Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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Beitrag 176 - 210 von insgesamt 279 Texten in dieser Kategorie
von Mara Krovecs

Ich habe russische Träume
darin sitzen wir in einer Troika
in Pelz, in Muff und schweren Mützen
wir fahr`n durch schneeverwehte Räume
von Decken tropft das Eis in Pfützen
auf deiner Zunge glitzert Euka

hüja…

von Annelie Kelch

Schnee ist gefallen:
auf den Dächern der Stadt
schlug er sein Lager auf.

Der Vormittag liegt in den letzten
Zügen und allerorten geht die
Rede von Verspätung.

Winter - wohl schon während der Nacht
fiel…

von Anett Yvonne Heinisch

Der Winter hat die Wälder erreicht
und sie über Nacht in den Arm genommen
sie in seinen schneeweißen Mantel gehüllt
die Bäume haben weiße Zipfel bekommen

Der Bäche Plätschern verstummt ganz sacht
er hat sie mit…

von Ingrid Herta Drewing

Kalt über Felder, weiße Weite
kriecht Winterluft; der Nebel flicht
dem Schnee bedeckten Baumgeleite
milchgraue Schleier ins Gesicht.

Tief reicht des Frostes spröde Stille.
Nur hin und wieder in den Zweigen

von Robert K. Staege

Der Winter kommt, er naht mit kalten Lüften,
der Ostwind pfeift schon wild durch die Allee.
Der Nächte Frost in Feld und Wald und Klüften
sagt es uns an: bald kommt der erste Schnee.

Der deckt dann zu das rote, gelbe,…

von Annelie Kelch

Eisig dämmert der Morgen.
Unter deinen Füßen wimmert
die gestrandete Weißglut des
Himmels ‑ fleckfrostig und fahl,
wie die Plastikrose aus
seiner lieblosen Hand.

Sei getrost: Du kommst
trotz allem voran…

von Mara Krovecs

Über Schneewiesen
fliegen wieder Wolkensänger
in ihren licht schwingenden
Federmänteln
setzen sich
von Zeit zu Zeit
zu dem Reif auf
Grashalmen und Blütendolden
und schnattern ein wenig

von Susanna Ka

Runkelrote Glühweinnasen
tauchen in das Getränk mit Schuss.

Blau gefrorene Hände
umklammern die Becher.

Raue Stimmen dröhnen
von vergangenen Heldentaten
und lachen den jungen Frauen hinterher.

Sie…

von Michael Dahm

Ein Rabe schlägt am Himmel schwach
und kolkt ins Triste seine Pein,
nur wenig ist die Sonne wach,
am Wege schweigt ein Stein.

Im Walde kräuseln Pfützen finster
und der Mücke Summen fehlt,
schmal am Felde…

von * noé *

Halb ist Winter nun vergangen,
auch wenn frühlingshaft sie sangen,
die gefiederten Gefährten
in den Sträuchern, in den Gärten.

Wieder kürzer werden Nächte,
selbst wenn man's kaum glauben möchte.
Feuchte Nebel…

von Ingrid Herta Drewing

Der Sonne Lächeln streift den kalten Morgen;
es glänzt dies Spitzenkleid,nun Baumes Zier,
das aus den frühen Nebeln Frost geborgen,
an filigranen Zweigen schuf als Raureif hier.

So hellklar will der Wintertag erstrahlen,…

von Monika Laakes

Rose im Winter
lässt sich nicht unterkriegen.
Wärmt meine Seele.

von Corinna Herntier

Das alte Jahr ist weit gekommen,
es hat schon seinen Hut genommen
und geht zur Hintertür hinaus.
Das Neue tritt nun schüchtern ein,
es bringt die Hoffnung mit herein
und ist jetzt Gast in unserem Haus.

Sein…

von Peter H. Carlan

im Schattenriss der Zeit
verliert die Birke
ihr windschiefes Gesicht
vor der entseelten Weite
federweißer Felder

die Falten verharren als
Narben in frostiger
Rinde

im Verborgenem
aushauchend…

von Michael Dahm

Raben tragen den Schrei in die Wolken
eine Feder fällt wankend zum Fluss
im Mondlicht sie unwirklich kolken
die Maus rollt versteckt eine Nuss.

Von Osten weh'n eisige Winde
und hauchen dem Teich eine Haut
im…

von Annelie Kelch

Es schneit und schneit
und schneit und schneit
und schneit und ...

Ich freue mich,
dass er schaufeln muss
vor dem Haus.

von Mara Krovecs

der wind streichelt
auch felder und meine haare
reißt manchmal meine lippen
und wolkenherden
dass später tanzen soll
das frühjahr in den lüften
aus weiß gesponnenen blüten
über einer welt aus gesang…

von Annelie Kelch

Der große See ist gefroren,
doch wohin trägt mich das Eis …
Zu den Resten der Binsen neben
der schneebedeckten Bank,
auf die schon so lang
niemand mehr sank?

