Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von * noé *

Allen, die geschrieben haben
mir zu dieser Heil'gen Nacht,
allen die in diesen Tagen
liebevoll an mich gedacht,

wünsche ich aus tiefstem Herzen
ein Weihnachtsfest, so wunderbar,
mit dem Glanz von vielen…

von * noé *

Der Ruf einer Meise
zerhackt eisklare Luft
in ungleiche Splitter.
Die Katze hebt müde ein Augenlid,
nur der Form halber
sichert sie ihr Revier
und rückt näher zur Heizung.

Eine Amsel huscht
wie ihr…

von Volker C. Jacoby

Draußen hör‘ ich Leute lachen,
Prösterchens mit Nachbarn machen;
da gibt’s reichlich Böllerkrachen,

Funkensprühn und Brandentfachen,
Knallen, Bummern, solche Sachen,
mit Raketen, Feuerdrachen.

Muss wer neu…

von Eva Klingler

Schneemann bauen

Hände reiben
Eisiges verfliegt
Stehen bleiben
Kind hat gesiegt

Kind hat gebaut
seit immer in Zeit
Erinnerung geklaut
und es schneit und schneit

von Sieghild Krieter

An Wintertagen
keinen Reim mehr auf Sommer -
im Anblick nur Schnee
©&ie

von René Oberholzer

An einem sonnigen Sommertag geboren
Marschierte er später zielstrebig über eine Wiese
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf einen Hügel
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf…

von Heiner Brückner

Der Mann aus Schnee läuft
über die Wiese davon,
hinter ihm Sonne.

von N. Smaranshakti

Ich wünsche mir das Lebensrad,
in dem ich die Weisheit des Lebens erkennen mag.

Der Brunnen der Jugend, des Alterns
und selbst er den Tod für ein Moment anhält,
damit ich das Wichtige im Leben erkenn'.

In jeder…

von W. Löffler

Es war einmal ein Tannenbaum
mit Kerzen herrlich anzuschau'n,
da kam der liebe Weihnachtsmann
und sah den Tannenbaum sich an.
So stand er da 'ne ganze Weile
und träumte eifrig vor sich hin,
was dann kommt sagt…

von Ralf Risse

Ein Raureif sehnte Ebenmaß,
bestachelte exakt . . .
Nur was er leider nicht bedacht,
die Sonne leckt es nackt.

von * noé *

Und wieder wirkt die weiße Pracht,
wie schon seit Kindertagen -
sie hat den Zauber mitgebracht
und konnte ihn kaum tragen.

Was trostlos-kahl und schwarz-bizarr
uns jede Stimmung raubte,
ist plötzlich strahlend…

von Axel C. Englert

Eine Wachtel dachte sich:
Das ist einfach widerlich!
(Es fürchten nämlich alle Wachteln
Sich vorm großen Weihnachts – Spachteln!)

Gerade, als sie sich empörte –
Sie doch von „Weihnachts – Wichteln“ hörte –

von * noé *

Wie prachtvoll leuchten bunte Beeren
von Büschen, Bäumen, Sträuchern, Hecken!
Als wenn sie schon Adventsschmuck wären
und wollten Weihnachtswünsche wecken ...

In diesen frostentfärbten Tagen,
da sucht das Auge nach…

von René Oberholzer

Kürbissuppen schmecken immer nach Kürbis
Spargelsuppen immer nach Spargeln
Tomatensuppen immer nach Tomaten
Buchstabensuppen schmecken immer nach dir und mir

von René Oberholzer

An Silvester
Sassen wir im Hotelzimmer
Schulter an Schulter
Vor einer weissen Wand

Das ist das neue Jahr
Sagte sie
Das ist das neue Jahr
Fragte ich

Am Neujahrsmorgen
Sassen wir wieder…

von * noé *

"Kein Platz in der Herberge,
der Gemeinschafts-Gastraum voll belegt ...
kein Ort für eine Schwangere,
der die schwere Stunde noch diese Nacht schlägt.

Nur Raufbolde, Betrunkene, Gesocks und Geschrei,
keine gute…

von Michael Dahm

Trübe Symphonie

Im Streich des Windes klingen Saiten,
durch die graue Symphonie,
in den Lüften Tropfen reiten,
unterm Schirme hör ich sie.

