Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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Beitrag 141 - 175 von insgesamt 277 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Das erste Schneegeriesel
weckt krause Träume:
Schlittenland, sagt er.

Zwei bis drei Stunden noch, sagt er,
und alles ist weiß, gleich und rein.
Sternenlose Nächte reifen heller,
fallen in Zwielicht-Gestalt…

von Corinna Herntier

Ein leises Stapfen! Hört ihr’s Kinder?
Wer schleicht denn da um unser Haus?
Sagt, ist das schon der Nikolaus?
Kommt her, wir schauen zum Fenster raus!
Nanu! Der trägt ja ‘nen Zylinder!

Nein, nein, das kann er gar…

von Annelie Kelch

Die Weide wäscht ihr langes dünnes Haar im Fluss.
Sie friert dabei so arg, dass der kleine Wind kommen muss.
Unter seinen eisigen Schwingen schaudert die Weide noch mehr.
Ach, Haare zu trocknen im Winter, Jungfer Weide, ist…

von Jürgen Wagner

Ohne Federn kommt's geflogen,
setzt sich auf den kahlen Ast
Ohne Füße, ungelogen,
kommt die Frau, die nach ihm fasst
ohne Hände, feuerlos brät,
mundlos gleichwohl nichts verschmäht,
frisst ihn langsam,…

von Susanna Ka

Die Bäume
greifen
mit ihren schwarzen Fingern
nach dem Mittagsblau.

Sehnsüchtig recken
sie sich empor,
doch sie sind fest
verwurzelt
in der Erde.

Da wird das Blau zum Grau,
senkt sich…

von Annelie Kelch

Schnee
entflammt seine
kalte Mähne: verzaubert
Land, Chaos, die satten
Seelen.

von Walter W Hölbling

der zauber
des vollmondlichts
in einer frostigen dezembernacht
ist fast unwiderstehlich

er lockt dich
sein fahler glanz
wirft tiefe schatten
voll ungeahnter möglichkeiten
sie wachsen
wollen…

von Annelie Kelch

Sechs in der Früh: Ich wecke meinen Tag,
lasse ihn durchs Fenster schauen.
Unzählig viele Tage gibt es auf der Welt.

Deiner beginnt schon um Vier,
heut' liegt eine neue Woche vor dir -
wie eine Straße, die man…

von Volker C. Jacoby

Klirrend kam der Frost ins Land,
hielt auf Trab die Wettermelder,
starrte fest, was vor er fand,
fuhr auf Null Natur und Felder.

Bald ist Lichtmeß, Halbzeit winkt,
noch knurrt er, der Eisgevatter,
und mit…

von Annelie Kelch

Dein erster Schnee fiel über Nacht Ende Dezember,
bedeckte Straßen und Felder, Tage und Stunden,
die alten, die neuen Seelenwunden.
Ein Winzling warst du an meiner Hand,
kaum ein Jahr – alt genug, das Flockenland zu…

von Annelie Kelch

Januar -
eine Entenschar trippelt
über das brüchige Eis ...

von Corinna Herntier

Umgeschult

Weihnachtswichtel – das sind Luschen …!
Latschen lahm in ihren Puschen,
meistens noch auf etwas kauend
und müde aus den Augen schauend.

Große Hilfe?! War einmal!
Geschenke basteln? Welche Qual!…

von Jürgen Wagner

Die Seuche war ins Haus gekommen
sie hatte Kind und Kuh genommen
auch noch die Katze weggerafft
Den Bauer hatte das geschafft

Nun saß er arm und still am Feuer
Die Zwölften kamen ungeheuer
der Wind, der fegte…

von Pawel Markiewicz

blattlose Eichen
ich sehe mir ein Blatt an
in dem Haikuheft

laublose Eichen
in seiner Wintertraumzeit
Blatt schmückt Haikuheft
ich denke an holde Zeit
bar winterlicher Leere

Theorie der Literatur…

von Michael Dahm

Die Sterne stehen in trauter Ruhe
wie artige Kinder an Mondes Fuße
und Nacht lässt aus dunkler Truhe
weihräuchrigen Nebel zur kalten Buße.

Es beugt der Wind die traurigen Wipfel
des Waldes in andächtigem Rausch…

von Heinz Helm-Karrock

Raureif wächst vom Ast
Zum Baum

Des Weges Grenze
Siehst du kaum

Der See erstarrt
Das Hüttendach ist weiß

Die Kinder ganz
Vernarrt in Schnee und Eis

Von Dächern, Zinnen
Wächst herunter…

von Ingrid Herta Drewing

Im Radio wird die Winterzeit besungen;
romantisch, leise schwebt herab der Schnee.
Es singt ein Jungenchor aus vollen Lungen
andächtig, wie so still ruh‘ starr der See.

Du schaust hinaus und siehst, nur Regen nieselt.…

von Robert K. Staege

Der Winter kommt, er naht mit kalten Lüften,
der Ostwind pfeift schon wild durch die Allee.
Der Nächte Frost in Feld und Wald und Klüften
sagt es uns an: bald kommt der erste Schnee.

