Trauergedichte ✓ Gedichte zur Trauer

Trauerengel mit Kerzen

Die eigene Trauerbewältigung, aber auch die Anteilnahme an der Trauersituation eines lieben Freundes oder Bekannten, ist immer ein sensibles Thema. Können Gedichte hier wirklich helfen?

Den Verlust können Trauergedichte sicherlich nicht ausgleichen, oder in irgendeiner Form besser machen. Aber sie können dabei unterstützen, die richtigen Gedanken zu finden, in Worte zu formen, was das Durcheinander der eigenen Gedanken und Gefühle an Worten derzeit vielleicht gar nicht zulassen möchte.

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von Angélique Duvier

Wenn der Himmel
nach dem Regen leuchtet
und ein Regenbogen sich bunt
über das Land spannt,
wenn der Wind leise säuselt
und es in den Bäumen wispert,
dann lausche ich
und glaube beinahe
Deine Stimme…

von Cassyo paya

Trauer

Ein Gefühl mit dem wir Menschen nicht sonderlich gut umgehen können.

Die Schwere, die Tiefe belastet sie.
Eine Zeit lang versuchen sie noch dir aufzuhelfen,
doch diese Zeit ist begrenzt.
Danach hast du ein…

von Joachim Ringelnatz

Dort ruhen sie unter den Hügeln.
Unsere Augen sehen sie nimmer erwachen.
Auf der Mauer hockt mit gebrochenen Flügeln
Das Lachen.
Fern in den Wolken verhallt die Klage.
Bittere Tränen trocknet der Wind,
Und aus…

von Tilly Boesche-Zacharow

Was hat es mir nun eingebracht,
das Getig´re in der Nacht?
Ich wusste ja, woran es lag:
Es war der Frust vom letzten Tag,
der mich nicht Ruhe finden ließ
und mich in die Verzweiflung stieß.

Hin und her…

von Heinrich Heine

XXXII.

Mein süßes Lieb, wenn du im Grab,
Im dunkeln Grab wirst liegen,
Dann steig’ ich langsam zu dir hinab,
Und will mich an dich schmiegen.

Ich küss’, ich umschlinge, ich presse dich wild,
Du Stille, du…

von Angélique Duvier

Wenn der Himmel
nach dem Regen leuchtet
und ein Regenbogen sich bunt
über das Land spannt,
wenn der Wind leise säuselt
und es in den Bäumen wispert.
Dann lausche ich
und glaube beinahe
Deine Stimme…

von Annelie Kelch

Bleibt zurück, ihr verdorrten Berge, bleibt …
Zu nah schon seid ihr mit euren schrumpligen
Füßen den Städten und Dörfern auf die
Versteinerten Brandmale gerückt.

O Invasion grauer Bären mit müden Flanken ...

Über…

von * noé *

Wie doch dein melancholisch Singen
mich aus dem Schlummer weckte, zart …
Wie konnte dir so sanft gelingen,
zu öffnen meine Gegenwart,

die Trauer birgt in ihren Händen ...
Wie sicher mich die Töne tragen,
die…

von Angélique Duvier

Geliebtes Leben,
was wird geschehen,
darf ich den Vater
niemals mehr sehen?

Meine Seele weint,
deine Stimme schweigt,
wo bist du denn nur,
Schwerelosigkeit.

Große Einsamkeit,
die mich nun…

von Angélique Duvier

Trauer
erfüllt den Raum
mit Tränen,
sie tropfen
ohne Worte,
quellen hervor,
warm und nass.

Sie beruhigen nicht,
hängen in Wimpern,
lassen sich
nicht halten,
schenken keine

von Tilly Boesche-Zacharow

Rosen, die im Winter blühen, wollen Kraft aus Wärme ziehen.
Wenn man sie nicht wirklich pflegt, gehört solch Busch schnell abgesägt.
Gestern Ritt auf Regenbogen, heute in den Staub geflogen.
Gestern war ich wirklich glücklich.…

von Alf Glocker

Alpträume von Menschenwesen,
deren IQ sich weit unterhalb
der zulässigen Höchstgrenze
von Plastikmüll im Ozean bewegt …

Seelen, die so düster gestaltet sind,
wie die ungewaschenen Socken
eines Diktators, nach…

von Soléa P.

