Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Michael Dahm

Schimmer

Es lauschet die Seele dem schweigenden Warten,
so tief, ach so tief , ist die Ruhe im Garten,
die Hoffnung versteckt sich in lebloser Krume
und nährt schon im Dunkel die prächtigste Blume …

von Jürgen Wagner

Die Scholle im Glanz
Hab' so viel mitgenommen
beim kleinen Waldgang

von * noé *

Der Winter schickt mit seinen Raben
uns schon mal seine Sängerknaben
und lässt mit ihren spröden Stimmen
sie splitterfrostig Lieder singen.

Den Nebelvorhang ziehn sie vor,
doch immer noch ertönt ihr Chor.

von Alf Glocker

Groß-mächtige, weißliche Nebelfelder ziehen durch den Geist,
der die Weite unsäglich disharmonisch umschließt –
Funken sprühen und die Nacht wird aller Tage arger Freund!
Ein dunkler Welttrabant, der drohend um die Herzen kreist…

von Michael Dahm

Ein Wunsch

Regentropfen fallen laut
auf das aufgeweichte Land
und der Wintermonat baut
eine dunkle nasse Wand.

Sturm treibt düstern
Wolkenrösser
und aus Nüstern
Wasserschösser.

Gräben…

von Michael Dahm

Winter bleibt

Als ich am Rand des Winters stand
und sah, die Welt wird grau,
ich nicht ein grünes Blättlein fand
vom Himmel fiel das Blau.

Die Sonne ihre Schäfchen nahm
und den Vorhang zog,
von…

von Axel C. Englert

Ein Heizkörper kochte. Vor Wut!
(Dies konnt’ er schon beruflich gut…)
Wieso nur spricht man ständig dreist
Von meinem KÖRPER? NIE vom Geist!

Bin ich Sexobjekt? - Wie Kachelofen?
(Der zählt ja wirklich zu den Doofen…

von René Oberholzer

Ich liebe dich
Sagte sie in drei Anläufen
Ich dich auch
Sagte er in einem
Und starrte
Auf den verschneiten Tannenwald

von Michael Wardemann

In die Ferne mein Flöckchen reist
Der Seen Gesichter längst vereist
Wo eine Decke aus samtenen Weiß
Ich nun den Tag "Winter" heiß'

Eisig zieht der Wind gen West
Übrig blieb nur der kleine Rest
Der genügsam…

von Christine Jakob

Der
Weihnachtstraum

Jetzt
wo diese
wundervoll liebliche
stimmung
der weihnachtszeit
sich fast ansteckend
in einer weichheit verbreitet

da schmelzen gefühle dahin

als würde man

von Uwe Röder

Es schaukelt ein Zug
durch frierendes
Land.

Ein Haus mit Büschen,
eine Frau und Kinder
tauchen auf.

Verlassene Gärten,
weite Felder,
schwarze Wälder.

Länger als das Nahe
ist das…

von Axel C. Englert

Ein Kaffee – Licht kochte – vor Wut!
Immer das Tee – Licht! Tu(t) nicht gut…
Es reimt sich eben auf Tee – Lichter
Immer wieder bloß: GELICHTER!

Gerade nun – schön Weihnachtszeit –
Macht Tee – Licht – Glanz…

von Anett Yvonne Heinisch

Dichter Nebel hängt in den Wäldern
grau und schwer im kahlen Geäst
leichter Frost zieht um die Bäume
hält sich an den Rinden fest

Hier und da ruft leis ein Käuzchen
da und dort springt keusch ein Reh
ein Hase…

von Axel C. Englert

Ein Advents – Kranz
(Er hieß Franz - Hans)
Hasste lauten Lichterglanz!
Kerzen? Fauler Firlefanz!

Dachte sich, in seiner Not:
Zimmerbrand mir ständig droht!
Kerzen AUS! Ob weiß, ob rot!
Lautet daher mein…

von Axel C. Englert

Im trauten Stall, zu Bethlehem –
Ruhe und Frieden, kein Problem?
In Wahrheit herrschte laut Krawall!
(Grad so wie heute – überall…)

Der Horn – Ochs, dumm und faul,
Den ESEL hielt für einen GAUL!
Dies hat den…

von René Oberholzer

Das neue Jahr
Spaltet die Glocken

Verlassen steht der Turm
Hinter den Sandkästen

Wer schreit das Chaos
In den Winter

Sag bist du es

von Peter H. Carlan

Meine Worte hängen
fest
als

literarisches Vermächtnis

im
W internet Z
der Kreuzspinne

von Heiko M. Kosow

Griese graue Schwaden aus Nebeldunst,
getrübte, traurig suchende Blicke.
Wie ein Gemälde müder Winterkunst
erscheint verschleiert die alte Brücke.

