Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Heiko M. Kosow

Griese graue Schwaden aus Nebeldunst,
getrübte, traurig suchende Blicke.
Wie ein Gemälde müder Winterkunst
erscheint verschleiert die alte Brücke.

Umrisse von den blattlosen Bäumen
zeichnen vage Schemen ins…

von Volker C. Jacoby

Aus dem Zyklus „Monatsgedichte“

Im Januar gibt's Neujahrsgrüße,
dann rote Nasen, kalte Füße,
und Heilige Drei Könige,
doch warme Tage wenige.

Drauf schiebt sich in den Vordergrund
die Schar der Jecken, keck…

von Heiner Brückner

Der Mann aus Schnee läuft
über die Wiese davon,
hinter ihm Sonne.

von Axel C. Englert

Hallo! Hier spricht STERN! Mit Schweif!
(Mein Opa – war der Vogel Greif…)
GERADE scheint die Zeit mir reif:
ICH war DABEI! Bei Jesus! LIVE!

Ob Ochs und Esel, Herbergswirt,
Kamel und König, jeder Hirt:
Sie ALLE…

von Michael Dahm

Februar

In des Nebels kaltem Linnen,
liegt das wartende Land,
Zeit ist zum Lieben und Sinnen,
hinter grauer wabernder Wand.

Schwach tönen Laute von fern,
sind nicht aus meiner Welt,
Februar, Dich…

von Heinz H.-K.

Erster Schnee

Es glitzert heimelich im Frost,
gewiss Flur, Wald und Feld

im Mondlicht silbrig heut‘
frierend schöne Winterpracht

wenn einsam dort
in Dämmerungsdunkel

leise und unbemerkt
der…

von * noé *

Und wieder wirkt die weiße Pracht,
wie schon seit Kindertagen -
sie hat den Zauber mitgebracht
und konnte ihn kaum tragen.

Was trostlos-kahl und schwarz-bizarr
uns jede Stimmung raubte,
ist plötzlich strahlend…

von Axel C. Englert

Ein NUDEL – Holz war rundum leid:
Ständig Stress – zur Weihnachtszeit…
„Ich mache Urlaub! Nehme frei!
Schluss mit Hektik, Narretei!

EINMAL keinen Teig mehr rollen!
Weg mit Plätzchen! Fort mit Stollen!“

von * noé *

So barock erscheint es mir,
das Datum, das das Jahr beschließt,
31.12., voll, rot-gold und wie Brokat.

Wie viel Energie das Folgedatum hat,
wie es spritzig hoch aufschießt:
der 1.1. lugt neckisch um die Tür.

von Axel C. Englert

Ein Außen – Spiegel sagte: NEIN!
Außenseiter? Muss nicht sein…
Ich will rein! Denn schon sehr bald –
Naht nun Winter! Mir wird kalt…

Beheizbar? Bin ich nie gewesen!
(Von so was hatt’ er mal gelesen…)
Ein…

von Mara Krovecs

Ich hol Holz - du liebstes Wesen
denn draußen heult der Wind
und später werden wir - ach und
eh ich’s vergesse - setz doch grad mal
das Teewasser auf - mmhhh
Blaubeerentee hab neue
Mammutfellpantoffeln gekauft…

von Hans-Jürgen Finke

Sonne zieht den kleinsten Bogen.
Eiszeit allenthalben.
Weit weg sind die Schwalben.
Wär ich doch lieber,
Statt Tropfen zu nehmen und Salben,
Mit nach Süden geflogen!

© HF 12/10

von René Oberholzer

An Silvester
Sassen wir im Hotelzimmer
Schulter an Schulter
Vor einer weissen Wand

Das ist das neue Jahr
Sagte sie
Das ist das neue Jahr
Fragte ich

Am Neujahrsmorgen
Sassen wir wieder…

von Axel C. Englert

Als Dichter kann erst man dann leben –
Wenn man zuvor VERStorben eben!
Meine Putz – „Fee“ – Bertha Krause –
(In Punkto „Staub“ macht gern sie Pause…) –

Die Krause (mein Leser ahnt es schon)
Sah im TV Dokumentation:…

von Monika Castrovillari Seyer

Eisig kalter Hauch

erstarrtes Herz im Winter

nur die Liebe wärmt

von Sieghild Krieter

An Wintertagen
keinen Reim mehr auf Sommer -
im Anblick nur Schnee
©&ie

von Axel C. Englert

Ein fleckiges Geschenk – Papier –
Blau – roch stark nach Bier…
Skandalös! Und das zum Fest!
(Meinte von der Welt der Rest…)

Wie JEDER weiß: zur Weihnachtszeit –
Wird NICHT getrunken, weit und breit…
ALKOHOL?…

von * noé *

Die Tage werden länger
und bringen wieder Licht,
und herrscht auch Eiseskälte,
Gefühl erfriert doch nicht.

