Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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von Monika Laakes
Beitrag 36 - 70 von insgesamt 2344 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Apollon,
Vater des Orpheus,
Dem die Wälder folgten ...
Aus dem Blut, das du
Vergossen, erwacht im
Frühjahr jene, die den
Frösten des Winters trotzt:
Hyazinthe –
Schöne Lilie auf dem Felde,

New
von Uwe Röder

In unserem Land
gibt es tatsächlich
“Exclusiv-Geheimtipps” -
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“Treu-Geschenke” -
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“VIP-Gewinner" -
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“Super-Stars…

von Monika Laakes

Grotesk gebogene Baumwipfel
tanzen im Schleier
meiner Augen Blicke.
Dahinter rotglühende Sonnenfetzen
fesseln mein Hiersein,
mein Dasein.
Kann mich nicht abwenden
bevor nicht ein letzter

von Uwe Röder

Wenn ich sterbe,
dann noch einmal
an dich denken
und verstehn
das Schönste
meines Lebens.

In die Kälte
mit hinüber
nehmen deines
Herzens Wärme.
Dann noch einmal
lächeln dürfen…

von Annelie Kelch

Der Fluss versinkt im Teer der Nacht,
Das alte Mondhorn wirft ein Schlafkleid
Übers längst verstummte Wiesenfeuer.
Wo ist mein lustigfreches Katzenvolk geblieben?
Es folgte wohl den Mäuslein in die Scheuer.
Der alte…

von Monika Laakes

Sieh nur, schwarz
dräuende Wolkengebirge,
ein Windrad am Horizont,
mittig ein strahlendes Blau,
dort, hinterm Strauch
blinzelt ein Sonnenstrahl.
Vom ewigen Leuchten ein Hauch.

Du windbeflügelter

von Susanna Ka

Neue Wege wollte ich gehen,
fort von der Routine,
dem täglichen Einerlei,
und den immer
wiederkehrenden Ritualen.

Neue Welten wollte ich entdecken.
Dem Waldweg folgen,
den Sonnenmustern.
In den…

von Annelie Kelch

O stiller Wald, o leerer weißer Garten …
Unter verdorrter Laubflut warten:
Igel, Assel, Käfer und Wurm.
Es krümmen sich die schwarzen
Finger der Bäume im Wintersturm.

Räuber im Flug – hab acht, leichte Beute!

von marie mehrfeld

den Kaffee ließ ich kalt werden,
weil du mir in alle meine Sinne
kamst, als die frühwinterliche
Morgensonne den Pfeil schoss

durch die Lücke zwischen den
grauen Häusern direkt in mein
Herz, und ich hielt inne…

von Annelie Kelch

Dämmer, über verschneite Gräber getropft …
Tausendjährig: Gespenster der Vergangenheit.
Ein rostiger Helm, halb zerfetzt, gibt Auskunft über
Gemetzel … O ave Lamento, das von Hügel zu Hügel zieht.
Umher irrt der Wind, weiß…

von marie mehrfeld

wenn auch manche Märchen verblasst sind in seinen ausgelesenen Büchern, wehren sich andere doch mit starken Lettern standhaft gegen das Vergessen, wie sich Schnee von zarten Zweigen löst, so sind Sterne aus seinen Tagen und Nächten gefallen,…

von Mara Krovecs

Aus meinen Tagebüchern
sind alle Buchstaben
fortgeflogen - der Seiten Leere
wie frisch gefallener Schnee
meine Traurigkeit zu Eis gefroren

ich drehe Pirouetten
auf dem Rascheln der Vergangenheit
dass das…

von Annelie Kelch

Frühjahr ganz nah –
und mein Lieb in der Ferne
trägt wieder die leichten
Schuhe ... die leichten Schuhe
jener Liebe, die von Angesicht
zu Angesicht heiß und
viel zu schnell entflammt.

Irgendwann –…

von marie mehrfeld

gutes Geschirr für Jedermann, dermaleinst,
so blumig gezwiebelt, sich blättrig rankend
auf weißem Grund und in verblichenem Blau,
schau, der alte Zucker stockt immer noch in
bemalter Dose, und die Tässchen mit Sprung,…

von marie mehrfeld

Ich halt inne. Werde ruhig. Nehme den Blick meiner Augen, den Augenblick wahr. Nur er zählt. Ich schaue hin. Schaue andächtig hin. Beuge mich. Mache mich klein. Denn ich bin klein. Winzig klein. Angesichts der Schönheit der Schöpfung. Der Anmut…

von Annelie Kelch

Schreiadler stürzt
legt sich nieder
tot auf mein' Fuß ...
Fichtenzweigerl
fürs längst zerstörte
Nest im Schnabel …
kein Brieflein für
Weibchen und Brut
keinen letzten Gruß
(tjück jüb, tjück…

von Annelie Kelch

Erhabener Kranich – willkommen
Ist den seichten Gewässern dein
Andächtig Stelzen: langsamer
Noch als die Schnecke und
Der schlafwandelnde Mond ...

