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Beitrag 36 - 70 von insgesamt 2520 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Einmal war ich der welke Mond im Morgengrau ...
Vor Schmerz zur Sichel gekrümmt; denn ich sah
Dich stolpern aus ihrem Haus und dass du völlig von
Sinnen warst.

Und einmal, mein Lieb, war ich die Angelwunde im

von Uwe Röder

Wenn ich sterbe,
dann noch einmal
an dich denken
und verstehn
das Schönste
meines Lebens.

In die Kälte
mit hinüber
nehmen deines
Herzens Wärme.
Dann noch einmal
lächeln dürfen…

von Angélique Duvier

Neben moosbedeckten Steinen
wachsen Farne
und prächtige Wildblumen.
Schneeweiße Waldlilien
entfalten ihre Blüten.
Gigantische Baumriesen,
durch deren dichtes Blattwerk
einige Sonnenstrahlen
auf den…

von Annelie Kelch

Hast mich heut mal wieder total
Aus meiner Mitte geschleudert, liebe Mutter.
Ich stieg genervt und unabsichtlich in die falsche Bahn …
Dieser Schnellzug frisst fremde Meilen wie im Wahn;
Und du jetzt wohl Brot – mit…

von Monika Jarju

Als ich nach Hause kam
erwartete mich sein Schatten
ich machte kein Licht an
stand am Fenster und las
seine Nachricht zwischen den Wolken
der Schatten drehte sich um mich
verharrte dann still
ich lehnte…

von Uwe Röder

Wie klingt Glück?
Ich weiß es nicht,
es klopft nicht an
beim Kommen,

singt nicht, wenn es
wohnen bleibt
und schluchzt auch
nicht beim Gehen.

Welchen Klang
dein Lächeln hat,
das kann…

von Annelie Kelch

Du bist mein herbstlich Irrsal, luftgesponnen ...
Ich bin wie 's Kälbchen unter deiner scharfen Klinge.
Schweigeminute: ich, die aus dem goldnen Rahmen fiel
Und flehend um Verlängerung dich bittet.

Du bist das Frührot,…

von marie mehrfeld

den Kaffee ließ ich kalt werden,
weil du mir in alle meine Sinne
kamst, als die frühwinterliche
Morgensonne den Pfeil schoss

durch die Lücke zwischen den
grauen Häusern direkt in mein
Herz, und ich hielt inne…

von Denis Waßmann

Ich versuche dich zu fühlen
und fühle mich,
nur diesmal ohne Angst und ohne Zweifel
und ohne Gier, ohne Wut.
Und überhaupt ist alles auf einmal so leicht
und befreit!
Ich habe mich in Deinen Augen gesehen,…

von Annelie Kelch

Erhabener Kranich – willkommen
Ist den seichten Gewässern dein
Andächtig Stelzen: langsamer
Noch als die Schnecke und
Der schlafwandelnde Mond ...

Erhebst du dich, o mein Kranich
Flügel an Flügel für den…

von marie mehrfeld

gutes Geschirr für Jedermann, dermaleinst,
so blumig gezwiebelt, sich blättrig rankend
auf weißem Grund und in verblichenem Blau,
schau, der alte Zucker stockt immer noch in
bemalter Dose, und die Tässchen mit Sprung,…

von Monika Jarju

Mit dem Ozeandampfer aus Zigarettenschachteln
fuhr ich stolz auf dem gewellten Meer
von der Zimmertür bis nach Amerika.
Rote Felsen aus Sesseln staken im Atlantik,
am Horizont der Balkon. Wind wehte Vorhänge über ‘n Mast.…

von Monika Laakes

Solange deine Träume
hinaus ins Universum
schweben, werden Kräfte
frei, die an deiner Zukunft
weben. Mit glitzernden,
goldenen Fäden entsteht
ein Gewand der Fantasie,
in das du dich hüllst. Und
du…

von Susanna Ka

Die alte Stadt am Festland,
enge Gassen
und historische Häuserreihen.

Im Sommer ist es dort heiß wie in einem Backofen.
Die Hitze staut sich zwischen den alten Mauern,
das Kopfsteinpflaster glüht.

Im Winter…

von marie mehrfeld

Begegnung der unvermuteten Art an unserer alten Kreuzung nach sehr langer Zeit, Mai ist wieder, ein frischer Wind kühlt mir die Ohren und der Himmel so gewaltig hoch wie damals, weißt Du noch, scheues Streicheln, Gänsehaut, unsere leuchtenden…

von Annelie Kelch

Dämmer, über verschneite Gräber getropft …
Tausendjährig: Gespenster der Vergangenheit.
Ein rostiger Helm, halb zerfetzt, gibt Auskunft über
Gemetzel … O ave Lamento, das von Hügel zu Hügel zieht.
Umher irrt der Wind, weiß…

von Annelie Kelch

Meine Seele spaziert durch ein Buch wie durch einen Wald.
Mein Herz trinkt die Worte, eh sie im Schatten verdursten.
Ein Buchstabe purzelt ins Moos, ich hebe ihn auf
und puste den Schmerz fort.

