Trauersituation eines lieben Freundes oder Bekannten, ist immer ein sensibles Thema. Können Gedichte hier wirklich helfen?

Den Verlust können Trauergedichte sicherlich nicht ausgleichen, oder in irgendeiner Form besser machen. Aber sie können dabei unterstützen, die richtigen Gedanken zu finden, in Worte zu formen, was das Durcheinander der eigenen Gedanken und Gefühle an Worten derzeit vielleicht gar nicht zulassen möchte.

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von Angélique Duvier

Gefühle verlieren sich,
verwirrend und verirrend,
drehen sie sich nur um dich.

Gedanken verblassen nicht,
beleben sich wieder neu,
vergessen darfst du sie nicht.

Trauer musst du zulassen,
denn wir…

von Angélique Duvier

Geliebtes Leben,
was wird geschehen,
darf ich den Vater
niemals mehr sehen?

Meine Seele weint,
deine Stimme schweigt,
wo bist du denn nur,
Schwerelosigkeit.

Große Einsamkeit,
die mich nun…

von * noé *

Endlos, die Wüste,
und totenstill …
Die Stille der Toten –
ihr Wille zu leben,
als dieser Wille noch in ihnen war,
die Felder noch nicht mit ihnen gedüngt,
vernichtet, zum Schweigen gebracht.

Ein Hauch…

von Soléa P.

Hell wie sie waren, sind Tage längst nicht mehr
und ich denke immer noch an Dich
manchmal ist es besonders schwer
sehe alles dunkel und düster trotz Licht.

Seit Deinem Abschied fehlst du mir sehr
so still und…

Wo?
von Heinrich Heine

Wo wird einst des Wandermüden
letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?

Werd' ich wo in einer Wüste
eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh' ich an der Küste
eines…

von * noé *

Ist es nicht langsam mal genug?
Dies ist ein fürchterliches Jahr.
Verstorben nun auch Manfred Krug,
der nicht nur Kreuzbergs "Liebling" war ...

Aus Duisburg in die DDR,
vom Stahl zum Film plus Sangeslust -

von Anouk Ferez

Sahst hellen Lichtstreif durch den Himmel ziehn.
Sprachst den Wunsch. Ganz leis. Zu dir allein.
Dann Dunkel. Fernab der Gestirne Schein
verglühte, was die Schwärze ausgespien.

Tags lagst du – aller Grenzen bar – geborgen…

von Heinrich Heine

XXXII.

Mein süßes Lieb, wenn du im Grab,
Im dunkeln Grab wirst liegen,
Dann steig’ ich langsam zu dir hinab,
Und will mich an dich schmiegen.

Ich küss’, ich umschlinge, ich presse dich wild,
Du Stille, du…

von * noé *

Götz George ist gegangen.
Den sanften Wolf im klaren Blick.
In stiller Trauer tief befangen,
lässt auch er uns nun zurück.

Die vielen Rollen, die er spielte,
glaubhaft von ihm interpretiert,
er zeigte alles,…

von Angélique Duvier

Als die schöne Rose verblühte,
und der Nachtigallensang verklang.
Als du still und leis gegangen,
war's, als ob die Nacht den Tag verschlang.

Wir sind noch in der Welt gefangen,
die doch einst als Paradies begann.…

von Corinna Herntier

Zehn Jahre und elf Monate - so lange habe ich gebraucht,
um Worte zu finden ...

Ich ging den Tausend-Scherben-Weg
und hab ihn nicht beendet.
Da war kein fester, guter Grund
für meine wunden Füße.
Ich fand – oh…

von Annelie Kelch

Zwischen
vielen Menschen ...
Ich sehne mich
nach meiner Kindheit. Einsam
will ich dann wieder sein -
wie damals: viele um mich herum.
Ich hörte zu, reimte mir vieles zusammen,
lebte in diesem großen alten…

von Johannes Müller-Viezens

Du, Raubtier, lauertest am Fenster,
Ich, Gedankenloser, lies es dir offen,
Dir Fänger der Nacht mit scharfen Krallen.
Sie, Nachtschatten, liegt nun sterbend
Unten in der alten Birke.

Meine Dummheit ist´s,…

von * noé *

Nu is ok noch de Tamme dood ...
das kunnt wi gar nich glööven!
De was so kremmig un so groot,
kunnt he nich 'n bietje töven?!

Sien "Schätzelein" laacht döör de Dör,
wenn he de Knaakens brak,
es kömmt wie'n…

von Gero Galati

Auch wenn sie nicht mehr hier auf Erden ist,
so lebt sie doch in dir.
Wenn ihr Mund verstummt ist,
so hörst du doch noch ihre Worte.

Wie sie laut mir dir lacht,
und leise zu dir flüstert.
Wie sie stolz von dir…

von Jürgen Wagner

Ein Strauß Blumen
Ein Bund Fassungslosigkeit
Karfreitagstränen

von Annelie Kelch

Das Heuschobergold ist verladen,
die Felder zum Stoppeln bereit;
unter den hohen Arkarden
flanieren Wind und Zeit.

Das Schiff liegt verlassen am Kai,
die Segel sind eingerollt;
von der Linde herab, an meiner…

von Martha lds

Schwebst Du
über mir
mit Deinem schönen Lachen?

Siehst Du
meine Traurigkeit
an Tagen wie diesen?

Fühlst Du
mein Glück
in leichten Stunden?

Bist Du noch da,
auch ohne
pochendes…

von Rainer Maria Rilke

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen…

von Jürgen Wagner

Das liebe Kind war ihr gestorben
Die Mutter kam nicht mehr zur Ruh
Sie hatte schon den Mann verloren
Nun noch ihr einzig Kind dazu

Die Tränen war’n ihr ausgegangen
Der Schmerz, er wollte nicht mehr geh’n
In…

von * noé *

Paris hebt Trauer in die Fahnen,
auf halbmast wehn die Flaggen nun.
Wer auch denn soll im Voraus ahnen
des Terrorismus grausam Tun ...

