Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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von René Oberholzer

Wenn der Himmel so blau
Die Luft so kalt
Der Schnee so neu
Die Skis so schnell
Die Berge so nah

Dann der Himmel so weit
Das Atmen so leicht
Das Leben so gross
Das Herz so warm
Die Gedichte…

von * noé *

Halb ist Winter nun vergangen,
auch wenn frühlingshaft sie sangen,
die gefiederten Gefährten
in den Sträuchern, in den Gärten.

Wieder kürzer werden Nächte,
selbst wenn man's kaum glauben möchte.
Feuchte Nebel…

von Monika Laakes

Rose im Winter
lässt sich nicht unterkriegen.
Wärmt meine Seele.

von Michael Dahm

Raben tragen den Schrei in die Wolken
eine Feder fällt wankend zum Fluss
im Mondlicht sie unwirklich kolken
die Maus rollt versteckt eine Nuss.

Von Osten weh'n eisige Winde
und hauchen dem Teich eine Haut
im…

von Corinna Herntier

Das alte Jahr ist weit gekommen,
es hat schon seinen Hut genommen
und geht zur Hintertür hinaus.
Das Neue tritt nun schüchtern ein,
es bringt die Hoffnung mit herein
und ist jetzt Gast in unserem Haus.

Sein…

von Annelie Kelch

Es schneit und schneit
und schneit und schneit
und schneit und ...

Ich freue mich,
dass er schaufeln muss
vor dem Haus.

von Corinna Herntier

Es ist noch früh. Kein Morgen graut,
als Lotte ganz verschlafen schaut
- sie kann es kaum erwarten.
Da raschelt es! Und knistert hier,
grad vorne an der Eingangstür
- kurz nach dem Knarren im Garten!

Und Lotte…

von Annelie Kelch

Der große See ist gefroren,
doch wohin trägt mich das Eis …
Zu den Resten der Binsen neben
der schneebedeckten Bank,
auf die schon so lang
niemand mehr sank?

Ach, durch den Wald geh' ich nimmer,
da…

von Corinna Herntier

“Fluchtgedanken“

Keuchend, schnaufend, nass von Schweiß
rast auf Schlittschuh’n über’s Eis:
Der Schneehase – er läuft passabel.
Man nennt ihn „Speedy“ ( er heißt „Abel“).

Im Training ist er stets der Schnellste.…

von Mara Krovecs

der wind streichelt
auch felder und meine haare
reißt manchmal meine lippen
und wolkenherden
dass später tanzen soll
das frühjahr in den lüften
aus weiß gesponnenen blüten
über einer welt aus gesang…

von * noé *

Die Silhouette des Baumes wie Scherenschnitt.
Nackt, ohne Blatt,
streckt er schwarz seine Äste
im Zwielicht des Abends
den violett wandernden Wolken entgegen.

Schutzlos der Winternacht ausgesetzt,
wie in…

von Mara Krovecs

Kein Frost in den Bäumen
mein Kindchen muss träumen
von Eisblumenschnee
gefrorenem See

doch goldgelbe Blätter
bestimmen das Wetter
mein Liebling muss warten
im feuchtkalten Garten

verwegenes…

von Mara Krovecs

Gefrorenes Mondlicht
die Ostsee erstarrt
Schwäne schütteln ihr Daunen
in die frostige Luft
aus fliegenden Wolken
fällt samtener Schnee

doch unter dem Eise
da summt es und klingt
wie perlende Flöten…

von Willi Grigor

Das Land liegt still im Winterschweigen.
Helle Stille, ein Geschenk.
Des Baumes Äste aufwärts zeigen,
geben Zeichen: "Sag nichts, denk."

Die Meise wagt sich, piepst verwegen,
kalter Wind um Laute kämpft.
Die…

von Peter H. Carlan

im Schattenriss der Zeit
verliert die Birke
ihr windschiefes Gesicht
vor der entseelten Weite
federweißer Felder

die Falten verharren als
Narben in frostiger
Rinde

im Verborgenem
aushauchend…

von Uwe Röder

Es schaukelt ein Zug
durch frierendes
Land.

Ein Haus mit Büschen,
eine Frau und Kinder
tauchen auf.

Verlassene Gärten,
weite Felder,
schwarze Wälder.

Länger als das Nahe
ist das…

von Michael Dahm

Ein Rabe schlägt am Himmel schwach
und kolkt ins Triste seine Pein,
nur wenig ist die Sonne wach,
am Wege schweigt ein Stein.

Im Walde kräuseln Pfützen finster
und der Mücke Summen fehlt,
schmal am Felde…

von Marcel Strömer

Der Wind bellt über die Baumkronen. Er weiß nicht wen er damit meint. Unter ihm lernen halb verhungerte Jungtiere im Kampf um die besten Futterplätze des Waldes zu bestehen. Mit ihren weichen Samtpfoten umschlingen sie unschuldig die trockenen…

von Willi Grigor

Wenn wieder weiße Winterkühle
für viele zu beschwerlich wird,
treiben hinaus mich die Gefühle,
wo jeder Schritt im Schnee hell klirrt.