Still
Das Jammertal
Trauer und Qual
Für immer und ewig
Friede

von Alfred Krieger

So, Mama, jetzt gehst D' nimmer weg,
denn jetzt bist echt verschwund'n …
Wia oft hab' i Di' g'suacht im Leb'n -
zum Glück dann doch a g'fund'n!

Rezitation:
gesprochen am 27.3.2018
von Annelie Kelch

Das Heuschobergold ist verladen,
die Felder zum Stoppeln bereit;
unter den hohen Arkarden
flanieren Wind und Zeit.

Das Schiff liegt verlassen am Kai,
die Segel sind eingerollt;
von der Linde herab, an meiner…

Wo?
von Heinrich Heine

Wo wird einst des Wandermüden
letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?

Werd' ich wo in einer Wüste
eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh' ich an der Küste
eines…

von * noé *

Endlos, die Wüste,
und totenstill …
Die Stille der Toten –
ihr Wille zu leben,
als dieser Wille noch in ihnen war,
die Felder noch nicht mit ihnen gedüngt,
vernichtet, zum Schweigen gebracht.

Ein Hauch…

von Annelie Kelch

Immer durchschaue ich mein Lächeln.
Die Trauer schiebt es vor: Sie ist scheu
und will unerkannt bleiben, lässt sich
selten in die Karten blicken.

Ich komme einigermaßen mit ihr zurecht.
Eigentlich ist sie meine…

von Greta D.

Gerade freute ich mich auf ein Wiedersehen
Nach vielen endlosen Jahren

Gerade weckte mein Herz die Erinnerungen
Aus unbeschwerter Jugend

Gerade noch klingt sie in mir, deine Stimme
Vom letzten Telefonat

von Greta D.

Jedes Jahr erwacht das Leben
dieser Erde neu.
Nach jedem Winter wachsen neue Knospen
durch die Kraft der Sonne.
Der Frühling läßt die Wiesen blühen.
Farben, Wärme, Licht.

Sonnenschein verscheucht den Regen,…

von Soléa P.

Hell wie sie waren, sind Tage längst nicht mehr
und ich denke immer noch an Dich
manchmal ist es besonders schwer
sehe alles dunkel und düster trotz Licht.

Seit Deinem Abschied fehlst du mir sehr
so still und…

von * noé *

(Zum 21-jährigen Gedenken an meinen Mann Berthold)

Tod hat sein letztes Wort gesprochen –
doch die Vögel flöten heiter.
Das Leben hat mit dir gebrochen ...
und geht doch ungehindert weiter.
Zwar schüchtern erst, das…

von Manfred Peringer

wenn niemand mich hört singe ich deine namen
summe und trage dich nicht nur auf den lippen
sondern stoße ihn als hohen ton hinaus in die welt

die lilien auf dem grab sind bleichweiß und rufen
verzweifelt mit ihrem süßen…

von ulli nass

sei stark
lebe weiter
jede Wunde heilt
sei einfach heiter

lies einfach
lustige Sachen
mach doch nen Scherz
du musst einfach öfter lachen
dann schwindet der Schmerz

sei nicht so stur

von Charlotte von Ahlefeld

Nur wenig rasche, schnell gewagte Schritte,
Und knarrend öffnet sich die Pforte hier;
Es ist geschehn - in seine düstre Mitte
Fasst mich der Vorhof, wehe, wehe mir!

Vom frohen Leben ewig, ach, geschieden,
Umfängt…

von Tilly Boesche-Zacharow

- 2012 in Ginnegar -

Als würd um eines Kernes Segen
sich eine Schichtung Fruchtfleisch legen.
Und ich darf hier in Frieden liegen,
um mich in deinen Arm zu schmiegen.
Wie duftet´s süß in diesem Hain.
Und wir…

von René Oberholzer

Ich hatte ja gesagt
Zum Stuhl
Zum Tisch
Zum Bett

Du hattest ja gesagt
Zur Wohnung
Zum Auto
Zum Kind

Du hattest ja gesagt
Zum Glas
Zur Flasche
Zur Trauer

Ich hatte nein…

von * noé *

Ist es nicht langsam mal genug?
Dies ist ein fürchterliches Jahr.
Verstorben nun auch Manfred Krug,
der nicht nur Kreuzbergs "Liebling" war ...

