Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Axel C. Englert

Eine Wachtel dachte sich:
Das ist einfach widerlich!
(Es fürchten nämlich alle Wachteln
Sich vorm großen Weihnachts – Spachteln!)

Gerade, als sie sich empörte –
Sie doch von „Weihnachts – Wichteln“ hörte –

von W. Löffler

Es war einmal ein Tannenbaum
mit Kerzen herrlich anzuschau'n,
da kam der liebe Weihnachtsmann
und sah den Tannenbaum sich an.
So stand er da 'ne ganze Weile
und träumte eifrig vor sich hin,
was dann kommt sagt…

von Ralf Risse

Ein Raureif sehnte Ebenmaß,
bestachelte exakt . . .
Nur was er leider nicht bedacht,
die Sonne leckt es nackt.

von * noé *

Wasser und Staub

Aus Staub sind wir,
zu Staub werden wir wieder werden.

Ein Staubkorn ist der Kern
zu einem Glas gewordenen Stern.

Ein Schneekristall
wird immer Staub nur bergen,

und wird nur schön…

von * noé *

"Kein Platz in der Herberge,
der Gemeinschafts-Gastraum voll belegt ...
kein Ort für eine Schwangere,
der die schwere Stunde noch diese Nacht schlägt.

Nur Raufbolde, Betrunkene, Gesocks und Geschrei,
keine gute…

von Michael Dahm

Trübe Symphonie

Im Streich des Windes klingen Saiten,
durch die graue Symphonie,
in den Lüften Tropfen reiten,
unterm Schirme hör ich sie.

Und der Meister der Kapelle,
taktet an mit trübem Stocke,
dass…

von * noé *

Wie prachtvoll leuchten bunte Beeren
von Büschen, Bäumen, Sträuchern, Hecken!
Als wenn sie schon Adventsschmuck wären
und wollten Weihnachtswünsche wecken ...

In diesen frostentfärbten Tagen,
da sucht das Auge nach…

von Sieghild Krieter

Ohne Sonnenschein –
kneifender Frost im Freien
verformt die Tropfen
©&ie

von Axel C. Englert

Ein Wunsch - Zettel hatte es satt!
Ich bin kein unbeschriebnes Blatt!
JEDER kritzelt an mir rum!
Wie das kitzelt! Mir zu dumm….

Dauernd tumbe Einkaufs – Tour!
Ich selber – gehe leer aus. NUR!
Und dabei bin ich…

von Heiner Brückner

Der Mann aus Schnee läuft
über die Wiese davon,
hinter ihm Sonne.

von Michael Dahm

Ungewiss

Auf des Bauern Winterfeld
knistert rau der Reif,
feste Pfützen spiegeln die Welt,
vereiset, still und steif.

Aus Bäumen fällt der Vögel Bangen,
was kommt und was wird sein,
hab es fröstelnd…

von René Oberholzer

Der grosse Bernhardiner
Mit dem Schnapsfässchen um den Hals
Ist in die Jahre gekommen

Wegen des Klimawandels
Hat er eine Umschulung gemacht
Und entkam der Frühpensionierung

Der ehemalige Lawinenhund
Ist…

von René Oberholzer

Ich liebe dich
Sagte sie in drei Anläufen
Ich dich auch
Sagte er in einem
Und starrte
Auf den verschneiten Tannenwald

von * noé *

Und wieder wirkt die weiße Pracht,
wie schon seit Kindertagen -
sie hat den Zauber mitgebracht
und konnte ihn kaum tragen.

Was trostlos-kahl und schwarz-bizarr
uns jede Stimmung raubte,
ist plötzlich strahlend…

von Axel C. Englert

Ein Adventskalender leider war –
Extrem verschlossen! (Jahr für Jahr…)
Und er(s) wurde immer schlimmer!
„Ich öffne meine Türen nimmer!

Denn mein Bauch gehört nur mir!
Ich mach niemals hoch die Tür!

von Axel C. Englert

Ein Rutsch war böse. Hundsgemein!
Ein „Guter Rutsch“? Will ICH nicht sein!
Dieses Theater – JEDES Jahr!
(Darob schwer er sauer war…)

So plante denn der „Schlechte Rutsch“
Wut entbrannt den Aufstand. PUTSCH!

von Corinna Herntier

Überraschung: Eis und Schnee! Oh, welche Winterwonne!
Zugefroren über Nacht ist unsere Regentonne!
Meine Söhne wollen raus – schnell das Eis zerschlagen.
Drum, wer als erster draußen ist, hat dort dann auch das Sagen!

„Wo…

von Axel C. Englert

Ein Advents – Kranz
(Er hieß Franz - Hans)
Hasste lauten Lichterglanz!
Kerzen? Fauler Firlefanz!

Dachte sich, in seiner Not:
Zimmerbrand mir ständig droht!
Kerzen AUS! Ob weiß, ob rot!
Lautet daher mein…

von René Oberholzer

An Silvester
Sassen wir im Hotelzimmer
Schulter an Schulter
Vor einer weissen Wand

Das ist das neue Jahr
Sagte sie
Das ist das neue Jahr
Fragte ich

Am Neujahrsmorgen
Sassen wir wieder…

von Axel C. Englert

Eine Christbaumspitze –
Sie hieß Fritze –
Brachte Höhenluft in Hitze!
Die Christbaumkugeln rissen Witze:

Fritze! – Gegen Höhenangst:
Hilft nicht, dass du Glühwein tankst!
Wenn oben auf dem Baum du bangst –…

von Michael Dahm

Schimmer

Es lauschet die Seele dem schweigenden Warten,
so tief, ach so tief , ist die Ruhe im Garten,
die Hoffnung versteckt sich in lebloser Krume
und nährt schon im Dunkel die prächtigste Blume …

von * noé *

Der Winter schickt mit seinen Raben
uns schon mal seine Sängerknaben
und lässt mit ihren spröden Stimmen
sie splitterfrostig Lieder singen.

Den Nebelvorhang ziehn sie vor,
doch immer noch ertönt ihr Chor.

von Alf Glocker

Groß-mächtige, weißliche Nebelfelder ziehen durch den Geist,
der die Weite unsäglich disharmonisch umschließt –
Funken sprühen und die Nacht wird aller Tage arger Freund!
Ein dunkler Welttrabant, der drohend um die Herzen kreist…

von Michael Dahm

Winter bleibt

Als ich am Rand des Winters stand
und sah, die Welt wird grau,
ich nicht ein grünes Blättlein fand
vom Himmel fiel das Blau.

Die Sonne ihre Schäfchen nahm
und den Vorhang zog,
von…

von Christine Jakob

Der
Weihnachtstraum

Jetzt
wo diese
wundervoll liebliche
stimmung
der weihnachtszeit
sich fast ansteckend
in einer weichheit verbreitet

da schmelzen gefühle dahin

als würde man

von Axel C. Englert

Ein Kaffee – Licht kochte – vor Wut!
Immer das Tee – Licht! Tu(t) nicht gut…
Es reimt sich eben auf Tee – Lichter
Immer wieder bloß: GELICHTER!

Gerade nun – schön Weihnachtszeit –
Macht Tee – Licht – Glanz…

von Axel C. Englert

Ein Heizkörper kochte. Vor Wut!
(Dies konnt’ er schon beruflich gut…)
Wieso nur spricht man ständig dreist
Von meinem KÖRPER? NIE vom Geist!

Bin ich Sexobjekt? - Wie Kachelofen?
(Der zählt ja wirklich zu den Doofen…

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.