Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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Beitrag 71 - 105 von insgesamt 245 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

O Schnee
sanfter Wintergesell'
fülle leis' den Raum
meiner
Trauerseele
bevor ich
schlaflos
Vergangenes
und den
Sommer
vermiss.

von Ingrid Herta Drewing

Gedämpft sind meine Schritte,
sanft rieselnd fällt der Schnee.
Wie eine stumme Bitte
liegt eiserstarrt der See.

Durch einen Vorhang schreite
ich einsam in der Stille,
empfinde diese Weite
beglückt als…

von Eva Klingler

Im Schneegestöber tobt Übermut
rollt sich ein Kopf
trägt vom Opa den Hut
greift nach Reisigbesen
gestern erst ist's gewesen
Eiszapfen als Nase
Karotte bleibt Joggl
dem Hase
Großmutter schaut

von Michael Dahm

Die Hagebutte ist des Feldrands Zier
in einer knöchern Winterwelt,
sie stillt des Auges Farbengier,
wenn kein Licht das Land erhellt.

Es zeigt kein grünes Blatt im März,
dass ein Baum zu leben scheint,
und ich…

von Heike Hoffmann

Wenn die weißen Flocken tanzen,
möcht‘ ich Kind noch einmal sein,
einfach raus in das Vergnügen,
schwungvoll in den Schnee hinein.

Magisch in das Pulver greifen,
lustvoll werfen in die Luft,
voller Spaß im…

von Annelie Kelch

Mit Schnee fällt Unschuld vom Himmel:
Die Englein schütteln die Flügel aus.
Schnee, ach so weiß wie ein Schimmel -
wer ihn liebt, verlässt jetzt sein Haus.

Der Tag streut leichte Flocken
begräbt den Berg, das Tal,…

von Angelika Schüring

Bäume werfen ab die Blätter, Gebüsch und Sträucher werden licht,
Tiere tragen warme Pelze, Gefieder sind besonders dicht.

Eiskristalle schweben nieder, funkeln auf wie Sternenstaub,
verstummt sind auch der Vögel Lieder, der…

von Sabrina Jung

Winter, wer hätte das gedacht?
Nun ist er da in seiner Pracht!
Bin nun vor Kälte aufgewacht.

von * noé *

Leise hört man Vogelwispern
aus verschneiten Zweigen,
ganz verhalten, eher schüchtern,
sie wollen sich nicht zeigen.

Ein Glitzerhauch ziert Wintermorgen
in seinem schönsten Kleid.
Unter der Schneeschicht…

von Jürgen Wagner

Von Nebeln umhangen, von Schneelast bedrückt
Vom Winde gebeugt und der Kälte berückt
So sieht man die Tannen im Harze steh‘n
Am liebsten würden sie heut' wohl geh’n
 
Doch sind sie an diesen Ort gestellt,
ganz…

von Peter Boensch

Unterm Eis die Wasser rufen
Nebelschleier ziehen sanft
auf dem Feld die Spur von Hufen
leise in den Schnee gestampft

Blauer Frost liegt überm Land
herabgewälzt vom Berg
Hoffnung versteckt im Eisgewand

von Marina Berin

Die Sonne macht sich wieder rar,

Schneeblond sind die Kleinstadtdächer.

Der Radiosender berichtet: Die Januar-

Luft ist zu kalt für die Atemwege.

Und auch meinen Hautzellen schmeckt 

Der Winter nicht.

von * noé *

(mit Emphase nach der Melodie „Walking in a Winter Wonderland“)

Wenn bei Kälte Flocken fallen,
kündet damit Winter allen:
„Dies ist meine Jahreszeit,
ich erhell die Dunkelheit,
haltet euch fürs Weihnachtslichterfest…

von Werner Krotz

Heute ist Wintersonnenwende
Dringend erwarteter Tag
Der die Wiederkehr des Lichts einleitet
Unabhängig von jeder Interpretation
Das in Baumstämmen gefrorene Licht
Beginnt an die Oberfläche zu treten
Schon…

von Michael Dahm

Winter wohnt mir im Gemüt,
tristend krümmt der Horizont,
keine Blume … und kein Strauch der blüht,
ach, hätt' doch zaubern ich gekonnt.

Dann wünschte ich ein Wunderland,
wo die Sonne stille steht
und…

von * noé *

Ganz langsam schneit es wieder zu,
nur Reste waren noch geblieben.
Die Straße liegt in Winterruh,
Vögel haben ins Weiß geschrieben,
wie Kalligraphen, federzart:
Die Futtersuche wird jetzt hart …

Tabakbraun…

von Jan Jendrejewski

Die Blätter gefallen, kahle Bäume
kalter Windstoß, Hagel vom Himmel.
Eine dünne Schneeschicht, weißes Land
Straßen und Autos gefroren, funkelnde Sterne.
Morgen und Abend vergessen, die Nacht gefressen
Kälte und…

von Perdita Klimeck

der tag fällt leise
in den schnee
und kahle äste
träumen liebe

trauerschön
und doch
so wunderleicht
steigt ein vogel auf

und nimmt sie mit
die sehnsucht -
rotwund in
klares weiß…

von Jürgen Wagner

Heut‘ schüttelt sie die Betten aus
Frau Holle dort im Himmelshaus
Die alte Mutter mag man ehren
Sie wird uns immer was bescheren