Der deckt dann zu das rote, gelbe,…

von Corinna Herntier

Es kreischt und brüllt, es heult und pfeift -
ein Schneesturm bricht sich eisig Bahn!
Wie grimmig hart er um sich greift
in Winters Nacht, in wildem Wahn!

Verängstigt wimmern dicht gedrängt
drei Kinder, einsam, an…

von Christine Jakob

Es
schneit

Wenn

der schnee
sacht
auf den boden
fällt

dann ruht um uns

eine
stille welt
und für eine weile
tanzen leise ganz weich
feine zarte flöckchen
die…

von Ralf Risse

Du gehst, gibst frei
was nie dein Eigen . . .
im Wankelmut der Tage.

Erst wild Geschnei,
Millionenreigen . . .
so neigt sich nun die Waage.

von Corinna Herntier

Die Hirten waren auf dem Feld
des Nachts bei ihren Schafen.
Nur einer wachte diese Stund‘,
die anderen durften schlafen.

Doch plötzlich wurd‘ es tageshell!
Ein Engel kam hernieder.
Die Hirten wurden alle wach…

von D.R. Giller

Zeilen gießen, Fluten perlen
Mühsam brühte sich enorme Glut
Aufblitzen rasen, fegen sich die Wege
Eingekochtes,Ein Gedicht, stieß Flammen Docht in den Tiefen, Tiefen Riefen
Stirn,Gesicht spricht erleichtert
Von den…

von Alfred Plischka

Zunehmend wird es draußen kälter.
Der Rauhreif zieht schon seine Spur.
Das Jahr wird wieder etwas älter.
Die Zeit vergeht, wo bleibt sie nur?

Manch kalte Nacht stellt sich nun ein,
lässt Mensch und Tier oft…

von Volker C. Jacoby

„Zu Eis wird Wasser“, heult die EULE,
„sinkt unter Null die Thermo-Säule.“

„Es frieren dann“, ruft UHUHU,
„Teich, See und Weiher zuhuhu.“

„Wird’s wärmer wieder“, so der KAUZ,
„taut’s.“

vcj

von Annelie Kelch

Der Winter stürzte nächtens auf dem Eis,
dem schnöden
und brach sich dabei seinen Steiß
den blöden.

Frau Luna lachte: Armes Schwein!
Da stellte er – citissime – das Wintern ein
und legte sich im…

von Ingrid Herta Drewing

Nun hat der Winter kalt das Tal verschlungen,
so dicht verhüllt mit seinem Nebelgrau.
Gedämpft wirkt alles, was sonst hell erklungen,
zu Raureif ist erstarrt der Wiese Tau.

Verschwommen, trüb die Lichter,goldne Sterne,…

von Annelie Kelch

Winter – die Traurigkeit kahler Bäume -
von Bord des Himmelsfrachters
taumeln Schneeflockenträume
an Land, weben ein weißes Brautgewand.
Ich vermisse seine schmale Hand
in meiner, die Spuren seiner Skier: passé -…

von Mara Krovecs

Ich habe russische Träume
darin sitzen wir in einer Troika
in Pelz, in Muff und schweren Mützen
wir fahr`n durch schneeverwehte Räume
von Decken tropft das Eis in Pfützen
auf deiner Zunge glitzert Euka

hüja…

von Annelie Kelch

Beim Frühstück am 21. Dezember 2017

W o sind meine Schlittschuhe, Mama?
I ch will auf den See
N och nicht, Lillifee
T rägt noch längst nicht, das bisschen Eis – Mama, wann ist es endlich soweit?
E is braucht halt…

von Annelie Kelch

Schnee ist gefallen:
auf den Dächern der Stadt
schlug er sein Lager auf.

Der Vormittag liegt in den letzten
Zügen und allerorten geht die
Rede von Verspätung.

Winter - wohl schon während der Nacht
fiel…

von Anett Yvonne Heinisch

Der Winter hat die Wälder erreicht
und sie über Nacht in den Arm genommen
sie in seinen schneeweißen Mantel gehüllt
die Bäume haben weiße Zipfel bekommen

Der Bäche Plätschern verstummt ganz sacht
er hat sie mit…

von Ingrid Herta Drewing

Kalt über Felder, weiße Weite
kriecht Winterluft; der Nebel flicht
dem Schnee bedeckten Baumgeleite
milchgraue Schleier ins Gesicht.

Tief reicht des Frostes spröde Stille.
Nur hin und wieder in den Zweigen

von Annelie Kelch

Eisig dämmert der Morgen.
Unter deinen Füßen wimmert
die gestrandete Weißglut des
Himmels ‑ fleckfrostig und fahl,
wie die Plastikrose aus
seiner lieblosen Hand.

Sei getrost: Du kommst
trotz allem voran…

von Mara Krovecs

Über Schneewiesen
fliegen wieder Wolkensänger
in ihren licht schwingenden
Federmänteln
setzen sich
von Zeit zu Zeit
zu dem Reif auf
Grashalmen und Blütendolden
und schnattern ein wenig

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.