Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

empfohlene Wintergedichte
von Joachim Ringelnatz
von Else Lasker-Schüler
neue Wintergedichte
von Alfred Plischka
von Annelie Kelch
die schönsten Wintergedichte
von Volker Harmgardt
von Monika Laakes
Beitrag 211 - 245 von insgesamt 270 Texten in dieser Kategorie
von Michael Dahm

Februar

In des Nebels kaltem Linnen,
liegt das wartende Land,
Zeit ist zum Lieben und Sinnen,
hinter grauer wabernder Wand.

Schwach tönen Laute von fern,
sind nicht aus meiner Welt,
Februar, Dich…

von René Oberholzer

Einmal war es Franz
Einmal Karl
Ein anderes Mal Gustav
Wieder ein anderes Mal David
Ein weiteres Mal Pirmin
Aber am liebsten schlief sie mit Fred
So hiess einmal ein Luftbefeuchter

© René Oberholzer

von Michael Wardemann

In die Ferne mein Flöckchen reist
Der Seen Gesichter längst vereist
Wo eine Decke aus samtenen Weiß
Ich nun den Tag "Winter" heiß'

Eisig zieht der Wind gen West
Übrig blieb nur der kleine Rest
Der genügsam…

von Axel C. Englert

Ein NUDEL – Holz war rundum leid:
Ständig Stress – zur Weihnachtszeit…
„Ich mache Urlaub! Nehme frei!
Schluss mit Hektik, Narretei!

EINMAL keinen Teig mehr rollen!
Weg mit Plätzchen! Fort mit Stollen!“

von * noé *

So barock erscheint es mir,
das Datum, das das Jahr beschließt,
31.12., voll, rot-gold und wie Brokat.

Wie viel Energie das Folgedatum hat,
wie es spritzig hoch aufschießt:
der 1.1. lugt neckisch um die Tür.

von Jürgen Wagner

Die Scholle im Glanz
Hab' so viel mitgenommen
beim kleinen Waldgang

von Axel C. Englert

Ein Außen – Spiegel sagte: NEIN!
Außenseiter? Muss nicht sein…
Ich will rein! Denn schon sehr bald –
Naht nun Winter! Mir wird kalt…

Beheizbar? Bin ich nie gewesen!
(Von so was hatt’ er mal gelesen…)
Ein…

von Mara Krovecs

Ich hol Holz - du liebstes Wesen
denn draußen heult der Wind
und später werden wir - ach und
eh ich’s vergesse - setz doch grad mal
das Teewasser auf - mmhhh
Blaubeerentee hab neue
Mammutfellpantoffeln gekauft…

von Michael Dahm

Tauwetter

Als Geist steigt Waldes Hauch
ganz leicht aus ihm heraus
der Nebel steht wie Pulverschmauch
auf seinem dunklen Haus.

Der frische Schnee der gestern fiel
der ist nun fort getaut
es winkt…

von Axel C. Englert

Als Dichter kann erst man dann leben –
Wenn man zuvor VERStorben eben!
Meine Putz – „Fee“ – Bertha Krause –
(In Punkto „Staub“ macht gern sie Pause…) –

Die Krause (mein Leser ahnt es schon)
Sah im TV Dokumentation:…

von Monika Castrovillari Seyer

Eisig kalter Hauch

erstarrtes Herz im Winter

nur die Liebe wärmt

von Volker C. Jacoby

Aus dem Zyklus „Monatsgedichte“

Im Januar gibt's Neujahrsgrüße,
dann rote Nasen, kalte Füße,
und Heilige Drei Könige,
doch warme Tage wenige.

Drauf schiebt sich in den Vordergrund
die Schar der Jecken, keck…

von Axel C. Englert

Ein knitteriges Weihnachts – Päckchen –
Gold, bedruckt mit roten Säckchen –
Schob seit sieben Wochen Frust!
Auf Weihnachten? Gar keine Lust!

Das Päckchen (es hieß „Henk“)
Bekam ja selbst NIE ein Geschenk!

von Axel C. Englert

Ein fleckiges Geschenk – Papier –
Blau – roch stark nach Bier…
Skandalös! Und das zum Fest!
(Meinte von der Welt der Rest…)

Wie JEDER weiß: zur Weihnachtszeit –
Wird NICHT getrunken, weit und breit…
ALKOHOL?…

von Michael Dahm

Der Fluss wiegt stumme Wellen
in seinem sanften Bett
manchmal wollen sie Schnellen
das macht das Sanfte wett.

Es spiegelt sich das kahle Holz
in seinem kalten Sein
dort recken die Kronen sich stolz
und…

von * noé *

Die Tage werden länger
und bringen wieder Licht,
und herrscht auch Eiseskälte,
Gefühl erfriert doch nicht.