Ach, durch den Wald geh' ich nimmer,
da…

von * noé *

Die Silhouette des Baumes wie Scherenschnitt.
Nackt, ohne Blatt,
streckt er schwarz seine Äste
im Zwielicht des Abends
den violett wandernden Wolken entgegen.

Schutzlos der Winternacht ausgesetzt,
wie in…

von Mara Krovecs

Kein Frost in den Bäumen
mein Kindchen muss träumen
von Eisblumenschnee
gefrorenem See

doch goldgelbe Blätter
bestimmen das Wetter
mein Liebling muss warten
im feuchtkalten Garten

verwegenes…

von Willi Grigor

Das Land liegt still im Winterschweigen.
Helle Stille, ein Geschenk.
Des Baumes Äste aufwärts zeigen,
geben Zeichen: "Sag nichts, denk."

Die Meise wagt sich, piepst verwegen,
kalter Wind um Laute kämpft.
Die…

von Mara Krovecs

Gefrorenes Mondlicht
die Ostsee erstarrt
Schwäne schütteln ihr Daunen
in die frostige Luft
aus fliegenden Wolken
fällt samtener Schnee

doch unter dem Eise
da summt es und klingt
wie perlende Flöten…

von Alf Glocker

Die Regenfälle geh’n als Schnee,
die Stunden als Versprechen nieder –
vor den Fenstern steht die Nacht!
Geborgenheit und Kanapee,
geistlich klingen manche Lieder –
Wunder sind jetzt selbst gemacht!

Aus dem…

von René Oberholzer

Wenn der Himmel so blau
Die Luft so kalt
Der Schnee so neu
Die Skis so schnell
Die Berge so nah

Dann der Himmel so weit
Das Atmen so leicht
Das Leben so gross
Das Herz so warm
Die Gedichte…

von Marcel Strömer

Der Wind bellt über die Baumkronen. Er weiß nicht wen er damit meint. Unter ihm lernen halb verhungerte Jungtiere im Kampf um die besten Futterplätze des Waldes zu bestehen. Mit ihren weichen Samtpfoten umschlingen sie unschuldig die trockenen…

von Corinna Herntier

Es ist noch früh. Kein Morgen graut,
als Lotte ganz verschlafen schaut
- sie kann es kaum erwarten.
Da raschelt es! Und knistert hier,
grad vorne an der Eingangstür
- kurz nach dem Knarren im Garten!

Und Lotte…

von René Oberholzer

Der Schnee kommt und geht
Auf ihn ist kein Verlass mehr

Den Bäumen ist das egal
Sie schauen nur zu

Eine junge Frau mit Kind
Wohnt im Untergeschoss

Ihr Mann ist wie der Schnee
Der in Regen übergeht…

von Willi Grigor

Wenn wieder weiße Winterkühle
für viele zu beschwerlich wird,
treiben hinaus mich die Gefühle,
wo jeder Schritt im Schnee hell klirrt.

Wo eisig Winde lautlos wehen,
erstarren lassen Bach und See,
dort kann ich…

von Angelika Wessbecher

Goldenes
Laub auf
dem Boden. Rosafarbener
Horizont. Schmerzen in der
Lunge.

von Corinna Herntier

“Fluchtgedanken“

Keuchend, schnaufend, nass von Schweiß
rast auf Schlittschuh’n über’s Eis:
Der Schneehase – er läuft passabel.
Man nennt ihn „Speedy“ ( er heißt „Abel“).

Im Training ist er stets der Schnellste.…

von Axel C. Englert

Eine Wachtel dachte sich:
Das ist einfach widerlich!
(Es fürchten nämlich alle Wachteln
Sich vorm großen Weihnachts – Spachteln!)

Gerade, als sie sich empörte –
Sie doch von „Weihnachts – Wichteln“ hörte –

von * noé *

Wann fängt es an, das Jahr - im Januar?
Und das nur, weil vorher Silvester war?

Wenn Frühling den Kampf mit dem Frost gewinnt,
die pastellene Skala das Sehen bestimmt,

und alles ein Werden ist aus dem Vergehen,

von Peter H. Carlan

Der Schnee aus Russland
war weiß.

Er fiel aus allen Wolken,
drang durch alle Ritzen
ein in mein
zugiges Haus.

Der Tisch war weiß,
das Bett,
die Bücher.

An jenem trüben Abend
trat ich…

von Volker C. Jacoby

.
Das Jahr ist fast wieder gelungen,
recht bald wird es vollendet sein.
Den goldnen Herbst hat man besungen,
so bunt an Farben, reich an Wein.

Jetzt ist der Zeitraum zwischen drinnen:
Dezember ist es,…

von Axel C. Englert

Eine Schanze –
Sie hieß „Konstanze“ –
War herb erschüttert!
Sehr stark verbittert!

Immer die Ski – Springerei!
Auf MEINEM Rücken! Sauerei!
Und ich SELBST? Bin NIE dabei!
Drum nahm Konstanze sich flugs…

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Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.