Wo eisig Winde lautlos wehen,
erstarren lassen Bach und See,
dort kann ich…

von René Oberholzer

Der Schnee kommt und geht
Auf ihn ist kein Verlass mehr

Den Bäumen ist das egal
Sie schauen nur zu

Eine junge Frau mit Kind
Wohnt im Untergeschoss

Ihr Mann ist wie der Schnee
Der in Regen übergeht…

von Ingrid Herta Drewing

Der Sonne Lächeln streift den kalten Morgen;
es glänzt dies Spitzenkleid,nun Baumes Zier,
das aus den frühen Nebeln Frost geborgen,
an filigranen Zweigen schuf als Raureif hier.

So hellklar will der Wintertag erstrahlen,…

von Alf Glocker

Die Regenfälle geh’n als Schnee,
die Stunden als Versprechen nieder –
vor den Fenstern steht die Nacht!
Geborgenheit und Kanapee,
geistlich klingen manche Lieder –
Wunder sind jetzt selbst gemacht!

Aus dem…

von Susanna Ka

Runkelrote Glühweinnasen
tauchen in das Getränk mit Schuss.

Blau gefrorene Hände
umklammern die Becher.

Raue Stimmen dröhnen
von vergangenen Heldentaten
und lachen den jungen Frauen hinterher.

Sie…

von René Oberholzer

Im Nebel ruht die Welt
Fest schlafen Wald und Wiesen
Bald sieht man
Wenn der graue Schleier fällt
Den alten Mann
Wie von der Strasse weggewiesen
Im kleinen Auto unverstellt

© René Oberholzer

von * noé *

Allen, die geschrieben haben
mir zu dieser Heil'gen Nacht,
allen die in diesen Tagen
liebevoll an mich gedacht,

wünsche ich aus tiefstem Herzen
ein Weihnachtsfest, so wunderbar,
mit dem Glanz von vielen…

von * noé *

Der Ruf einer Meise
zerhackt eisklare Luft
in ungleiche Splitter.
Die Katze hebt müde ein Augenlid,
nur der Form halber
sichert sie ihr Revier
und rückt näher zur Heizung.

Eine Amsel huscht
wie ihr…

von * noé *

Ich sitz, in Decken eingehüllt -
vor mir erscheint ein Winterbild,
von Frost gezeichnet, eisbezapft,
wie man durch Schneeverwehung stapft ...

Ganz fern das warme Sommerbild,
von Eiseskälte ganz verkühlt.
Mein…

von Axel C. Englert

Ein knitteriges Weihnachts – Päckchen –
Gold, bedruckt mit roten Säckchen –
Schob seit sieben Wochen Frust!
Auf Weihnachten? Gar keine Lust!

Das Päckchen (es hieß „Henk“)
Bekam ja selbst NIE ein Geschenk!

von N. Smaranshakti

Ich wünsche mir das Lebensrad,
in dem ich die Weisheit des Lebens erkennen mag.

Der Brunnen der Jugend, des Alterns
und selbst er den Tod für ein Moment anhält,
damit ich das Wichtige im Leben erkenn'.

In jeder…

von Volker C. Jacoby

Draußen hör‘ ich Leute lachen,
Prösterchens mit Nachbarn machen;
da gibt’s reichlich Böllerkrachen,

Funkensprühn und Brandentfachen,
Knallen, Bummern, solche Sachen,
mit Raketen, Feuerdrachen.

Muss wer neu…

von Eva Klingler

Schneemann bauen

Hände reiben
Eisiges verfliegt
Stehen bleiben
Kind hat gesiegt

Kind hat gebaut
seit immer in Zeit
Erinnerung geklaut
und es schneit und schneit

von Sieghild Krieter

An Wintertagen
keinen Reim mehr auf Sommer -
im Anblick nur Schnee
©&ie

von René Oberholzer

An einem sonnigen Sommertag geboren
Marschierte er später zielstrebig über eine Wiese
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf einen Hügel
Stolperte marschierte weiter
Marschierte zielstrebig auf…

von W. Löffler

Es war einmal ein Tannenbaum
mit Kerzen herrlich anzuschau'n,
da kam der liebe Weihnachtsmann
und sah den Tannenbaum sich an.
So stand er da 'ne ganze Weile
und träumte eifrig vor sich hin,
was dann kommt sagt…

von Ralf Risse

Ein Raureif sehnte Ebenmaß,
bestachelte exakt . . .
Nur was er leider nicht bedacht,
die Sonne leckt es nackt.

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.