Im Namen - welchen? - Gottes sterben
die Harm-losen nach Tageslast?
Die so…

von Anastasia Grubnik

Die Träne rollt über meine Wange
und mir wird langsam wirklich bange,
denn du bist für immer fort.
Ich hoffe, an einem besseren Ort

Ich hab´ dich nie genug geschätzt,
und nun bin ich total entsetzt,
denn sagen…

von * noé *

Fremd sind die Betten, in denen ich schlafe,
doch die Träume, die Träume sind mir vertraut.
Jede Nacht sind sie Mahnung mir, werden zur Strafe,
sie haben um mich hohe Mauern gebaut.

Ich höre die Schreie, die plötzlich…

von Annelie Kelch

Trauer trug Elektra einst um Orestes,
seinen vermeintlichen Tod ließ vermelden: Sophokles -
durch Orestes alten Pfleger;
o riesig war die Freude, Elektras Jubel nie reger,
als der Bruder vor sie trat mit den Worten:…

von Astrid Schulzke

Dein Leben war Musik und Tanz,
war Weinen, Lachen, Asche, Glanz,
der Sommer sprosste dein Gesicht,
aus blauen Augen strahlte Licht.

Und huschten Schatten an der Wand,
die Dürre trocknete das Land,
tränkte dein…

von Verona Bratesch

Anders als sonst ist heuer der Blätterreigen.
Mittagsfinsternis weht durch den Raum,
kein Gruß aus sonnigen Städten verirrt sich zu mir.

Ich sehe dich vor mich hin, die Sträucher am Fenster
verbluten im Wind.
Mutter…

von Johann Wolfgang von Goethe

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,…

von Martha lds

Stille soll es sein
die mich zum Abschied begleitet.
Besinnung und Demut
sollen mich stärken,
deinen Verlust zu ertragen.
Dankbarkeit
soll ich spüren,
dich gehabt zu haben.
So soll es sein.

von ulli nass

Jupiter zecht im Götterhimmel mit Baal
Horus sitzt mit Athene beim Mahl
Poseidon pflügt durch die Wogen
Hera wird von Zeus betrogen

alle sind lange schon tot
auf ewig fast schon vergessen
vergangen ihre…

von Tilly Boesche-Zacharow

der trockene ast
trägt die blüte der trauer:
die letzte blüte.

von Alfred Mertens

Nur Krieg und Elend, Blut und dicke Tränen,
und diese Welt brennt jetzt schon lichterloh!
Doch schaut kein Mensch, wenn wir`s erwähnen,
wer hat Verständnis denn, für den, der davor floh ?

Der Hass der Völker, wie auch…

von Annelie Kelch

Stille -
schlafende Welt;
nur der Wind
streicht am Ufer
entlang
und eine Träne
deine Wange
hinab.

von Ann-Kristin Willers

Sie blühen auf deinem Grab
und alles was da blüht
geht ein,
aber die rote Rose
die da blüht,
blüht jedes Jahr aufs
Neue.

Wunderschön und rot
seit dem Du nicht mehr bist
blüht Sie immer mehr…

von Jennifer A

Ein Blick, ein Wort,
alles auf einmal fort,
fern zum nächsten Ort.

Ein Ort ohne Wiederkehr,
doch genau das, wünsche ich sehr.

Hätte ich gewusst, es ist unser letzter Tag,
hätte ich dir gesagt, wie sehr ich…

von bernd tunn

Bild seiner Frau
betrauert er bewußt.
Ihr Blick schenkt ihm
etwas Lebenslust.

Sie lebt in ihm.
Hält ihn am Leben.
Für ihn zu früh
Neues anzustreben.

Küßt sie sanft.
Streichelt das Bild.…

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Trauergedichte - Gedichte, die Trauer in die richtigen Worte fassen

Trauergedichte, die Trauer selbst, Vergänglichkeit, aber auch der Neuanfang haben in der Literatur seit jeher ihren festen Platz. Bereits Rainer Maria Rilke hat in seinem Gedicht "Herbst" die Jahreszeit verwendet, den Tod- aber auch Hoffnung und Trost in Worte zu fassen. Auch aus diesem Grund wird das Gedicht von Rainer Maria Rilke immer wieder als Trauergedicht auf Trauerkarten oder in Trauerreden verwendet.

"Herbst"

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Das Gedicht von Rilke zeigt sehr gut auf, welchen Trost Trauergedichte, die in feinfühlige Worte gefasst - den richtigen Inhalt transportierend - bewirken können. Die wichtige Nachricht, die in Gedichten zum Thema Trauer vermittelt werden sollte, ist die, dass es kein Fall ins Nichts sein muss.

Trauergedichte sollten immer Trost spenden - auf Trauerkarten, in Trauerreden oder einfach nur beim Lesen

Von der Form her sind Trauergedichte keinen Regeln unterworfen. Allerdings gibt es für solche Gedichte durchaus inhaltliche Regeln. Ein Gedicht, dass im Kern keinen Trost spenden möchte, keinen Weg weisen will, kein "Licht" anzündet, ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Trauergedicht. Niemand schreibt ein Gedicht auf eine Trauerkarte, das nicht zumindest Anteilnahme, Beistand oder irgendeine andere Form von Halt suggerieren möchte. Auch aus diesem Grund bitten wir unsere Mitglieder genau zu überlegen, welche Beiträge in die Kategorie Trauergedichte eingeordnet werden sollten und welche nicht.