Unterwegs - ich treffe…

von Monika Jarju

Am frühen Abend wie diesem
schmutzstarr tief überm Eimer gebeugt
die Straße trug er auf seinen Lumpen
grub gierig brabbelnd ein Mensch

im Fauligen stieg Dumpfes auf
blindlings griff sein Hunger hinein
die…

von Uwe Röder

Dir eine gute
Morgenstund,
du meine Lieb.

Auch diese Stunde schön
und nimmer wiederholbar.
Teure, kurze Lebenszeit.

Sogar dein Blick zum Wetter,
Waschen deines Halses,
Griff zum Brot - sind schön…

von Mara Krovecs

Aus meinen Tagebüchern
sind alle Buchstaben
fortgeflogen - der Seiten Leere
wie frisch gefallener Schnee
meine Traurigkeit zu Eis gefroren

ich drehe Pirouetten
auf dem Rascheln der Vergangenheit
dass das…

von Annelie Kelch

Apollon,
Vater des Orpheus,
Dem die Wälder folgten ...
Aus dem Blut, das du
Vergossen, erwacht im
Frühjahr jene, die den
Frösten des Winters trotzt:
Hyazinthe –
Schöne Lilie auf dem Felde,

von Annelie Kelch

Mond – in den Fluss gestürzt
Zu retten die Sterne ...
Im Uferschilf flüstert der Wind:
„O ville de résidence royal,
geboren aus einem Traum,
Den königliches Begehren schuf.“

So ließ es sich leben …

So…

von Susanna Ka

Die Kreativität ist schlafen gegangen.
Lange hat sie versucht, sich wach zu halten,
hat gekämpft gegen den Medikamentendunst
der Chemotherapie,
gegen den Regen, den Wind,
hat sich nach dem Sonnenlicht gesehnt.

von Annelie Kelch

O Aug, das nicht warm wird mit dieser Welt,
O Lächeln von mancherlei Fluor, darüber keine Wolke huscht …
O Träne, seltsamer Tropfen, der keine Rinne gräbt auf seinem
Weg zur schwellenden Lippe.

Was ist dir der Tag ...? –…

von Annelie Kelch

Im geronnenen Schwarzblut der Nacht
Schlägt der Mond seine Wimper auf ...

Er taucht sein silbriges Aug ins Meer
Und trinkt von den dunklen Wellen

Sturm peitscht die Flut voran
Und über den Unrat geschändeter

von Willi Grigor

In einem unendlichen Raum
gibt es keinen Mittelpunkt.

Oder

In einem unendlichen Raum
ist jeder Punkt der Mittelpunkt.

Also

In einem unendlichen Raum
herrscht absolute Gleichberechtigung.

Also…

von Annelie Kelch

Umgarnt von hellen Maitönen verrinnen die Stunden im Staub;
seine grauen Fahnen durchkreuzen meinen Atem.

Mir ist zumut, als wüsste die Leuchtsichel, dass ich noch immer
von dir träume: ein leerer Teich, der sich nach Wasser…

von marie mehrfeld

wenn auch manche Märchen verblasst sind in seinen ausgelesenen Büchern, wehren sich andere doch mit starken Lettern standhaft gegen das Vergessen, wie sich Schnee von zarten Zweigen löst, so sind Sterne aus seinen Tagen und Nächten gefallen,…

von Annelie Kelch

O stiller Wald, o leerer weißer Garten …
Unter verdorrter Laubflut warten:
Igel, Assel, Käfer und Wurm.
Es krümmen sich die schwarzen
Finger der Bäume im Wintersturm.

Räuber im Flug – hab acht, leichte Beute!

von Annelie Kelch

Frühjahr ganz nah –
und mein Lieb in der Ferne
trägt wieder die leichten
Schuhe ... die leichten Schuhe
jener Liebe, die von Angesicht
zu Angesicht heiß und
viel zu schnell entflammt.

Irgendwann –…

von Annelie Kelch

Schulter an Schulter mit dem Atem des
Winters durch die unsichtbare Wand
Ins neue Jahr schreiten wie von Buda
Nach Pest, über die Donau, die Donau ...
So mitternachtsblau unterm Segel der
Monduhr, gestrichen von der…

von Annelie Kelch

All diese Leute auf der anderen Seite
Des Zauns ... dort, wo unser Leid verklingt ...
Augen, die vor Neugier überquellen,
Hände, die nach unseren Wunden tasten,
Drin zu wühlen, Gesichter ohne Mitleid ...
Empört euch…

von Monika Jarju

Um den schmalen See fließt ein schnelles Band
der Pfad stöhnt & schnauft unter joggenden
Alltagsstühledrückern alle in gleicher Verpackung
der See liegt da wie ausgehaucht, Leute laufen
emsig & ernst an Stöcken…

von Annelie Kelch

Im rauen Atem der Nacht
liegt das Dunkel, das uns
beschattet – geliebt von
den Sternen: Es lässt sie
strahlen und funkeln ...
Vom Tod gepriesen; so bleibt
uns sein Angesicht fremd.

Dein Schatten, sobald…

von Monika Laakes

Und nachts
tanzen die Schatten
im Singsang
ächzender Traumgebilde.
Die stürzen und stürzen
am lichtvollen Morgen.
Wo nur hüten hoffnungsvolle
Hände pulsierendes Leben?

Taumelnde Engel fallen

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