Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Axel C. Englert

Ein fleckiges Geschenk – Papier –
Blau – roch stark nach Bier…
Skandalös! Und das zum Fest!
(Meinte von der Welt der Rest…)

Wie JEDER weiß: zur Weihnachtszeit –
Wird NICHT getrunken, weit und breit…
ALKOHOL?…

von Jürgen Wagner

I open the door and see a white blanket
A bright shining light in every ankle
Snow densely 's falling, the sky is unfold
Nobody's there, who's yet feeling cold

I trudge through the snow and feel a soft wind
The…

Rezitation:
Sprecher, Musik und Aufnahme: Jürgen Wagner
von * noé *

So barock erscheint es mir,
das Datum, das das Jahr beschließt,
31.12., voll, rot-gold und wie Brokat.

Wie viel Energie das Folgedatum hat,
wie es spritzig hoch aufschießt:
der 1.1. lugt neckisch um die Tür.

von Jürgen Wagner

Die Scholle im Glanz
Hab' so viel mitgenommen
beim kleinen Waldgang

von Axel C. Englert

Ein Außen – Spiegel sagte: NEIN!
Außenseiter? Muss nicht sein…
Ich will rein! Denn schon sehr bald –
Naht nun Winter! Mir wird kalt…

Beheizbar? Bin ich nie gewesen!
(Von so was hatt’ er mal gelesen…)
Ein…

von Mara Krovecs

Ich hol Holz - du liebstes Wesen
denn draußen heult der Wind
und später werden wir - ach und
eh ich’s vergesse - setz doch grad mal
das Teewasser auf - mmhhh
Blaubeerentee hab neue
Mammutfellpantoffeln gekauft…

von Michael Dahm

Winterfährte

Nach letztem fahlen Sonnenblinzeln ,
erhebt der Mond das Haupt,
die Sternlein flimmern klamm herab
und streuen ihren Staub.

Im karst´gen Schnee noch Spuren stehen.
der eil ´ge Schritt zu ahnen.…

von Monika Castrovillari Seyer

Eisig kalter Hauch

erstarrtes Herz im Winter

nur die Liebe wärmt

von René Oberholzer

Die See ist still
Kein Lüftlein weit und breit
Nur ein Gärtner in der Ferne
Der mit den Bäumen spricht

Ich sitze unterkühlt am Ufer
Und denke an den Winter

Mir verraten die Bäume noch nicht
Wie ich dann…

von Volker C. Jacoby

Aus dem Zyklus „Monatsgedichte“

Im Januar gibt's Neujahrsgrüße,
dann rote Nasen, kalte Füße,
und Heilige Drei Könige,
doch warme Tage wenige.

Drauf schiebt sich in den Vordergrund
die Schar der Jecken, keck…

von René Oberholzer

Kürbissuppen schmecken immer nach Kürbis
Spargelsuppen immer nach Spargeln
Tomatensuppen immer nach Tomaten
Buchstabensuppen schmecken immer nach dir und mir

von Michael Dahm

Tauwetter

Als Geist steigt Waldes Hauch
ganz leicht aus ihm heraus
der Nebel steht wie Pulverschmauch
auf seinem dunklen Haus.

Der frische Schnee der gestern fiel
der ist nun fort getaut
es winkt…

von * noé *

Allen, die geschrieben haben
mir zu dieser Heil'gen Nacht,
allen die in diesen Tagen
liebevoll an mich gedacht,

wünsche ich aus tiefstem Herzen
ein Weihnachtsfest, so wunderbar,
mit dem Glanz von vielen…

von * noé *

Die Tage werden länger
und bringen wieder Licht,
und herrscht auch Eiseskälte,
Gefühl erfriert doch nicht.

So klirrend klar der Frost,
so überzuckert die Natur,
die Seele findet Trost,
sei's in Erinn'…

von Volker C. Jacoby

frei noo'm Storme ehr'm Theo
(in rheinfränkisch-saarländischer Mundart, wie sie im Saarpfalzkreis gesprochen wird)

Von draus, vom Wald, do komm isch her,
isch muss eich saan, do weihnachds schon sehr,
iwwerall hoch of de…

von Michael Wardemann

Ich schwieg den ganzen Tag
Dass womöglich kein Wort ich je wieder sag'
Kein' Red', kein' Frag'
Nicht dass ansich ich es mag
Nicht dass mir die Stimm' entschwunden
Nein, ich hatte meine Feder gefunden
Um ganz…

von René Oberholzer

An einem sonnigen Sommertag geboren
Marschierte er später zielstrebig über eine Wiese
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf einen Hügel
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf…

von Michael Dahm

Der Fluss wiegt stumme Wellen
in seinem sanften Bett
manchmal wollen sie Schnellen
das macht das Sanfte wett.

Es spiegelt sich das kahle Holz
in seinem kalten Sein
dort recken die Kronen sich stolz
und…

von * noé *

Wann fängt es an, das Jahr - im Januar?
Und das nur, weil vorher Silvester war?

Wenn Frühling den Kampf mit dem Frost gewinnt,
die pastellene Skala das Sehen bestimmt,

und alles ein Werden ist aus dem Vergehen,

von Heinz Helm-Karrock

Erster Schnee

Es glitzert heimelich im Frost,
gewiss Flur, Wald und Feld

im Mondlicht silbrig heut‘
frierend schöne Winterpracht

wenn einsam dort
in Dämmerungsdunkel

leise und unbemerkt
der…

von Peter H. Carlan

Der Schnee aus Russland
war weiß.

Er fiel aus allen Wolken,
drang durch alle Ritzen
ein in mein
zugiges Haus.

Der Tisch war weiß,
das Bett,
die Bücher.

An jenem trüben Abend
trat ich…

von Volker C. Jacoby

.
Das Jahr ist fast wieder gelungen,
recht bald wird es vollendet sein.
Den goldnen Herbst hat man besungen,
so bunt an Farben, reich an Wein.

Jetzt ist der Zeitraum zwischen drinnen:
Dezember ist es,…

von Axel C. Englert

Eine Schanze –
Sie hieß „Konstanze“ –
War herb erschüttert!
Sehr stark verbittert!

Immer die Ski – Springerei!
Auf MEINEM Rücken! Sauerei!
Und ich SELBST? Bin NIE dabei!
Drum nahm Konstanze sich flugs…

von Axel C. Englert

Eine Wachtel dachte sich:
Das ist einfach widerlich!
(Es fürchten nämlich alle Wachteln
Sich vorm großen Weihnachts – Spachteln!)

Gerade, als sie sich empörte –
Sie doch von „Weihnachts – Wichteln“ hörte –

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Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.