Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

empfohlene Prosagedichte
von Wera Goldman
von Verona Bratesch
von Klaas Klaasen
neue Prosagedichte
von Ella Sander
von ulli nass
von Johanna Blau
die schönsten Prosagedichte
von Monika Laakes
von Annelie Kelch
Mitglied

Falls du den Herbst suchst, mein Lieb
Wirst du ihn finden …
Im Schweigen der Blätter
In ihrem Tanz: die letzten Gebärden
Ein Akt der Schönheit:
Weihrauch vom Wind bei freiem Geleit
Bevor er sie in die Gosse…

von Monika Jarju
Mitglied

Als ich nach Hause kam
erwartete mich sein Schatten
ich machte kein Licht an
stand am Fenster und las
seine Nachricht zwischen den Wolken
der Schatten drehte sich um mich
verharrte dann still
ich lehnte…

von Monika Laakes
Mitglied

Sieh nur, schwarz
dräuende Wolkengebirge,
ein Windrad am Horizont,
mittig ein strahlendes Blau,
dort, hinterm Strauch
blinzelt ein Sonnenstrahl.
Vom ewigen Leuchten ein Hauch.

Du windbeflügelter

von Susanna Ka
Mitglied

Neue Wege wollte ich gehen,
fort von der Routine,
dem täglichen Einerlei,
und den immer
wiederkehrenden Ritualen.

Neue Welten wollte ich entdecken.
Dem Waldweg folgen,
den Sonnenmustern.
In den…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Es trägt der Wind deine, nach Poesie duftenden, Worte
durch die stillen, lichtdurchflutenden Räume
deines Palastes:
mein Großwesir, mein Meister.

Sie spielen Verstecken in Wickeln
Ornamentrosetten,

von Annelie Kelch
Mitglied

Einmal war ich der welke Mond im Morgengrau ...
Vor Schmerz zur Sichel gekrümmt; denn ich sah
Dich stolpern aus ihrem Haus und dass du völlig von
Sinnen warst.

Und einmal, mein Lieb, war ich die Angelwunde im

von Mara Krovecs
Mitglied

Aus meinen Tagebüchern
sind alle Buchstaben
fortgeflogen - der Seiten Leere
wie frisch gefallener Schnee
meine Traurigkeit zu Eis gefroren

ich drehe Pirouetten
auf dem Rascheln der Vergangenheit
dass das…

von Annelie Kelch
Mitglied

Im geronnenen Schwarzblut der Nacht
Schlägt der Mond seine Wimper auf ...

Er taucht sein silbriges Aug ins Meer
Und trinkt von den dunklen Wellen

Sturm peitscht die Flut voran
Und über den Unrat geschändeter

von Annelie Kelch
Mitglied

O Frühling, wie du uns zum Leben erweckst!
Knospe um Knospe treibst du voran,
wirfst deine Netze ins Meer, dass die
Fische springen, ruderst die Sonnenkähne
an Land und wir vertrauen wieder den
Wellen unserer Gefühle…

von marie mehrfeld
Mitglied

wenn auch manche Märchen verblasst sind in seinen ausgelesenen Büchern, wehren sich andere doch mit starken Lettern standhaft gegen das Vergessen, wie sich Schnee von zarten Zweigen löst, so sind Sterne aus seinen Tagen und Nächten gefallen,…

von Annelie Kelch
Mitglied

Frühjahr ganz nah –
und mein Lieb in der Ferne
trägt wieder die leichten
Schuhe ... die leichten Schuhe
jener Liebe, die von Angesicht
zu Angesicht heiß und
viel zu schnell entflammt.

Irgendwann –…

von Annelie Kelch
Mitglied

Im rauen Atem der Nacht
liegt das Dunkel, das uns
beschattet – geliebt von
den Sternen: Es lässt sie
strahlen und funkeln ...
Vom Tod gepriesen; so bleibt
uns sein Angesicht fremd.

