Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Michael Dahm

Winterfährte

Nach letztem fahlen Sonnenblinzeln ,
erhebt der Mond das Haupt,
die Sternlein flimmern klamm herab
und streuen ihren Staub.

Im karst´gen Schnee noch Spuren stehen.
der eil ´ge Schritt zu ahnen.…

von Jürgen Wagner

I open the door and see a white blanket
A bright shining light in every ankle
Snow densely 's falling, the sky is unfold
Nobody's there, who's yet feeling cold

I trudge through the snow and feel a soft wind
The…

Rezitation:
Sprecher, Musik und Aufnahme: Jürgen Wagner
von * noé *

Wann fängt es an, das Jahr - im Januar?
Und das nur, weil vorher Silvester war?

Wenn Frühling den Kampf mit dem Frost gewinnt,
die pastellene Skala das Sehen bestimmt,

und alles ein Werden ist aus dem Vergehen,

von Peter H. Carlan

Der Schnee aus Russland
war weiß.

Er fiel aus allen Wolken,
drang durch alle Ritzen
ein in mein
zugiges Haus.

Der Tisch war weiß,
das Bett,
die Bücher.

An jenem trüben Abend
trat ich…

von * noé *

Ich sitz, in Decken eingehüllt -
vor mir erscheint ein Winterbild,
von Frost gezeichnet, eisbezapft,
wie man durch Schneeverwehung stapft ...

Ganz fern das warme Sommerbild,
von Eiseskälte ganz verkühlt.
Mein…

von Axel C. Englert

Ein knitteriges Weihnachts – Päckchen –
Gold, bedruckt mit roten Säckchen –
Schob seit sieben Wochen Frust!
Auf Weihnachten? Gar keine Lust!

Das Päckchen (es hieß „Henk“)
Bekam ja selbst NIE ein Geschenk!

von * noé *

Allen, die geschrieben haben
mir zu dieser Heil'gen Nacht,
allen die in diesen Tagen
liebevoll an mich gedacht,

wünsche ich aus tiefstem Herzen
ein Weihnachtsfest, so wunderbar,
mit dem Glanz von vielen…

von * noé *

Der Ruf einer Meise
zerhackt eisklare Luft
in ungleiche Splitter.
Die Katze hebt müde ein Augenlid,
nur der Form halber
sichert sie ihr Revier
und rückt näher zur Heizung.

Eine Amsel huscht
wie ihr…

von Jürgen Wagner

Die Scholle im Glanz
Hab' so viel mitgenommen
beim kleinen Waldgang

von Eva Klingler

Schneemann bauen

Hände reiben
Eisiges verfliegt
Stehen bleiben
Kind hat gesiegt

Kind hat gebaut
seit immer in Zeit
Erinnerung geklaut
und es schneit und schneit

von Sieghild Krieter

Ohne Sonnenschein –
kneifender Frost im Freien
verformt die Tropfen
©&ie

von René Oberholzer

An einem sonnigen Sommertag geboren
Marschierte er später zielstrebig über eine Wiese
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf einen Hügel
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf…

von Michael Dahm

Ein Wunsch

Regentropfen fallen laut
auf das aufgeweichte Land
und der Wintermonat baut
eine dunkle nasse Wand.

Sturm treibt düstern
Wolkenrösser
und aus Nüstern
Wasserschösser.

Gräben…

von N. Smaranshakti

Ich wünsche mir das Lebensrad,
in dem ich die Weisheit des Lebens erkennen mag.

Der Brunnen der Jugend, des Alterns
und selbst er den Tod für ein Moment anhält,
damit ich das Wichtige im Leben erkenn'.

In jeder…

von Volker C. Jacoby

Draußen hör‘ ich Leute lachen,
Prösterchens mit Nachbarn machen;
da gibt’s reichlich Böllerkrachen,

Funkensprühn und Brandentfachen,
Knallen, Bummern, solche Sachen,
mit Raketen, Feuerdrachen.

Muss wer neu…

von Ralf Risse

Ein Raureif sehnte Ebenmaß,
bestachelte exakt . . .
Nur was er leider nicht bedacht,
die Sonne leckt es nackt.

von Axel C. Englert

Eine Wachtel dachte sich:
Das ist einfach widerlich!
(Es fürchten nämlich alle Wachteln
Sich vorm großen Weihnachts – Spachteln!)

Gerade, als sie sich empörte –
Sie doch von „Weihnachts – Wichteln“ hörte –

von Uwe Röder

Es schaukelt ein Zug
durch frierendes
Land.

Ein Haus mit Büschen,
eine Frau und Kinder
tauchen auf.

Verlassene Gärten,
weite Felder,
schwarze Wälder.

