Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Volker C. Jacoby

Klirrend kam der Frost ins Land,
hielt auf Trab die Wettermelder,
starrte fest, was vor er fand,
fuhr auf Null Natur und Felder.

Bald ist Lichtmeß, Halbzeit winkt,
noch knurrt er, der Eisgevatter,
und mit…

von Annelie Kelch

Januar -
eine Entenschar trippelt
über das brüchige Eis ...

von Annelie Kelch

Schnee
entflammt seine
kalte Mähne: verzaubert
Land, Chaos, die satten
Seelen.

von Hans-Jürgen Finke

Wenn schwere Nebel auf den Feldern liegen,
Das goldne Laub wird totes Blättermeer,
Wenn Saft und Kraft im Buchenstamm versiegen,
Wenn unter meinem Schritt die Erde schwer
Und zäh die Sohlen halten will,
Dann…

von Susanna Ka

Die Bäume
greifen
mit ihren schwarzen Fingern
nach dem Mittagsblau.

Sehnsüchtig recken
sie sich empor,
doch sie sind fest
verwurzelt
in der Erde.

Da wird das Blau zum Grau,
senkt sich…

von Jürgen Wagner

Die Seuche war ins Haus gekommen
sie hatte Kind und Kuh genommen
auch noch die Katze weggerafft
Den Bauer hatte das geschafft

Nun saß er arm und still am Feuer
Die Zwölften kamen ungeheuer
der Wind, der fegte…

von Annelie Kelch

Dein erster Schnee fiel über Nacht Ende Dezember,
bedeckte Straßen und Felder, Tage und Stunden,
die alten, die neuen Seelenwunden.
Ein Winzling warst du an meiner Hand,
kaum ein Jahr – alt genug, das Flockenland zu…

von Michael Dahm

Die Sterne stehen in trauter Ruhe
wie artige Kinder an Mondes Fuße
und Nacht lässt aus dunkler Truhe
weihräuchrigen Nebel zur kalten Buße.

Es beugt der Wind die traurigen Wipfel
des Waldes in andächtigem Rausch…

von Heinz Helm-Karrock

Raureif wächst vom Ast
Zum Baum

Des Weges Grenze
Siehst du kaum

Der See erstarrt
Das Hüttendach ist weiß

Die Kinder ganz
Vernarrt in Schnee und Eis

Von Dächern, Zinnen
Wächst herunter…

von Corinna Herntier

Ein leises Stapfen! Hört ihr’s Kinder?
Wer schleicht denn da um unser Haus?
Sagt, ist das schon der Nikolaus?
Kommt her, wir schauen zum Fenster raus!
Nanu! Der trägt ja ‘nen Zylinder!

Nein, nein, das kann er gar…

von Oliver Schrot

Mia sitzn beim Ofn

weu, da Winta schneibt koid

gspier nua dei Haund

wia fest si mi hoit

rundherum dunkö

dazwischen de Stern

leise atmest im Schlof

i hob di so gern.

von Annelie Kelch

Die alten Linden sind inzwischen alle kahl
und spiegeln sich naturgetreu im Hafenbecken,
als wollten sie zu neuem Leben sich erwecken
und aus der 'Haithabu' dringt schwach ein Lichterstrahl.

Kutter 'Johanne' trägt in…

von Alfred Plischka

Zunehmend wird es draußen kälter.
Der Rauhreif zieht schon seine Spur.
Das Jahr wird wieder etwas älter.
Die Zeit vergeht, wo bleibt sie nur?

Manch kalte Nacht stellt sich nun ein,
lässt Mensch und Tier oft…

von Ingrid Herta Drewing

Nun hat der Winter kalt das Tal verschlungen,
so dicht verhüllt mit seinem Nebelgrau.
Gedämpft wirkt alles, was sonst hell erklungen,
zu Raureif ist erstarrt der Wiese Tau.

Verschwommen, trüb die Lichter,goldne Sterne,…

von Monika Laakes

Du weiße Göttin
im Winter trägst du Schleier
küsst zaghaft den Wald

von Alf Glocker

Wege, grau und abgeliebt vom Küssen,
verdammt in alle Ewigkeiten –
ich wälze mich in meinen Kissen
und schwefelgelbe Träume gleiten
durch meine Seelenfantasie –
ich bin erschüttert wie noch nie!

Nur nicht…

von Annelie Kelch

Winter – die Traurigkeit kahler Bäume -
von Bord des Himmelsfrachters
taumeln Schneeflockenträume
an Land, weben ein weißes Brautgewand.
Ich vermisse seine schmale Hand
in meiner, die Spuren seiner Skier: passé -…

von Corinna Herntier

Es kreischt und brüllt, es heult und pfeift -
ein Schneesturm bricht sich eisig Bahn!
Wie grimmig hart er um sich greift
in Winters Nacht, in wildem Wahn!

