Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 1850 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

O Menschheit,
O ihr stummen Gärten,
Darin wie Fackeln
Bunte Blumen leuchten:
Die schöne Verlockung.

In Blütenblättern gestaut:
Sehnsucht nach Liebe
(Bestäubung, Befruchtung)
Wogt wie ein Meer.…

von Annelie Kelch

Bei Nacht trauern die Rosen,
weil mein Lieb weinen muss …
Im Tränenkanal staut
sich sein kleines Leid ...

Alle Schleusen stehen offen;
aber es ist kein Schiff in Sicht,
das ihn retten könnt ...
Und es…

von Monika Jarju

Die hohlen Blicke auf dem Umzugswagen
der Nachbar zieht schon wieder aus
das Haus ist wie ein Transitraum
Namen wechseln schneller
als Jahreszeiten auf Briefkästen
auf die Etagen ziehen andere Sprachen
verlegen…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Adieu mein Tag,
ich übergebe dich der Nacht,
und ihr Blut breitete sich aus
über Himmel und Erde,
da ging sie hin,
zog noch einmal durchs alte Amphitheater,
erwärmte die Bühne,
umspielte geborstene Säulen…

von Johanna Blau

Auf Wiesen und in Wäldern
Da finde ich Ruhe
Mein Geist mischt sich mit Fabelwesen
Wild wird mein Traum
Frei mein Körper sich zu strecken
Wie die Bäume in den Wind zu wachsen
Gehen auf schmalen Achsen
Dem…

Rezitation:
Johanna Blau
von Monika Jarju

Mein Schatten läuft mir voraus
er wird immer länger und
zieht mich den Hügel hinauf.

von Annelie Kelch

Damals, in jenem Advent, als der Schnee
mit den Papierkörben an den Straßenlaternen
korrespondierte, und du mit dem Hund
in den Park gestapft warst,
zündete ich heimlich eine Kerze an,
starrte hinein und beschwor die…

von Annelie Kelch

"Ich versteh' s echt nicht ..."

"... dass die ihren Kindern nicht erklären,
weshalb man uns nicht jagen darf."

"Sind wir denn nicht auch Geschöpfe aus Fleisch und Blut ...?"

"... mit einem kleinen Herzchen in der Brust…

von Lisi Schuur

Diffuser Dämmer
ein Schweigen
keine Leichtigkeit
Masken in der Auslage
des Schaufensters
die Touristenströme
ausgeblieben
niemand weiß warum

Backsteinmauern
kurz vor dem Horizont
biegen…

von Monika Jarju

Auf einem Gehsteig
Straßenpflaster, Kinderball
Gully & Kreide
sie sind mehr als ein Haufen –

Gedächtnissprünge.

In Gesellschaft eines Straßenengels
gehe ich jetzt darüber.

Die Sonne…

von Annelie Kelch

Erstarrtes Land,
darüber der Mond,
kalt, aus Eiswolken bricht,
ein tauber, glitzernder Stern: Rund –
glimmt er über dem östlichen Oderbruch.

Enggefühle –
Lichtverlust, messbar.
Wintergedanken – ín den…

von Monika Jarju

für Doudou

An jedem Tag der afrikanischen Woche
brennt die Sonne schwarze Hoffnung
in die Teeträume junger Männer unterm Baobab,
voller Minze & stark duftend nach Europa.

Unheilvoll gleiten ihre Boote übers…

von Annelie Kelch

Sonne haucht letzte Glut; ihr Atem rasselt.
Meinen Gefühlen geht langsam die Kraft aus ...
Die Gedanken schweifen zu oft in ferne Sommer
der Kindheit: Das aufgeschlagene Knie
nach dem Sprung vom Dach des Holzschuppens,…

von Annelie Kelch

Auf der versteinerten Tränenspur
entschwundener Jahre, fahndet die
gescheiterte Seele nach dem göttlichen Ursprung.
Wiederkehrend jedoch, im unverdrossenen
Licht der Sonne, erobert die Trägheit des
Sommers dein Herz…

von Annelie Kelch

Ach, Frühlingswiese, darauf
ich einst lag – vor den
riesigen Nordseewellen ...
Schafe – ohne Hirt' und Stab,
und mein blondes Schäfchen
purzelte aus der Kinderkarre,
wollt wilde Blumen pflücken.

O Zeit,…

von Monika Jarju

Plaza del Zócalo – um seine leere Mitte
dem Tal aus Asphalt pulsiert Chaos
unter schwarzem Schleier –
Smog, Lamento & das Elend der Villas perdidas

Mexico City tanzt Limbo um die Seelen der Toten
Indios &…

von Mara Krovecs

liebster - die sonne scheint
wir sollten es wieder tun
wir beide
uns erst ausziehen
platsch in den fluss
und dann schattenspringen
über den flusshai
im wasser forellen fangen
mit den händen

Rezitation:
von Monika Laakes

Weiße Unschuld,
unbeschriebenes Blatt,
weckst Erwartung,
Wahrhaftigkeit zu empfangen.
Zeichen vom Kopf
übern Kopf hinein
ins Herz,
Magie der Zeichen,
gibst Hoffnung
zum Frieden zu gelangen.…

von Annelie Kelch

Der Wind geht auf Taubenfüßen.
Im Getreide errötet der Mohn.
Wir brauchen nicht mehr zu heizen.
Eine Vogelscheuch' wacht überm Weizen,
und am Rain blüht der Hahnenfuß schon.

