Wintergedichte ✓ Gedichte über den Winter

Bild von Tannen im Winter

Der Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, eingefangen in klassischen und modernen Gedichten.

"Wintergedichte" spielten schon in der klassischen Literatur eine durchaus wichtige Rolle. Es gibt kaum einen der bekannten klassischen Dichter, der nicht das Thema Winter in mindestens einem seiner Gedichte aufgegriffen, und auf die unterschiedlichste Art und Weise interpretiert hat.

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Beitrag 176 - 210 von insgesamt 277 Texten in dieser Kategorie
von Mara Krovecs

Ich habe russische Träume
darin sitzen wir in einer Troika
in Pelz, in Muff und schweren Mützen
wir fahr`n durch schneeverwehte Räume
von Decken tropft das Eis in Pfützen
auf deiner Zunge glitzert Euka

hüja…

von Annelie Kelch

Die alten Linden sind inzwischen alle kahl
und spiegeln sich naturgetreu im Hafenbecken,
als wollten sie zu neuem Leben sich erwecken
und aus der 'Haithabu' dringt schwach ein Lichterstrahl.

Kutter 'Johanne' trägt in…

von Christine Jakob

Es
schneit

Wenn

der schnee
sacht
auf den boden
fällt

dann ruht um uns

eine
stille welt
und für eine weile
tanzen leise ganz weich
feine zarte flöckchen
die…

von René Oberholzer

Der Schnee kommt und geht
Auf ihn ist kein Verlass mehr

Den Bäumen ist das egal
Sie schauen nur zu

Eine junge Frau mit Kind
Wohnt im Untergeschoss

Ihr Mann ist wie der Schnee
Der in Regen übergeht…

von Annelie Kelch

Der große See ist gefroren,
doch wohin trägt mich das Eis …
Zu den Resten der Binsen neben
der schneebedeckten Bank,
auf die schon so lang
niemand mehr sank?

Ach, durch den Wald geh' ich nimmer,
da…

von Monika Laakes

Rose im Winter
lässt sich nicht unterkriegen.
Wärmt meine Seele.

von Willi Grigor

Kalte Luft, Dezemberende,
Schnee im Anflug, Tiefdruckgrau.
Tieflandbürger aller Stände
rüsten sich zur Winterschau.

Schneespaziergang, Rodelwetter,
Glühwein nach dem Skikurzlauf.
Winterträume aller Städter…

von Michael Dahm

Raben tragen den Schrei in die Wolken
eine Feder fällt wankend zum Fluss
im Mondlicht sie unwirklich kolken
die Maus rollt versteckt eine Nuss.

Von Osten weh'n eisige Winde
und hauchen dem Teich eine Haut
im…

von Annelie Kelch

Es schneit und schneit
und schneit und schneit
und schneit und ...

Ich freue mich,
dass er schaufeln muss
vor dem Haus.

von Alf Glocker

Die Regenfälle geh’n als Schnee,
die Stunden als Versprechen nieder –
vor den Fenstern steht die Nacht!
Geborgenheit und Kanapee,
geistlich klingen manche Lieder –
Wunder sind jetzt selbst gemacht!

Aus dem…

von René Oberholzer

Wenn der Himmel so blau
Die Luft so kalt
Der Schnee so neu
Die Skis so schnell
Die Berge so nah

Dann der Himmel so weit
Das Atmen so leicht
Das Leben so gross
Das Herz so warm
Die Gedichte…

von * noé *

Halb ist Winter nun vergangen,
auch wenn frühlingshaft sie sangen,
die gefiederten Gefährten
in den Sträuchern, in den Gärten.

Wieder kürzer werden Nächte,
selbst wenn man's kaum glauben möchte.
Feuchte Nebel…

von Corinna Herntier

Das alte Jahr ist weit gekommen,
es hat schon seinen Hut genommen
und geht zur Hintertür hinaus.
Das Neue tritt nun schüchtern ein,
es bringt die Hoffnung mit herein
und ist jetzt Gast in unserem Haus.

Sein…

von Corinna Herntier

Es ist noch früh. Kein Morgen graut,
als Lotte ganz verschlafen schaut
- sie kann es kaum erwarten.
Da raschelt es! Und knistert hier,
grad vorne an der Eingangstür
- kurz nach dem Knarren im Garten!

Und Lotte…

von Corinna Herntier

“Fluchtgedanken“

Keuchend, schnaufend, nass von Schweiß
rast auf Schlittschuh’n über’s Eis:
Der Schneehase – er läuft passabel.
Man nennt ihn „Speedy“ ( er heißt „Abel“).

Im Training ist er stets der Schnellste.…

von Mara Krovecs

der wind streichelt
auch felder und meine haare
reißt manchmal meine lippen
und wolkenherden
dass später tanzen soll
das frühjahr in den lüften
aus weiß gesponnenen blüten
über einer welt aus gesang…

von Willi Grigor

Das Land liegt still im Winterschweigen.
Helle Stille, ein Geschenk.
Des Baumes Äste aufwärts zeigen,
geben Zeichen: "Sag nichts, denk."

Die Meise wagt sich, piepst verwegen,
kalter Wind um Laute kämpft.
Die…

von Marcel Strömer

Der Wind bellt über die Baumkronen. Er weiß nicht wen er damit meint. Unter ihm lernen halb verhungerte Jungtiere im Kampf um die besten Futterplätze des Waldes zu bestehen. Mit ihren weichen Samtpfoten umschlingen sie unschuldig die trockenen…

von * noé *

Die Silhouette des Baumes wie Scherenschnitt.
Nackt, ohne Blatt,
streckt er schwarz seine Äste
im Zwielicht des Abends
den violett wandernden Wolken entgegen.

