Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von Soléa P.

Winterwunderland
Es funkelt glitzert und strahlt
In meiner Schneekugel

von * noé *

So versöhnlich kann sie enden,
und so hoffnungsvoll beginnen,
die als Jahr bemessene Zeit.
Rund geschliffenes, buntes Glas
liegt an menschverlassnen Stränden,
winterkalter Wind weht blass,
während Fluten…

von Jannis Langer

Des Winters Ankunft,
die Luft so frisch und frostig.
Ich warte auf dich.

von Angelika Wessbecher

Sonnenuntergang,
rot, violett,
türkis gestreift. Der
ganze Aufwand. Nur für
mich.

von J.W. Waldeck

über dem Meer
die Wolkenbank
Küsten Wälder Wellenklang
über dem Meer
die Sehnsucht weiß
über dem Meer
das sich zerreißt

über der Sonne
kaltes Winterleuchten
über den Strahlen
glitzernde…

von Michael Dahm

Raben tragen den Schrei in die Wolken
eine Feder fällt wankend zum Fluss
im Mondlicht sie unwirklich kolken
die Maus rollt versteckt eine Nuss.

Von Osten weh'n eisige Winde
und hauchen dem Teich eine Haut…

von Michael Dahm

Nebelschwaden die getrieben
vor dem Wald vorüber stieben
tragen kalt noch Winters Hauch
ziehn vorbei an Baum und Strauch.

Und die Lerche ist verborgen
singt ihr Lied von übermorgen
wo sie steigt ins helle…

von Robert K. Staege

Ich sitze still am Fenster,
nirgends ist Sternenglanz.
Nur wirbelnde Gespenster
taumeln im Flockentanz.

Der Frost durchdringt die Fluren,
der Schnee deckt alles zu,
verwischt die letzten Spuren
und…

von Annelie Kelch

S chau, Mama, draußen liegt Schnee - die Welt ist weiß
C lara, komm an den Tisch, dein Kakao ist nicht mehr heiß
H at der Weihnachtsmann schon die Geschenke eingepackt?
N och nicht, er hat erst einmal Holz gehackt für seinen…

von Annelie Kelch

Der Fluss hält sich bedeckt und seinen Atem an.
Vom Himmel stiebt der erste leise Schnee.
Der Wind vertreibt das letzte Blatt vom
Baum; das tut ihm weh. Der Herbst ist
auf der Flucht vorm Weihnachtsmann.

Die…

von Ekkehard Walter

Heut bin ich erwacht und glaubte es kaum,
ich sah eine Winterlandschaft wie im Traum.
Über Nacht musste der Schnee gefallen sein,
nun hüllte uns die weiße Pracht wunderbar ein.
Abends kam noch der leuchtende Weihnachtsbaum…

von Annelie Kelch

Der Morgen drängelt durch den Vorhang:
Er ist so jung wie dieses neue Jahr.
Vom nahen grünen Teich dringt an mein Ohr
die lieb geword'ne Entenschnatterei
und nebenan, im Arbeitszimmer, klingelt schon
mein schwarz-…

von Angelika Zädow

Kristallluft
eist
die Natur
kunstvoll

Eissonne
glitzert
den Frost
frühlingsreif

Winterblüten
tupfen
die Landschaft
lebensfroh

Erwartungsvoll
ich
schauend…

von Annelie Kelch

Die Luft riecht nach Schnee;
mein Liebster hat soeben die Kufen
unserer Schlitten poliert.

Nun hocken wir am Fenster und warten,
dass draußen irgendetwas passiert …
Da, eine Schneeflocke fällt in den Garten!

von Ekkehard Walter

Sieh nur wie die Flocken tanzen,
wie sie wirbeln und im Ganzen
dann das ganze Land bedecken
und unter die weiße Haube stecken.
Winterlandschaft wie im Traum,
was Schnee verändert, glaubt man kaum.

von Soléa P.

Eisiger Wind peitscht ins Gesicht
das Atmen tut im Rachen weh
verkniffene Augen engen die Sicht
aus grauen Wolken rieselt dichter Schnee.

Eingewickelt in Mantel und Schal
die Nase zeigt ein Stück rote Haut

von Michael Dahm

Es ist nun eine tote Zeit
nur die Uhren kreisen
im Ofen kracht manch Scheit
starr stehen Winterwaisen.

Es ist kein Kommen, kein Gehen
kein Kreuchen und Fleuchen
nur klamme Winde wehen
die uns ins Warme…

von * noé *

Der Nebel hat sich nachts verdichtet.
Die Welt wirkt morgens wie belichtet:
Sie strahlt in hellem Weiß.

Selbst Vögel haben es vernommen:
„Der Winter ist jetzt doch gekommen ...“,
sie plustern und sie sind ganz leis…

von marie mehrfeld

Fahles Sonnenlicht
durchbricht die Wolkendecke,
bald wird es schneien.