So klirrend klar der Frost,
so überzuckert die Natur,
die Seele findet Trost,
sei's in Erinn'…

von Volker C. Jacoby

frei noo'm Storme ehr'm Theo
(in rheinfränkisch-saarländischer Mundart, wie sie im Saarpfalzkreis gesprochen wird)

Von draus, vom Wald, do komm isch her,
isch muss eich saan, do weihnachds schon sehr,
iwwerall hoch of de…

von Michael Wardemann

Ich schwieg den ganzen Tag
Dass womöglich kein Wort ich je wieder sag'
Kein' Red', kein' Frag'
Nicht dass ansich ich es mag
Nicht dass mir die Stimm' entschwunden
Nein, ich hatte meine Feder gefunden
Um ganz…

von Michael Dahm

Winterfährte

Nach letztem fahlen Sonnenblinzeln ,
erhebt der Mond das Haupt,
die Sternlein flimmern klamm herab
und streuen ihren Staub.

Im karst´gen Schnee noch Spuren stehen.
der eil ´ge Schritt zu ahnen.…

von * noé *

Wann fängt es an, das Jahr - im Januar?
Und das nur, weil vorher Silvester war?

Wenn Frühling den Kampf mit dem Frost gewinnt,
die pastellene Skala das Sehen bestimmt,

und alles ein Werden ist aus dem Vergehen,

von Peter H. Carlan

Der Schnee aus Russland
war weiß.

Er fiel aus allen Wolken,
drang durch alle Ritzen
ein in mein
zugiges Haus.

Der Tisch war weiß,
das Bett,
die Bücher.

An jenem trüben Abend
trat ich…

von Volker C. Jacoby

.
Das Jahr ist fast wieder gelungen,
recht bald wird es vollendet sein.
Den goldnen Herbst hat man besungen,
so bunt an Farben, reich an Wein.

Jetzt ist der Zeitraum zwischen drinnen:
Dezember ist es,…

von René Oberholzer

Im Nebel ruht die Welt
Fest schlafen Wald und Wiesen
Bald sieht man
Wenn der graue Schleier fällt
Den alten Mann
Wie von der Strasse weggewiesen
Im kleinen Auto unverstellt

© René Oberholzer

von * noé *

Allen, die geschrieben haben
mir zu dieser Heil'gen Nacht,
allen die in diesen Tagen
liebevoll an mich gedacht,

wünsche ich aus tiefstem Herzen
ein Weihnachtsfest, so wunderbar,
mit dem Glanz von vielen…

von Heinz Helm-Karrock

Erster Schnee

Es glitzert heimelich im Frost,
gewiss Flur, Wald und Feld

im Mondlicht silbrig heut‘
frierend schöne Winterpracht

wenn einsam dort
in Dämmerungsdunkel

leise und unbemerkt
der…

von * noé *

Der Ruf einer Meise
zerhackt eisklare Luft
in ungleiche Splitter.
Die Katze hebt müde ein Augenlid,
nur der Form halber
sichert sie ihr Revier
und rückt näher zur Heizung.

Eine Amsel huscht
wie ihr…

von * noé *

Ich sitz, in Decken eingehüllt -
vor mir erscheint ein Winterbild,
von Frost gezeichnet, eisbezapft,
wie man durch Schneeverwehung stapft ...

Ganz fern das warme Sommerbild,
von Eiseskälte ganz verkühlt.
Mein…

von René Oberholzer

Die See ist still
Kein Lüftlein weit und breit
Nur ein Gärtner in der Ferne
Der mit den Bäumen spricht

Ich sitze unterkühlt am Ufer
Und denke an den Winter

Mir verraten die Bäume noch nicht
Wie ich dann…

von René Oberholzer

Kürbissuppen schmecken immer nach Kürbis
Spargelsuppen immer nach Spargeln
Tomatensuppen immer nach Tomaten
Buchstabensuppen schmecken immer nach dir und mir

von N. Smaranshakti

Ich wünsche mir das Lebensrad,
in dem ich die Weisheit des Lebens erkennen mag.

Der Brunnen der Jugend, des Alterns
und selbst er den Tod für ein Moment anhält,
damit ich das Wichtige im Leben erkenn'.

In jeder…

von Volker C. Jacoby

Draußen hör‘ ich Leute lachen,
Prösterchens mit Nachbarn machen;
da gibt’s reichlich Böllerkrachen,

Funkensprühn und Brandentfachen,
Knallen, Bummern, solche Sachen,
mit Raketen, Feuerdrachen.

Muss wer neu…

von Eva Klingler

Schneemann bauen

Hände reiben
Eisiges verfliegt
Stehen bleiben
Kind hat gesiegt

Kind hat gebaut
seit immer in Zeit
Erinnerung geklaut
und es schneit und schneit

von Sieghild Krieter

An Wintertagen
keinen Reim mehr auf Sommer -
im Anblick nur Schnee
©&ie

von René Oberholzer

An einem sonnigen Sommertag geboren
Marschierte er später zielstrebig über eine Wiese
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf einen Hügel
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf…

von * noé *

Unfassbar, wie die Sonne strahlt!
Und wie sie Glitzerbilder malt
auf zarten Hauch von erstem Schnee,
auf dem ich bunte Kreise seh!

Im Gegenlicht von feinem Dunst,
entsteht so allerhöchste Kunst.
Ein…

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.