Länger als das Nahe
ist das…

von W. Löffler

Es war einmal ein Tannenbaum
mit Kerzen herrlich anzuschau'n,
da kam der liebe Weihnachtsmann
und sah den Tannenbaum sich an.
So stand er da 'ne ganze Weile
und träumte eifrig vor sich hin,
was dann kommt sagt…

von * noé *

Wie prachtvoll leuchten bunte Beeren
von Büschen, Bäumen, Sträuchern, Hecken!
Als wenn sie schon Adventsschmuck wären
und wollten Weihnachtswünsche wecken ...

In diesen frostentfärbten Tagen,
da sucht das Auge nach…

von Uwe Röder

Der Wald
wird jung,
hat helle
Laune.

In unsrer
Seele,
welch
Geraune.

Wie Licht
rinnt Schnee
von allen
Bäumen.

Wir,
wie er,
von Kindheit
träumen.

von René Oberholzer

Kürbissuppen schmecken immer nach Kürbis
Spargelsuppen immer nach Spargeln
Tomatensuppen immer nach Tomaten
Buchstabensuppen schmecken immer nach dir und mir

von * noé *

"Kein Platz in der Herberge,
der Gemeinschafts-Gastraum voll belegt ...
kein Ort für eine Schwangere,
der die schwere Stunde noch diese Nacht schlägt.

Nur Raufbolde, Betrunkene, Gesocks und Geschrei,
keine gute…

von Michael Dahm

Trübe Symphonie

Im Streich des Windes klingen Saiten,
durch die graue Symphonie,
in den Lüften Tropfen reiten,
unterm Schirme hör ich sie.

Und der Meister der Kapelle,
taktet an mit trübem Stocke,
dass…

von Alf Glocker

Groß-mächtige, weißliche Nebelfelder ziehen durch den Geist,
der die Weite unsäglich disharmonisch umschließt –
Funken sprühen und die Nacht wird aller Tage arger Freund!
Ein dunkler Welttrabant, der drohend um die Herzen kreist…

von Axel C. Englert

Ein Wunsch - Zettel hatte es satt!
Ich bin kein unbeschriebnes Blatt!
JEDER kritzelt an mir rum!
Wie das kitzelt! Mir zu dumm….

Dauernd tumbe Einkaufs – Tour!
Ich selber – gehe leer aus. NUR!
Und dabei bin ich…

von Michael Dahm

Tauwetter

Als Geist steigt Waldes Hauch
ganz leicht aus ihm heraus
der Nebel steht wie Pulverschmauch
auf seinem dunklen Haus.

Der frische Schnee der gestern fiel
der ist nun fort getaut
es winkt…

von Michael Dahm

Ungewiss

Auf des Bauern Winterfeld
knistert rau der Reif,
feste Pfützen spiegeln die Welt,
vereiset, still und steif.

Aus Bäumen fällt der Vögel Bangen,
was kommt und was wird sein,
hab es fröstelnd…

von René Oberholzer

Der grosse Bernhardiner
Mit dem Schnapsfässchen um den Hals
Ist in die Jahre gekommen

Wegen des Klimawandels
Hat er eine Umschulung gemacht
Und entkam der Frühpensionierung

Der ehemalige Lawinenhund
Ist…

von Corinna Herntier

Überraschung: Eis und Schnee! Oh, welche Winterwonne!
Zugefroren über Nacht ist unsere Regentonne!
Meine Söhne wollen raus – schnell das Eis zerschlagen.
Drum, wer als erster draußen ist, hat dort dann auch das Sagen!

„Wo…

von Axel C. Englert

Eine Schanze –
Sie hieß „Konstanze“ –
War herb erschüttert!
Sehr stark verbittert!

Immer die Ski – Springerei!
Auf MEINEM Rücken! Sauerei!
Und ich SELBST? Bin NIE dabei!
Drum nahm Konstanze sich flugs…

von Michael Wardemann

In die Ferne mein Flöckchen reist
Der Seen Gesichter längst vereist
Wo eine Decke aus samtenen Weiß
Ich nun den Tag "Winter" heiß'

Eisig zieht der Wind gen West
Übrig blieb nur der kleine Rest
Der genügsam…

von Axel C. Englert

Ein Adventskalender leider war –
Extrem verschlossen! (Jahr für Jahr…)
Und er(s) wurde immer schlimmer!
„Ich öffne meine Türen nimmer!

Denn mein Bauch gehört nur mir!
Ich mach niemals hoch die Tür!

von Michael Dahm

Der Fluss wiegt stumme Wellen
in seinem sanften Bett
manchmal wollen sie Schnellen
das macht das Sanfte wett.

Es spiegelt sich das kahle Holz
in seinem kalten Sein
dort recken die Kronen sich stolz
und…

von Axel C. Englert

Ein Rutsch war böse. Hundsgemein!
Ein „Guter Rutsch“? Will ICH nicht sein!
Dieses Theater – JEDES Jahr!
(Darob schwer er sauer war…)

So plante denn der „Schlechte Rutsch“
Wut entbrannt den Aufstand. PUTSCH!

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Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.