An Buchenästen
Schneekristalle ringsherum -
nur für eine Nacht?

Verzaubert ist er,
gefroren, von Reif bedeckt,
mein kleiner…

von Robert K. Staege

(Tetrastichon)

Tannen träumen schon im Walde,
dass ein neues Kleid sie ziert,
weil der Winter doch nun balde
lichtes Flockenweiß gebiert.

von Werner Krotz

Heute ist Wintersonnenwende
Dringend erwarteter Tag
Der die Wiederkehr des Lichts einleitet
Unabhängig von jeder Interpretation
Das in Baumstämmen gefrorene Licht
Beginnt an die Oberfläche zu treten
Schon…

von Annelie Kelch

Theaterschiff „Marie“ träumt noch vom letzten Liebesdrama
und flirtet schüchtern mit zwei nagelneuen kleinen Fahnen.
Ich denke unterwegs an Dostojewskis auswegloses Karma;
ringsum die Schiffe ruhen unter dicken Wetterplanen.…

von * noé *

(mit Emphase nach der Melodie „Walking in a Winter Wonderland“)

Wenn bei Kälte Flocken fallen,
kündet damit Winter allen:
„Dies ist meine Jahreszeit,
ich erhell die Dunkelheit,
haltet euch fürs Weihnachtslichterfest…

von Michael Dahm

Ostwind kämmt die Fichtengeister
russisch pfeift er durchs Dickicht
zwischen schmalen Stämmen beißt er
und er find' auch mein Gesicht.

Dunkel wird es zur Sekunde
Ahnung senkt sich schwer herab
und ich hör aus…

von Ingrid Herta Drewing

Gedämpft sind meine Schritte,
sanft rieselnd fällt der Schnee.
Wie eine stumme Bitte
liegt eiserstarrt der See.

Durch einen Vorhang schreite
ich einsam in der Stille,
empfinde diese Weite
beglückt als…

von * noé *

Ganz langsam schneit es wieder zu,
nur Reste waren noch geblieben.
Die Straße liegt in Winterruh,
Vögel haben ins Weiß geschrieben,
wie Kalligraphen, federzart:
Die Futtersuche wird jetzt hart …

Tabakbraun…

von Jürgen Wagner

Von Nebeln umhangen, von Schneelast bedrückt
Vom Winde gebeugt und der Kälte berückt
So sieht man die Tannen im Harze steh‘n
Am liebsten würden sie heut' wohl geh’n
 
Doch sind sie an diesen Ort gestellt,
ganz…

von Heike Hoffmann

Wenn die weißen Flocken tanzen,
möcht‘ ich Kind noch einmal sein,
einfach raus in das Vergnügen,
schwungvoll in den Schnee hinein.

Magisch in das Pulver greifen,
lustvoll werfen in die Luft,
voller Spaß im…

von Annelie Kelch

Mit Schnee fällt Unschuld vom Himmel:
Die Englein schütteln die Flügel aus.
Schnee, ach so weiß wie ein Schimmel -
wer ihn liebt, verlässt jetzt sein Haus.

Der Tag streut leichte Flocken
begräbt den Berg, das Tal,…

von Eva Klingler

Im Schneegestöber tobt Übermut
rollt sich ein Kopf
trägt vom Opa den Hut
greift nach Reisigbesen
gestern erst ist's gewesen
Eiszapfen als Nase
Karotte bleibt Joggl
dem Hase
Großmutter schaut

von Flora von Bistram

Draußen steht die kalte Schöne,
hebt den glitzernd weißen Stab,
haucht den kalten Nebelatem
mikrofein auf uns herab.

Kleinste Tröpfchen tanzen leise
fangen sich an Zweig und Ast
und erstarren dort zu Eise-…

von Angelika Schüring

Bäume werfen ab die Blätter, Gebüsch und Sträucher werden licht,
Tiere tragen warme Pelze, Gefieder sind besonders dicht.

Eiskristalle schweben nieder, funkeln auf wie Sternenstaub,
verstummt sind auch der Vögel Lieder, der…

von Annelie Kelch

O Schnee
sanfter Wintergesell'
fülle leis' den Raum
meiner
Trauerseele
bevor ich
schlaflos
Vergangenes
und den
Sommer
vermiss.

von * noé *

Leise hört man Vogelwispern
aus verschneiten Zweigen,
ganz verhalten, eher schüchtern,
sie wollen sich nicht zeigen.

Ein Glitzerhauch ziert Wintermorgen
in seinem schönsten Kleid.
Unter der Schneeschicht…

von Marina Berin

Die Sonne macht sich wieder rar,

Schneeblond sind die Kleinstadtdächer.

Der Radiosender berichtet: Die Januar-

Luft ist zu kalt für die Atemwege.

Und auch meinen Hautzellen schmeckt 

Der Winter nicht.

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.