Schutzlos der Winternacht ausgesetzt,
wie in…

von Mara Krovecs

Kein Frost in den Bäumen
mein Kindchen muss träumen
von Eisblumenschnee
gefrorenem See

doch goldgelbe Blätter
bestimmen das Wetter
mein Liebling muss warten
im feuchtkalten Garten

verwegenes…

von Mara Krovecs

Gefrorenes Mondlicht
die Ostsee erstarrt
Schwäne schütteln ihr Daunen
in die frostige Luft
aus fliegenden Wolken
fällt samtener Schnee

doch unter dem Eise
da summt es und klingt
wie perlende Flöten…

von Willi Grigor

Wenn wieder weiße Winterkühle
für viele zu beschwerlich wird,
treiben hinaus mich die Gefühle,
wo jeder Schritt im Schnee hell klirrt.

Wo eisig Winde lautlos wehen,
erstarren lassen Bach und See,
dort kann ich…

von Ingrid Herta Drewing

Der Sonne Lächeln streift den kalten Morgen;
es glänzt dies Spitzenkleid,nun Baumes Zier,
das aus den frühen Nebeln Frost geborgen,
an filigranen Zweigen schuf als Raureif hier.

So hellklar will der Wintertag erstrahlen,…

von Michael Dahm

Ein Rabe schlägt am Himmel schwach
und kolkt ins Triste seine Pein,
nur wenig ist die Sonne wach,
am Wege schweigt ein Stein.

Im Walde kräuseln Pfützen finster
und der Mücke Summen fehlt,
schmal am Felde…

von Peter H. Carlan

im Schattenriss der Zeit
verliert die Birke
ihr windschiefes Gesicht
vor der entseelten Weite
federweißer Felder

die Falten verharren als
Narben in frostiger
Rinde

im Verborgenem
aushauchend…

von Susanna Ka

Runkelrote Glühweinnasen
tauchen in das Getränk mit Schuss.

Blau gefrorene Hände
umklammern die Becher.

Raue Stimmen dröhnen
von vergangenen Heldentaten
und lachen den jungen Frauen hinterher.

Sie…

von René Oberholzer

Im Nebel ruht die Welt
Fest schlafen Wald und Wiesen
Bald sieht man
Wenn der graue Schleier fällt
Den alten Mann
Wie von der Strasse weggewiesen
Im kleinen Auto unverstellt

© René Oberholzer

von Axel C. Englert

Als Dichter kann erst man dann leben –
Wenn man zuvor VERStorben eben!
Meine Putz – „Fee“ – Bertha Krause –
(In Punkto „Staub“ macht gern sie Pause…) –

Die Krause (mein Leser ahnt es schon)
Sah im TV Dokumentation:…

von Monika Castrovillari Seyer

Eisig kalter Hauch

erstarrtes Herz im Winter

nur die Liebe wärmt

von Volker C. Jacoby

Aus dem Zyklus „Monatsgedichte“

Im Januar gibt's Neujahrsgrüße,
dann rote Nasen, kalte Füße,
und Heilige Drei Könige,
doch warme Tage wenige.

Drauf schiebt sich in den Vordergrund
die Schar der Jecken, keck…

von Hans-Jürgen Finke

Sonne zieht den kleinsten Bogen.
Eiszeit allenthalben.
Weit weg sind die Schwalben.
Wär ich doch lieber,
Statt Tropfen zu nehmen und Salben,
Mit nach Süden geflogen!

© HF 12/10

von * noé *

Die Tage werden länger
und bringen wieder Licht,
und herrscht auch Eiseskälte,
Gefühl erfriert doch nicht.

So klirrend klar der Frost,
so überzuckert die Natur,
die Seele findet Trost,
sei's in Erinn'…

von Volker C. Jacoby

frei noo'm Storme ehr'm Theo
(in rheinfränkisch-saarländischer Mundart, wie sie im Saarpfalzkreis gesprochen wird)

Von draus, vom Wald, do komm isch her,
isch muss eich saan, do weihnachds schon sehr,
iwwerall hoch of de…

von René Oberholzer

Einmal war es Franz
Einmal Karl
Ein anderes Mal Gustav
Wieder ein anderes Mal David
Ein weiteres Mal Pirmin
Aber am liebsten schlief sie mit Fred
So hiess einmal ein Luftbefeuchter

© René Oberholzer

von Axel C. Englert

Ein fleckiges Geschenk – Papier –
Blau – roch stark nach Bier…
Skandalös! Und das zum Fest!
(Meinte von der Welt der Rest…)

Wie JEDER weiß: zur Weihnachtszeit –
Wird NICHT getrunken, weit und breit…
ALKOHOL?…

Seiten

Auch moderne Wintergedichte benutzen dieses literarische Motiv um den Winter mit all seiner Schönheit, aber bisweilen auch mit seinem Schrecken, einzufangen. In einem Gedicht zum Thema Winter kann sich die Atmosphäre absoluter Kälte entladen- es kann aber auch Geborgenheit und Wärme einfangen. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht den Winter als Thema so interessant und bietet Raum für den Ausdruck von Emotionen und Gefühlen.