Aus Duisburg in die DDR,
vom Stahl zum Film plus Sangeslust -

von * noé *

Wir kannten sie nicht, die Spanne der Zeit,
gingen davon aus, dass wir grad erst begannen.
Wir waren verliebt und zu leben bereit!
Für uns hatte alles erst angefangen …

All die Freude, die wir später nie mehr hatten,…

von * noé *

Götz George ist gegangen.
Den sanften Wolf im klaren Blick.
In stiller Trauer tief befangen,
lässt auch er uns nun zurück.

Die vielen Rollen, die er spielte,
glaubhaft von ihm interpretiert,
er zeigte alles,…

von Anouk Ferez

Sahst hellen Lichtstreif durch den Himmel ziehn.
Sprachst den Wunsch. Ganz leis. Zu dir allein.
Dann Dunkel. Fernab der Gestirne Schein
verglühte, was die Schwärze ausgespien.

Tags lagst du – aller Grenzen bar – geborgen…

von Charlotte von Ahlefeld

So willst Du nun die traute Heimath fliehen,
Wo Dir des Lebens Morgenroth getagt? -
In fern entlegne Länder willst Du ziehen,
Weil Dir das Schicksal manchen Wunsch versagt?
So nimm den Wanderstab und suche Frieden -

von Soléa P.

Ein kalter Tag, grau im November
erinnere mich an dich
Efeu rankt um altes Gemäuer
das Herz so schwer, weine bitterlich.

Kraftlos und müde klingt deine Stimme
vom Krankenbett telefonieren wir
schweige, und…

von * noé *

Nu is ok noch de Tamme dood ...
das kunnt wi gar nich glööven!
De was so kremmig un so groot,
kunnt he nich 'n bietje töven?!

Sien "Schätzelein" laacht döör de Dör,
wenn he de Knaakens brak,
es kömmt wie'n…

von Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem

Am Tage Allerseelen
Fiel still der erste Schnee -
Da war's im Sinn mir trübe,
Im Herzen bang und weh!

Am Tage Allerseelen
Ging ich den Berg hinab,
Und legte frische Blumen
Im Friedhof auf ein Grab.

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Trauergedichte - Gedichte, die Trauer in die richtigen Worte fassen

Trauergedichte, die Trauer selbst, Vergänglichkeit, aber auch der Neuanfang haben in der Literatur seit jeher ihren festen Platz. Bereits Rainer Maria Rilke hat in seinem Gedicht "Herbst" die Jahreszeit verwendet, den Tod- aber auch Hoffnung und Trost in Worte zu fassen. Auch aus diesem Grund wird das Gedicht von Rainer Maria Rilke immer wieder als Trauergedicht auf Trauerkarten oder in Trauerreden verwendet.

"Herbst"

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Das Gedicht von Rilke zeigt sehr gut auf, welchen Trost Trauergedichte, die in feinfühlige Worte gefasst - den richtigen Inhalt transportierend - bewirken können. Die wichtige Nachricht, die in Gedichten zum Thema Trauer vermittelt werden sollte, ist die, dass es kein Fall ins Nichts sein muss.

Trauergedichte sollten immer Trost spenden - auf Trauerkarten, in Trauerreden oder einfach nur beim Lesen

Von der Form her sind Trauergedichte keinen Regeln unterworfen. Allerdings gibt es für solche Gedichte durchaus inhaltliche Regeln. Ein Gedicht, dass im Kern keinen Trost spenden möchte, keinen Weg weisen will, kein "Licht" anzündet, ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Trauergedicht. Niemand schreibt ein Gedicht auf eine Trauerkarte, das nicht zumindest Anteilnahme, Beistand oder irgendeine andere Form von Halt suggerieren möchte. Auch aus diesem Grund bitten wir unsere Mitglieder genau zu überlegen, welche Beiträge in die Kategorie Trauergedichte eingeordnet werden sollten und welche nicht.