Dein Schatten, sobald…

von marie mehrfeld
Mitglied

Begegnung der unvermuteten Art an unserer alten Kreuzung nach sehr langer Zeit, Mai ist wieder, ein frischer Wind kühlt mir die Ohren und der Himmel so gewaltig hoch wie damals, weißt Du noch, scheues Streicheln, Gänsehaut, unsere leuchtenden…

von Monika Laakes
Mitglied

Solange deine Träume
hinaus ins Universum
schweben, werden Kräfte
frei, die an deiner Zukunft
weben. Mit glitzernden,
goldenen Fäden entsteht
ein Gewand der Fantasie,
in das du dich hüllst. Und
du…

von Monika Jarju
Mitglied

Mit dem Ozeandampfer aus Zigarettenschachteln
fuhr ich stolz auf dem gewellten Meer
von der Zimmertür bis nach Amerika.
Rote Felsen aus Sesseln staken im Atlantik,
am Horizont der Balkon. Wind wehte Vorhänge über ‘n Mast.…

von Ella Sander
Mitglied

Als ich meinen Geist zu zähmen begann,
lauschte ich seinen Worten und erschrak,
wie unfreundlich er zu mir sprach.
Demütigend trat er mir gegenüber.
Ich duldete die Tyrannei; fand sie in meinen
Worten, die ich laut…

von Monika Jarju
Mitglied

Am frühen Abend wie diesem
schmutzstarr tief überm Eimer gebeugt
die Straße trug er auf seinen Lumpen
grub gierig brabbelnd ein Mensch

im Fauligen stieg Dumpfes auf
blindlings griff sein Hunger hinein
die…

von Monika Laakes
Mitglied

Und nachts
tanzen die Schatten
im Singsang
ächzender Traumgebilde.
Die stürzen und stürzen
am lichtvollen Morgen.
Wo nur hüten hoffnungsvolle
Hände pulsierendes Leben?

Taumelnde Engel fallen

von Susanna Ka
Mitglied

Die alte Stadt am Festland,
enge Gassen
und historische Häuserreihen.

Im Sommer ist es dort heiß wie in einem Backofen.
Die Hitze staut sich zwischen den alten Mauern,
das Kopfsteinpflaster glüht.

Im Winter…

von Annelie Kelch
Mitglied

Meine Seele spaziert durch ein Buch wie durch einen Wald.
Mein Herz trinkt die Worte, eh sie im Schatten verdursten.
Ein Buchstabe purzelt ins Moos, ich hebe ihn auf
und puste den Schmerz fort.

Unterwegs - ich treffe…

von marie mehrfeld
Mitglied

verlasst mich nicht, ihr Worte,
stellt mich vom Kopf auf die Füße,

steigt aus den Träumen mir in die Ohren,
fallt auf die Zunge, dass ich euch schmecke,

kommt aus den Verstecken, ihr Worte,
stellt euch auf in Reih…

von Annelie Kelch
Mitglied

Erhabener Kranich – willkommen
Ist den seichten Gewässern dein
Andächtig Stelzen: langsamer
Noch als die Schnecke und
Der schlafwandelnde Mond ...

Erhebst du dich, o mein Kranich
Flügel an Flügel für den…

von Britta Pelü
Mitglied

öffne
die Augen
orangefarbener
Schimmer schiebt sich
verstohlen vom Winkel des
Fensters in die weiß-blaue Mitte
ahne den Frost auf den Dächern
kuschel mich in meine Decke
schließe meine Augen

von Annelie Kelch
Mitglied

Apollon,
Vater des Orpheus,
Dem die Wälder folgten ...
Aus dem Blut, das du
Vergossen, erwacht im
Frühjahr jene, die den
Frösten des Winters trotzt:
Hyazinthe –
Schöne Lilie auf dem Felde,

von marie mehrfeld
Mitglied

gutes Geschirr für Jedermann, dermaleinst,
so blumig gezwiebelt, sich blättrig rankend
auf weißem Grund und in verblichenem Blau,
schau, der alte Zucker stockt immer noch in
bemalter Dose, und die Tässchen mit Sprung,…

von Uwe Röder
Mitglied

Der Mantel meiner
Überzeugung
hat geplatzte
Nähte.