Die Welt ist heute weiß und kalt
Und zauberhaft sind Flur und Wald
Wenn wir…

von J.W. Waldeck

der Kristallwald
existiert!

wo keine Menschen sterben
wo kein Atemzug Leid verheißt
wo kein Gott Prüfungen erteilt
und Reinheit nur
sich offenbart
als einzige Natur

die gläsernen Stämme

von Michael Dahm

Die Amseln schauen wie Geister stumm
aus der Hecke kahlem Bart
und der Horizont der trist und stumm
scheint in Ewigkeit erstarrt.

Eis ´ge Tränen treibt der Wind
aus den Bäumen und auch mir
die zusammen…

von Annelie Kelch

Eingeigelt
unterm Komposthaufen -
Winterschnarch

von Sigrid Hartmann

B linkende Lichter: Streufahrzeuge
L egen einen Teppich aus Salz
I nseln, knisternd
T aut das Eis
Z eit zieht sich endlos
E isige Straßen
I rritieren
S chaffen Chaos

von Annelie Kelch

Die Zeit steht still, das weite Land liegt brach,
ein fremder Gott stoppt momentan die Uhren.
Ein altes Ehepaar traut sich nicht aus dem Schlafgemach:
Eisige Kälte herrscht in Zimmern und auf Fluren.

Die Vögel wollen…

von * noé *

Ganz flach scheint dieses Morgenlicht,
als müsst sich's überwinden,
als könnt es vor Verwirrung nicht
den richt'gen Zugang finden.

Wärme hat es nicht mitgebracht,
die hat es wohl vergessen,
auf seiner Reise…

von Annelie Kelch

Im Winterfrost vergeht den Flüssen die Lust am Fließen.
Das Wasser kräuselt sich nicht mehr und friert zu Eis.
An den Ufern sieht man statt Gräsern Hundekot sprießen,
der in Tütchen geschaufelt gehört, wie ein jeder wohl weiß.…

von Annelie Kelch

W ill endlich die Zweige der Bäume sich biegen sehen unterm Firn
I hr seid stark genug und bereit für das weiße Winterkleid
N ur Reineke Fuchs ist dann noch unterwegs
T ritt doch in seine Fährte: ein einziges Slalomrätsel ...…

von J.W. Waldeck

Orkanböen geborstener Berge
vergessen Geisterseelen
am Alpenrand ohne Verstand
die hauchdünne Adern schneiden
scharfer Meeresscherbe

das blasse Blitz-Eis
schneeweht Flockensärge
zu einsamen Sturmwitwen…

von Annelie Kelch

Eisig dämmert der Morgen.
Unter deinen Füßen wimmert
die gestrandete Weißglut des
Himmels ‑ fleckfrostig und fahl,
wie die Plastikrose aus
seiner lieblosen Hand.

Sei getrost: Du kommst
trotz allem voran…

von Michael Dahm

Die Sterne stehen in trauter Ruhe
wie artige Kinder an Mondes Fuße
und Nacht lässt aus dunkler Truhe
weihräuchrigen Nebel zur kalten Buße.

Es beugt der Wind die traurigen Wipfel
des Waldes in andächtigem Rausch…

von Heinz H.-K.

Raureif wächst vom Ast
Zum Baum

Des Weges Grenze
Siehst du kaum

Der See erstarrt
Das Hüttendach ist weiß

Die Kinder ganz
Vernarrt in Schnee und Eis

Von Dächern, Zinnen
Wächst herunter…

von Corinna Herntier

Umgeschult

Weihnachtswichtel – das sind Luschen …!
Latschen lahm in ihren Puschen,
meistens noch auf etwas kauend
und müde aus den Augen schauend.

Große Hilfe?! War einmal!
Geschenke basteln? Welche Qual!…

von Annelie Kelch

Das erste Schneegeriesel
weckt krause Träume:
Schlittenland, sagt er.

Zwei bis drei Stunden noch, sagt er,
und alles ist weiß, gleich und rein.
Sternenlose Nächte reifen heller,
fallen in Zwielicht-Gestalt…

von Oliver Schrot

Mia sitzn beim Ofn

weu, da Winta schneibt koid

gspier nua dei Haund

wia fest si mi hoit

rundherum dunkö

dazwischen de Stern

leise atmest im Schlof

i hob di so gern.

von Ben Bayer

Oder: Wenn neuer Schnee sich niederlegt

Wenn weißer Flaum vom Himmel fällt,
der ob, und ob es nicht gefällt,
als neuer Schnee sich niederlegt,
dann jede Spur mit sich begräbt.
So wird mit wirksamem Rezept
ein…

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Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.