So klirrend klar der Frost,
so überzuckert die Natur,
die Seele findet Trost,
sei's in Erinn'…

von Volker C. Jacoby

frei noo'm Storme ehr'm Theo
(in rheinfränkisch-saarländischer Mundart, wie sie im Saarpfalzkreis gesprochen wird)

Von draus, vom Wald, do komm isch her,
isch muss eich saan, do weihnachds schon sehr,
iwwerall hoch of de…

von René Oberholzer

Einmal war es Franz
Einmal Karl
Ein anderes Mal Gustav
Wieder ein anderes Mal David
Ein weiteres Mal Pirmin
Aber am liebsten schlief sie mit Fred
So hiess einmal ein Luftbefeuchter

© René Oberholzer

von Jenno Casali

1.
weiß erstreckt sich knirschend über flur und land /
so behäbig so breit / blinzelt nur ab und zu /
von sich selbst geblendet

2.
weiß auch der kleinste strauch /
flocke setzt sich auf flocke / ertastet die…

von Michael Dahm

Winterfährte

Nach letztem fahlen Sonnenblinzeln ,
erhebt der Mond das Haupt,
die Sternlein flimmern klamm herab
und streuen ihren Staub.

Im karst´gen Schnee noch Spuren stehen.
der eil ´ge Schritt zu ahnen.…

von Jürgen Wagner

I open the door and see a white blanket
A bright shining light in every ankle
Snow densely 's falling, the sky is unfold
Nobody's there, who's yet feeling cold

I trudge through the snow and feel a soft wind
The…

Rezitation:
Sprecher, Musik und Aufnahme: Jürgen Wagner
von * noé *

Wann fängt es an, das Jahr - im Januar?
Und das nur, weil vorher Silvester war?

Wenn Frühling den Kampf mit dem Frost gewinnt,
die pastellene Skala das Sehen bestimmt,

und alles ein Werden ist aus dem Vergehen,

von Peter H. Carlan

Der Schnee aus Russland
war weiß.

Er fiel aus allen Wolken,
drang durch alle Ritzen
ein in mein
zugiges Haus.

Der Tisch war weiß,
das Bett,
die Bücher.

An jenem trüben Abend
trat ich…

von Volker C. Jacoby

.
Das Jahr ist fast wieder gelungen,
recht bald wird es vollendet sein.
Den goldnen Herbst hat man besungen,
so bunt an Farben, reich an Wein.

Jetzt ist der Zeitraum zwischen drinnen:
Dezember ist es,…

von * noé *

Allen, die geschrieben haben
mir zu dieser Heil'gen Nacht,
allen die in diesen Tagen
liebevoll an mich gedacht,

wünsche ich aus tiefstem Herzen
ein Weihnachtsfest, so wunderbar,
mit dem Glanz von vielen…

von * noé *

Der Ruf einer Meise
zerhackt eisklare Luft
in ungleiche Splitter.
Die Katze hebt müde ein Augenlid,
nur der Form halber
sichert sie ihr Revier
und rückt näher zur Heizung.

Eine Amsel huscht
wie ihr…

von Jürgen Wagner

Die Scholle im Glanz
Hab' so viel mitgenommen
beim kleinen Waldgang

von * noé *

Ich sitz, in Decken eingehüllt -
vor mir erscheint ein Winterbild,
von Frost gezeichnet, eisbezapft,
wie man durch Schneeverwehung stapft ...

Ganz fern das warme Sommerbild,
von Eiseskälte ganz verkühlt.
Mein…

von Axel C. Englert

Ein knitteriges Weihnachts – Päckchen –
Gold, bedruckt mit roten Säckchen –
Schob seit sieben Wochen Frust!
Auf Weihnachten? Gar keine Lust!

Das Päckchen (es hieß „Henk“)
Bekam ja selbst NIE ein Geschenk!

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Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.