Erst bei Regen ist
zu merken, der
war niemals
wasserdicht.

Und nach dem
Waschen bleiben
von ihm nur die
Knöpfe übrig.

von Uwe Röder
Mitglied

Wie fühlt er sich an,
ein Liebesbrief mit Hand
geschrieben.

Mit den Fingerspitzen
über Worte streifen,
die die Liebste schrieb.

Die Schrift erkennen,
angerührt verharren,
fast in Schrecken.

von Susanna Ka
Mitglied

Die Kreativität ist schlafen gegangen.
Lange hat sie versucht, sich wach zu halten,
hat gekämpft gegen den Medikamentendunst
der Chemotherapie,
gegen den Regen, den Wind,
hat sich nach dem Sonnenlicht gesehnt.

von Angelika Zädow
Mitglied

Als ich fort ging
sah der Ort
mir lange nach

streute Sehnsuchtssamen
mir ins Herz

Als ich fort war
keimte Sehnsucht
wuchs und blühte

Blumen der Erinnerung
ließen meine Seele lächeln

von Monika Jarju
Mitglied

Um den schmalen See fließt ein schnelles Band
der Pfad stöhnt & schnauft unter joggenden
Alltagsstühledrückern alle in gleicher Verpackung
der See liegt da wie ausgehaucht, Leute laufen
emsig & ernst an Stöcken…

von Annelie Kelch
Mitglied

Umgarnt von hellen Maitönen verrinnen die Stunden im Staub;
seine grauen Fahnen durchkreuzen meinen Atem.

Mir ist zumut, als wüsste die Leuchtsichel, dass ich noch immer
von dir träume: ein leerer Teich, der sich nach Wasser…

von Willi Grigor
Mitglied

In einem unendlichen Raum
gibt es keinen Mittelpunkt.

Oder

In einem unendlichen Raum
ist jeder Punkt der Mittelpunkt.

Also

In einem unendlichen Raum
herrscht absolute Gleichberechtigung.

Also…

von Annelie Kelch
Mitglied

O stiller Wald, o leerer weißer Garten …
Unter verdorrter Laubflut warten:
Igel, Assel, Käfer und Wurm.
Es krümmen sich die schwarzen
Finger der Bäume im Wintersturm.

Räuber im Flug – hab acht, leichte Beute!

von Annelie Kelch
Mitglied

Schulter an Schulter mit dem Atem des
Winters durch die unsichtbare Wand
Ins neue Jahr schreiten wie von Buda
Nach Pest, über die Donau, die Donau ...
So mitternachtsblau unterm Segel der
Monduhr, gestrichen von der…

von Annelie Kelch
Mitglied

Dämmer, über verschneite Gräber getropft …
Tausendjährig: Gespenster der Vergangenheit.
Ein rostiger Helm, halb zerfetzt, gibt Auskunft über
Gemetzel … O ave Lamento, das von Hügel zu Hügel zieht.
Umher irrt der Wind, weiß…

von Annelie Kelch
Mitglied

All diese Leute auf der anderen Seite
Des Zauns ... dort, wo unser Leid verklingt ...
Augen, die vor Neugier überquellen,
Hände, die nach unseren Wunden tasten,
Drin zu wühlen, Gesichter ohne Mitleid ...
Empört euch…

von Annelie Kelch
Mitglied

Grüner Deich ...
Zeuge verschwisterter Flut,
Totes, das uferwärts treibt.