Erhebst du dich, o mein Kranich
Flügel an Flügel für den…

von Susanna Ka

Die Kreativität ist schlafen gegangen.
Lange hat sie versucht, sich wach zu halten,
hat gekämpft gegen den Medikamentendunst
der Chemotherapie,
gegen den Regen, den Wind,
hat sich nach dem Sonnenlicht gesehnt.

von Willi Grigor

In einem unendlichen Raum
gibt es keinen Mittelpunkt.

Oder

In einem unendlichen Raum
ist jeder Punkt der Mittelpunkt.

Also

In einem unendlichen Raum
herrscht absolute Gleichberechtigung.

Also…

von Susanna Ka

Die alte Stadt am Festland,
enge Gassen
und historische Häuserreihen.

Im Sommer ist es dort heiß wie in einem Backofen.
Die Hitze staut sich zwischen den alten Mauern,
das Kopfsteinpflaster glüht.

Im Winter…

von Annelie Kelch

Steilküste,
Das schroffe Kliff …
Und wie im Kindertraum
Findest du deine kleine Schwester:
Die verlassene Muschel,
Sand im offenen Aug …

Gegenwart pur –
Im spröden Licht der Binsen,
Ungeschönt –…

von Annelie Kelch

Wie herrlich funkeln unsere Meere im Sommerlicht!
Und nachts rauscht in den Muscheln das Blut des Mondes
Wie meine Sehnsucht nach dir in nächtlichen Träumen.

Unter tausend silbernen Perlen fand ich dich und tauchte
Hinab…

von Annelie Kelch

Umgarnt von hellen Maitönen verrinnen die Stunden im Staub;
seine grauen Fahnen durchkreuzen meinen Atem.

Mir ist zumut, als wüsste die Leuchtsichel, dass ich noch immer
von dir träume: ein leerer Teich, der sich nach Wasser…

von Monika Laakes

Solange deine Träume
hinaus ins Universum
schweben, werden Kräfte
frei, die an deiner Zukunft
weben. Mit glitzernden,
goldenen Fäden entsteht
ein Gewand der Fantasie,
in das du dich hüllst. Und
du…

von Annelie Kelch

O Aug, das nicht warm wird mit dieser Welt,
O Lächeln von mancherlei Fluor, darüber keine Wolke huscht …
O Träne, seltsamer Tropfen, der keine Rinne gräbt auf seinem
Weg zur schwellenden Lippe.

Was ist dir der Tag ...? –…

von Monika Jarju

ich gehe
neben fremden Schritten

ganz bei mir
bin ich selten

von Annelie Kelch

O Frühling, wie du uns zum Leben erweckst!
Knospe um Knospe treibst du voran,
wirfst deine Netze ins Meer, dass die
Fische springen, ruderst die Sonnenkähne
an Land und wir vertrauen wieder den
Wellen unserer Gefühle…

von Annelie Kelch

Meine Seele spaziert durch ein Buch wie durch einen Wald.
Mein Herz trinkt die Worte, eh sie im Schatten verdursten.
Ein Buchstabe purzelt ins Moos, ich hebe ihn auf
und puste den Schmerz fort.

Unterwegs - ich treffe…

von Annelie Kelch

Mondpreise sinken, doch der Stein will's aus
Dem Sinn mir reden, dass er sich erweichen lässt:
O Permafrost, danach ich mich verzehr.
Halbherzig ... wie ich mich dagegen wehr.
Und bin doch froh, dass sich das Jahr

von Annelie Kelch

Schulter an Schulter mit dem Atem des
Winters durch die unsichtbare Wand
Ins neue Jahr schreiten wie von Buda
Nach Pest, über die Donau, die Donau ...
So mitternachtsblau unterm Segel der
Monduhr, gestrichen von der…

von Anouk Ferez

florales brausen, blütengischt
farnfächerbucht
– mein nachen stach in see…
libellentränen nährten
regenbögen und
ein weh erklomm die brust.
schneller als pusteblumenzwerge
stieg mir die liebe in die…

von marie mehrfeld

Begegnung der unvermuteten Art an unserer alten Kreuzung nach sehr langer Zeit, Mai ist wieder, ein frischer Wind kühlt mir die Ohren und der Himmel so gewaltig hoch wie damals, weißt Du noch, scheues Streicheln, Gänsehaut, unsere leuchtenden…

von Annelie Kelch

Unter der flüchtigen Borke
des Daseins brodeln die Städte.
Schmerzerfüllt krümmt sich
die Weide dem Fluss entgegen
und in den seichten Flüssen und Seen
betteln die Zweige um Zuflucht.

Gegen die Flamme des…

von Monika Jarju

Mit dem Ozeandampfer aus Zigarettenschachteln
fuhr ich stolz auf dem gewellten Meer
von der Zimmertür bis nach Amerika.
Rote Felsen aus Sesseln staken im Atlantik,
am Horizont der Balkon. Wind wehte Vorhänge über ‘n Mast.…

von Annelie Kelch

Kaum schält sich die Morgenröte aus dem
Rußigen Mantel der Nacht, streust du auch
Schon das Salz deines Lebens in frische Wunden.

Neuer Tag – neue Verheißung: Sonne ist von
Bord gegangen … Ans Licht kommen deine Worte…

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