Verängstigt wimmern dicht gedrängt
drei Kinder, einsam, an…

von D.R. Giller

Zeilen gießen, Fluten perlen
Mühsam brühte sich enorme Glut
Aufblitzen rasen, fegen sich die Wege
Eingekochtes,Ein Gedicht, stieß Flammen Docht in den Tiefen, Tiefen Riefen
Stirn,Gesicht spricht erleichtert
Von den…

von Ralf Risse

Du gehst, gibst frei
was nie dein Eigen . . .
im Wankelmut der Tage.

Erst wild Geschnei,
Millionenreigen . . .
so neigt sich nun die Waage.

von Annelie Kelch

Der Winter stürzte nächtens auf dem Eis,
dem schnöden
und brach sich dabei seinen Steiß
den blöden.

Frau Luna lachte: Armes Schwein!
Da stellte er – citissime – das Wintern ein
und legte sich im…

von Annelie Kelch

Beim Frühstück am 21. Dezember 2017

W o sind meine Schlittschuhe, Mama?
I ch will auf den See
N och nicht, Lillifee
T rägt noch längst nicht, das bisschen Eis – Mama, wann ist es endlich soweit?
E is braucht halt…

von Corinna Herntier

Rentier Heinz

Ein Rentier hat der Weihnachtsmann schon lang besonders gern:
Das Rentier Heinz. Es liebt Musik und sieht mit ihm oft fern.
Es holt dem Weihnachtsmann die Puschen
und geht mit ihm gemeinsam duschen!

von Volker C. Jacoby

„Zu Eis wird Wasser“, heult die EULE,
„sinkt unter Null die Thermo-Säule.“

„Es frieren dann“, ruft UHUHU,
„Teich, See und Weiher zuhuhu.“

„Wird’s wärmer wieder“, so der KAUZ,
„taut’s.“

vcj

von Annelie Kelch

Schnee ist gefallen:
auf den Dächern der Stadt
schlug er sein Lager auf.

Der Vormittag liegt in den letzten
Zügen und allerorten geht die
Rede von Verspätung.

Winter - wohl schon während der Nacht
fiel…

von Ingrid Herta Drewing

Kalt über Felder, weiße Weite
kriecht Winterluft; der Nebel flicht
dem Schnee bedeckten Baumgeleite
milchgraue Schleier ins Gesicht.

Tief reicht des Frostes spröde Stille.
Nur hin und wieder in den Zweigen

von Corinna Herntier

Die Hirten waren auf dem Feld
des Nachts bei ihren Schafen.
Nur einer wachte diese Stund‘,
die anderen durften schlafen.

Doch plötzlich wurd‘ es tageshell!
Ein Engel kam hernieder.
Die Hirten wurden alle wach…

von Annelie Kelch

Eisig dämmert der Morgen.
Unter deinen Füßen wimmert
die gestrandete Weißglut des
Himmels ‑ fleckfrostig und fahl,
wie die Plastikrose aus
seiner lieblosen Hand.

Sei getrost: Du kommst
trotz allem voran…

von Mara Krovecs

Ich habe russische Träume
darin sitzen wir in einer Troika
in Pelz, in Muff und schweren Mützen
wir fahr`n durch schneeverwehte Räume
von Decken tropft das Eis in Pfützen
auf deiner Zunge glitzert Euka

hüja…

von Christine Jakob

Es
schneit

Wenn

der schnee
sacht
auf den boden
fällt

dann ruht um uns

eine
stille welt
und für eine weile
tanzen leise ganz weich
feine zarte flöckchen
die…

von Michael Dahm

Der Himmel schweigt im dichten Kleid,
Totenstarre - Winterzeit,
weiß die Wiesen und das Feld,
gedrungen scheint die weite Welt.

Herbst ist fort und Frühling fern,
ach, so lauscht' ich niemals gern,
dem dünnen…

von Anett Yvonne Heinisch

Der Winter hat die Wälder erreicht
und sie über Nacht in den Arm genommen
sie in seinen schneeweißen Mantel gehüllt
die Bäume haben weiße Zipfel bekommen

Der Bäche Plätschern verstummt ganz sacht
er hat sie mit…

von Annelie Kelch

Wiesen, verschneit, bis
hinab zum Fluss: Winter will
das Wasser zähmen.

von Robert K. Staege

Der Winter kommt, er naht mit kalten Lüften,
der Ostwind pfeift schon wild durch die Allee.
Der Nächte Frost in Feld und Wald und Klüften
sagt es uns an: bald kommt der erste Schnee.

Der deckt dann zu das rote, gelbe,…

von Mara Krovecs

Über Schneewiesen
fliegen wieder Wolkensänger
in ihren licht schwingenden
Federmänteln
setzen sich
von Zeit zu Zeit
zu dem Reif auf
Grashalmen und Blütendolden
und schnattern ein wenig

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Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.