Umrisse von den blattlosen Bäumen
zeichnen vage Schemen ins…

von Volker C. Jacoby

Ein Zwölfmonatszyklusbeginngedicht

Ein kleines Jahr liegt auf der Schwell'
zu uns, zart und erfreulich;
das Alte ging vorüber schnell -
kam's hier nicht an erst neulich?

Ein Jahr ist stets ein kurzer Gast
und…

von René Oberholzer

Hinter dem Nebel
Sagte sie
Bist du

Und ich dachte schon
Sie hätte damit
Die Sonne gemeint

© René Oberholzer

von Michael Dahm

Tauwetter

Als Geist steigt Waldes Hauch
ganz leicht aus ihm heraus
der Nebel steht wie Pulverschmauch
auf seinem dunklen Haus.

Der frische Schnee der gestern fiel
der ist nun fort getaut
es winkt…

von * noé *

Was haben die Nebel verborgen,
die am Ende des Jahres sich lichten?
Januar - Dezember,
was war dazwischen?
Zugvögel nur?

Wohin führt die Spur:
in die Gedankennischen?
- nur ein Kalender -
Wenn wir…

von * noé *

Lass ihn geh'n, den kalt' Gesellen!
Möge Frühling auf den schnellen
hellen, lauen, leichten Schwingen
unser Herz zum Singen bringen!

von Michael Wardemann

Ich schwieg den ganzen Tag
Dass womöglich kein Wort ich je wieder sag'
Kein' Red', kein' Frag'
Nicht dass ansich ich es mag
Nicht dass mir die Stimm' entschwunden
Nein, ich hatte meine Feder gefunden
Um ganz…

von Michael Dahm

Der Fluss wiegt stumme Wellen
in seinem sanften Bett
manchmal wollen sie Schnellen
das macht das Sanfte wett.

Es spiegelt sich das kahle Holz
in seinem kalten Sein
dort recken die Kronen sich stolz
und…

von Axel C. Englert

Hallo! Hier spricht STERN! Mit Schweif!
(Mein Opa – war der Vogel Greif…)
GERADE scheint die Zeit mir reif:
ICH war DABEI! Bei Jesus! LIVE!

Ob Ochs und Esel, Herbergswirt,
Kamel und König, jeder Hirt:
Sie ALLE…

von Michael Dahm

Februar

In des Nebels kaltem Linnen,
liegt das wartende Land,
Zeit ist zum Lieben und Sinnen,
hinter grauer wabernder Wand.

Schwach tönen Laute von fern,
sind nicht aus meiner Welt,
Februar, Dich…

von Mara Krovecs

Ich hol Holz - du liebstes Wesen
denn draußen heult der Wind
und später werden wir - ach und
eh ich’s vergesse - setz doch grad mal
das Teewasser auf - mmhhh
Blaubeerentee hab neue
Mammutfellpantoffeln gekauft…

von Axel C. Englert

Ein NUDEL – Holz war rundum leid:
Ständig Stress – zur Weihnachtszeit…
„Ich mache Urlaub! Nehme frei!
Schluss mit Hektik, Narretei!

EINMAL keinen Teig mehr rollen!
Weg mit Plätzchen! Fort mit Stollen!“

von * noé *

So barock erscheint es mir,
das Datum, das das Jahr beschließt,
31.12., voll, rot-gold und wie Brokat.

Wie viel Energie das Folgedatum hat,
wie es spritzig hoch aufschießt:
der 1.1. lugt neckisch um die Tür.

von Axel C. Englert

Ein Außen – Spiegel sagte: NEIN!
Außenseiter? Muss nicht sein…
Ich will rein! Denn schon sehr bald –
Naht nun Winter! Mir wird kalt…

Beheizbar? Bin ich nie gewesen!
(Von so was hatt’ er mal gelesen…)
Ein…

von Monika Castrovillari Seyer

Eisig kalter Hauch

erstarrtes Herz im Winter

nur die Liebe wärmt

von Volker C. Jacoby

Aus dem Zyklus „Monatsgedichte“

Im Januar gibt's Neujahrsgrüße,
dann rote Nasen, kalte Füße,
und Heilige Drei Könige,
doch warme Tage wenige.

Drauf schiebt sich in den Vordergrund
die Schar der Jecken, keck…

von Hans-Jürgen Finke

Sonne zieht den kleinsten Bogen.
Eiszeit allenthalben.
Weit weg sind die Schwalben.
Wär ich doch lieber,
Statt Tropfen zu nehmen und Salben,
Mit nach Süden geflogen!

© HF 12/10

von René Oberholzer

Im Nebel ruht die Welt
Fest schlafen Wald und Wiesen
Bald sieht man
Wenn der graue Schleier fällt
Den alten Mann
Wie von der Strasse weggewiesen
Im kleinen Auto unverstellt

© René Oberholzer

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.