Auflaufen lässt er die
Wasser des Stroms
nahe dem „Tor zur Welt“:
ein nordischer Saurier,
Koloss unter sanfteren
Brüdern,…

von Angelika Zädow
Mitglied

Zweiter Frühling scheint durchs Fenster,
kirtzelt frech die Herbstkühle weg.

Und im Staunen blüht die Hoffnung
neu mit großen Blüten auf:

Zuversicht, Lachen, Leichtigkeit.

Mag bald Herbst und Winter kommen -…

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

Flusskiesel waren glücklos in fremden Tiefen
Steigen auf. Leise bedacht
Schimmern unbeschadet
Vollendete Pracht
Wollen wieder vertrauen
Lebendig weise gedacht
So endet die Reise. Glückliche Fracht

von Ingeborg Henrichs
Mitglied

Einmal als die Feuer entflammten
Dem Anschein nach auch Wahrheiten
Verbrannten
Da blieb zurück in der Glut
Ein Schimmern
Entfachte aufs Neue wieder
Guter Gedanken Mut

von Uwe Röder
Mitglied

Die kleinste
unsrer Gesten schon
wird unsre Liebe zeigen.

Alle Stunden
wirst du wissen,
dass ich an dich denke,

und die schönste Melodie
im schönsten Lied
nur du mir bist.

Selbst in

von Monika Jarju
Mitglied

ich gehe
neben fremden Schritten

ganz bei mir
bin ich selten

von Susanna Ka
Mitglied

Kraftvolle Herbstgedichte habe ich gelesen,
von Erdenschmerz und Sturmgewalt,
von Kummer, der nie mehr genesen,
von dunklen Nächten, bitterkalt.

Mein Herbst ist viel kleiner,
kaum der Rede wert.
Da raschelt…

von Monika Jarju
Mitglied

Auf der Bank am See kauern Wolken
Licht durchblättert den Weg
im Gebüsch dunkeln Bäume
Möwen wetzen Flügelscheren
am ausgedachten Himmel
aus nicht erkennbaren Farben
ein gelassenes Blau und Gleißen
das…

von Britta Pelü
Mitglied

Der Himmel reißt auf
Ich sauge jedes Fitzelchen
Von Farbe in mich ein

Ein Versprechen
Auf einen wundervollen Abend im Sonnenschein
Wenn auch nur kurz
Fahre ihr auf Berge hinterher,
Um mein nach Licht und…

von Annelie Kelch
Mitglied

Nur geträumt ...?
Im Halbschlaf,
warm, unterm
zuckenden Lid: Schreie
der Gefiederten im
schwarzen Pfeil, der durch das
Blau eines neuen Himmels sirrt ...

Nur geträumt –
vom edlen Biberpelz,

von Annelie Kelch
Mitglied

Kaum schält sich die Morgenröte aus dem
Rußigen Mantel der Nacht, streust du auch
Schon das Salz deines Lebens in frische Wunden.

Neuer Tag – neue Verheißung: Sonne ist von
Bord gegangen … Ans Licht kommen deine Worte…

von Anouk Ferez
Mitglied

florales brausen, blütengischt
farnfächerbucht
– mein nachen stach in see…
libellentränen nährten
regenbögen und
ein weh erklomm die brust.
schneller als pusteblumenzwerge
stieg mir die liebe in die…

von Annelie Kelch
Mitglied

… hab längst die Waffen gestreckt
Noch vor dem Sommer, der sie ja eh
Geschmolzen hätt, denn sie waren ein
Harmloses Gericht: bitterer Edelschmaus
Aus Switzerland ...

Wollt schreiben meinem beleidigten
Lieb ein…

von Monika Jarju
Mitglied

Jenes rotglühende Flirren am Abend
das aufsteigt von summenden Palmen
und Eidechsen rhythmisch ihre Köpfe
zucken auf warmen Sonnenflecken unter
Mangobäumen zu beiden Seiten
der Sandweg ein goldener Fluss
im…

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