Und der Meister der Kapelle,
taktet an mit trübem Stocke,
dass…

von René Oberholzer

Der grosse Bernhardiner
Mit dem Schnapsfässchen um den Hals
Ist in die Jahre gekommen

Wegen des Klimawandels
Hat er eine Umschulung gemacht
Und entkam der Frühpensionierung

Der ehemalige Lawinenhund
Ist…

von Sieghild Krieter

Ohne Sonnenschein –
kneifender Frost im Freien
verformt die Tropfen
©&ie

von Axel C. Englert

Ein Wunsch - Zettel hatte es satt!
Ich bin kein unbeschriebnes Blatt!
JEDER kritzelt an mir rum!
Wie das kitzelt! Mir zu dumm….

Dauernd tumbe Einkaufs – Tour!
Ich selber – gehe leer aus. NUR!
Und dabei bin ich…

von Michael Dahm

Ungewiss

Auf des Bauern Winterfeld
knistert rau der Reif,
feste Pfützen spiegeln die Welt,
vereiset, still und steif.

Aus Bäumen fällt der Vögel Bangen,
was kommt und was wird sein,
hab es fröstelnd…

von Corinna Herntier

Überraschung: Eis und Schnee! Oh, welche Winterwonne!
Zugefroren über Nacht ist unsere Regentonne!
Meine Söhne wollen raus – schnell das Eis zerschlagen.
Drum, wer als erster draußen ist, hat dort dann auch das Sagen!

„Wo…

von Axel C. Englert

Eine Schanze –
Sie hieß „Konstanze“ –
War herb erschüttert!
Sehr stark verbittert!

Immer die Ski – Springerei!
Auf MEINEM Rücken! Sauerei!
Und ich SELBST? Bin NIE dabei!
Drum nahm Konstanze sich flugs…

von Axel C. Englert

Ein Adventskalender leider war –
Extrem verschlossen! (Jahr für Jahr…)
Und er(s) wurde immer schlimmer!
„Ich öffne meine Türen nimmer!

Denn mein Bauch gehört nur mir!
Ich mach niemals hoch die Tür!

von Heinz Helm-Karrock

Erster Schnee

Es glitzert heimelich im Frost,
gewiss Flur, Wald und Feld

im Mondlicht silbrig heut‘
frierend schöne Winterpracht

wenn einsam dort
in Dämmerungsdunkel

leise und unbemerkt
der…

von Jürgen Wagner

I open the door and see a white blanket
A bright shining light in every ankle
Snow densely 's falling, the sky is unfold
Nobody's there, who's yet feeling cold

I trudge through the snow and feel a soft wind
The…

Rezitation:
Sprecher, Musik und Aufnahme: Jürgen Wagner
von Axel C. Englert

Ein Rutsch war böse. Hundsgemein!
Ein „Guter Rutsch“? Will ICH nicht sein!
Dieses Theater – JEDES Jahr!
(Darob schwer er sauer war…)

So plante denn der „Schlechte Rutsch“
Wut entbrannt den Aufstand. PUTSCH!

von Jürgen Wagner

Die Scholle im Glanz
Hab' so viel mitgenommen
beim kleinen Waldgang

von * noé *

Der Winter schickt mit seinen Raben
uns schon mal seine Sängerknaben
und lässt mit ihren spröden Stimmen
sie splitterfrostig Lieder singen.

Den Nebelvorhang ziehn sie vor,
doch immer noch ertönt ihr Chor.

von * noé *

Wasser und Staub

Aus Staub sind wir,
zu Staub werden wir wieder werden.

Ein Staubkorn ist der Kern
zu einem Glas gewordenen Stern.

Ein Schneekristall
wird immer Staub nur bergen,

und wird nur schön…

von Axel C. Englert

Eine Christbaumspitze –
Sie hieß Fritze –
Brachte Höhenluft in Hitze!
Die Christbaumkugeln rissen Witze:

Fritze! – Gegen Höhenangst:
Hilft nicht, dass du Glühwein tankst!
Wenn oben auf dem Baum du bangst –…

von Michael Dahm

Schimmer

Es lauschet die Seele dem schweigenden Warten,
so tief, ach so tief , ist die Ruhe im Garten,
die Hoffnung versteckt sich in lebloser Krume
und nährt schon im Dunkel die prächtigste Blume …

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.