Durch die Stadt geistern Schatten und…

von Annelie Kelch

Tauben – im Nebel
unbegrenzter Redezeit ...
besprechen den Herbst:
Am gegenüberliegenden
Ufer – nichts Neues ...
Auch dieser Morgen – ohne Wiederkehr
Der Schiffsverkehr hat das graue Winterkleid
im…

von Annelie Kelch

Sommer: In den Krügen schäumen die Wasser
von morgen, gefesselt im Strom der Zeit.

Ich trete über die Schwelle der Angst und treibe
das Boot in den Fluss meiner Kindheit ...
Früh genug, um mit dem Adler davonzufliegen…

von Monika Jarju

Vom Schreibtisch einer Insel gleich
festlandumschlungen

überspringen meine Gedanken
durchsichtig wie Schatten die Meerenge

eine Gerade des Augenblicks
konzentriert auf das Wesen der Ferne

im hilflosem…

von Ekkehard Walter

Ehrlich währt am Längsten, so hieß einst einmal.
Doch Lügenhans hat's längst vergessen,
was früher stets war der Fall
hat heut der Zeitgeist aufgefressen.
Gelogen wird, dass sich die Balken biegen;
Ein normales,…

von Annelie Kelch

Blutende Felsen – dort,
wo eine Hand die andere wusch.
Erbrochenes bahnt sich den Weg
über die Promillegrenze;
Gebete, geflüstert,
vor leeren Kinderbetten ...
Noch herrscht Lichtzwang.

Blutjunge Clowns…

von Annelie Kelch

Das Glück der fröstelnden Braut
im Blitzgewitter vorm Holstentor

Das Glück uralter Bäume im Frühlingskleid -
unterm kritischen Mondgesicht

Das Glück unserer Herzen in den Baumrinden
lebt auf - wir schauen wieder…

von Lisi Schuur

Wenn die Zeit
nicht mehr bleiben will
weil der Abschied
verständlich scheint
wenn die Hand
nur noch fallen kann
und ein Lächeln
gefroren weint
wird die Länge zu ungenau
weil der Tag nicht die…

Rezitation:
Lisi Schuur 9/2016
von Annelie Kelch

Grünes Gras,
darüber gelber Septemberwind streicht

Sonne,
sticht neben mir in See,
setzt ihre goldenen Segel

Meine Seele –
stumm wie ein Fisch ...
Mit jedem Atemzug werde ich müder

Ich schlafe…

von Annelie Kelch

Wunde auf der stillen
Böschung des Ufers –
Wunde, die nicht
heilen will …

Vom Olymp herab
stürzt und zerbricht
in tausend Stücke:
ein kleiner Engel.

O Erde, die sich weigert,
das Kind zu…

von Monika Jarju

Mein Haar wintert lautlos
wird Schneehaar
ich werde Schatten
winterhartweiß
meine letzten Gedanken
im Raureif

von Annelie Kelch

„... Sterben ist in diesem Sein nichts Neues,
Doch zu leben, wahrlich, auch nicht neu.“
(Sergej Aleksandrowitsch J e s s e n i n,
in „Lebe wohl, mein Freund“ – vor seinem Selbstmord)

Letzter Schmetterling
Im…

von Monika Laakes

Wünsch mir
Deine Augen...
den Magnetismus,
die Magie.
Im Wolkenflug
wird's unbeständig.
Ich schau hinauf
und lös' mich auf.
Was ist nun
Wirklichkeit?
In dürren Jahren
klingt's…

von marie mehrfeld

Nach langer Zeit wieder einmal unterwegs auf den Spuren meiner Vergangenheit. Streifzug entlang vergessener Uferwege – im fahlen Licht der frühen Morgenstunde. Ich habe mich lange darauf gefreut.Zaghafte Tritte durchs Unterholz lassen tote…

von Annelie Kelch

Wieder ein junges Jahr – die alten Gedichte:
Meine gestrigen Worte flehen
um neues Gehör.
Ich grabe sie mit nackten Händen
aus dem Flussbett der Nacht

und bringe sie alphabetisch
in Reih und Glied und zur…

von Annelie Kelch

Die Nacht hebt ihren schweren dunklen Rock:
Das Meer blitzt auf und freudig blähen sich
am Landesteg neben den Kuttern die Segel:
Der Geist des Windes erwacht ...

Kühl noch die Bläue des Himmels über
Der roten Welle…

von marie mehrfeld

Steine sind Ursubstanz der Erde und ihr Gedächtnis von Anbeginn. Kommen von fernen Sternen und begleiten Lebewesen und unseren Planeten auf dem Weg bis zum Ende. Werkzeuge waren sie und erste Waffen, als ihre Zeit war. Zerrieben von Wasser und…

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