Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 1514 Texten in dieser Kategorie
von Monika Jarju

Neben der Bushaltestelle stehen Stunden
aneinandergereiht ohne abzufahren

wenn der Himmel abends aus der Stadt läuft
mit einem rosa Glühen an den Füßen

und keiner geht durch diese Stunde –
kaufe ich ein Ticket, um…

von Annelie Kelch

1.
Morgens um vier: Dein Schlaf ist so tief, dass
Vögel darüber spazieren und tirillieren könnten,
ohne dich aufzuwecken ...

Doch dann heult der Wind vor deinem Fenster -
und du schlägst die Augen auf.

von Annelie Kelch

Für ein paar Stunden nur ...
sobald die Tage
kürzer werden
will ich untertauchen
im Nebel des Vergessens.

Du fehlst mir in meiner Traumwelt,
darin des Nachts das Sternensilber
in letzte Rosen und…

von Werner Krotz

Kann man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben?
fragt einer
Kann man nach Hiroshima noch Gedichte schreiben?
frage ich
Nach Tschernobyl?
Nach Fukushima?
Nach Hölle um Hölle
die Menschen einander bereitet…

von Annelie Kelch

Es ist noch frisch, als wollt' der Winter uns bestrafen
und durch die Bäume strolcht ein scharfer kalter Wind,
ich stutze, denn es fehlen zwei, drei Schiffe im Museumshafen,
die, ja, wohin denn nur?, Hals über Kopf verschwunden…

von marie mehrfeld

Neonreklame des Hotels am anderen Mainufer blinkt rhythmisch grellgrün, ein bärtiger Alter mit räudigem leinenlosen Hund hinkt mit abgewandtem Blick über die Straße, der Mercedes bremst quietschend in letzter Sekunde,

einzelne…

von marie mehrfeld

Du Meisterwerk der Schöpfung hast magische Kräfte, wir verehren Dich. Die Weisheit der Erde ist in Deinem Samen gespeichert, Deine Säfte können heilen, trösten, sie begleiten und stärken unser Dasein. Deine Blätter stehen für Yin und Yang, die…

von Monika Laakes

Lass sie verschwinden.
Jag sie mit Lichtgeschwindigkeit
von dannen.
Lass sie bei Null enden
am Rande des Unvorstellbaren.

Jetzt! Jetzt!
Denn jetzt steht sie still.
Ist nicht fassbar,
nicht messbar…

von Monika Laakes

Staunen über diese Blume,
die sich mit tiefblauen Blütenzacken
aus dem Wiesengrund
der Sonne entgegenstreckt.

Staunen über Augen,
die sich aus ungezählten
Molekülen zu Zellen zusammenfügen,
um diese…

von Annelie Kelch

Immer durchschaue ich mein Lächeln.
Die Trauer schiebt es vor: Sie ist scheu
und will unerkannt bleiben, lässt sich
selten in die Karten blicken.

Ich komme einigermaßen mit ihr zurecht.
Eigentlich ist sie meine…

von Volker Harmgardt

(für B.J. im Dezember 1983)

In Blautönen habe ich dich gemalt,
fernab aller Regenbögen dieser Erde.
Dann aber sind die Monster losgetreten,
konterten dich in deiner Lebensplanung.
Farben und Ornamente verschwammen.…

von Luise Maus

Todes Kuss

Gelebt und doch
nur dahingesiecht
in großer Sehnsucht
nach ein wenig Glück.
Engel des Todes
du Krieger Gottes
gib mir endlich
den ersehnten Kuss.
Du schenkst mir
dein…

von Anouk Ferez

Als deine Küsse noch
auf meinen Augen
ruhten,
barg der Wind
meinen Atem
in seinen Fluten
und es bog
sich ein jedes Wort
ins Schweigen
- und es zog
der Blick, der dir zu eigen,
mich…

von Denis Waßmann

Ich versuche dich zu fühlen
und fühle mich,
nur diesmal ohne Angst und ohne Zweifel
und ohne Gier, ohne Wut.
Und überhaupt ist alles auf einmal so leicht
und befreit!
Ich habe mich in Deinen Augen gesehen,…

von * noé *

Endlos, die Wüste,
und totenstill …
Die Stille der Toten –
ihr Wille zu leben,
als dieser Wille noch in ihnen war,
die Felder noch nicht mit ihnen gedüngt,
vernichtet, zum Schweigen gebracht.

Ein Hauch…

von Annelie Kelch

Kirchturm im Nebel …
Die Stille wandert
durch den Dunst
bleiwunder Straßen.

Wäre ich allein …
Wäre ich allein auf dieser Welt:
Gott wäre mir nah
wie niemals zuvor ...

Er ginge neben mir her –…

von Annelie Kelch

Die schöne Dicke ruht sich aus von zuviel Kuchen.
Das süße Zeug und auch Bonbons sind dazu angetan -
sie Tag für Tag aufs Neue zu versuchen.

Auch liebt sie süße Brause und Kaffee mit Sahne,
doch niemals trinkt sie Bier –…

von Annelie Kelch

Der Wald ist eine wunderbare grüne Seele - und an den Bäumen
hängen die Blätter hoffnungsfroh wie schöne Gedanken.

Und unser blauer Himmel, dieser riesengroße Schlaf, darin die Vögel
Träume sind mit dunklen Schatten, die…

von Annelie Kelch

Du –
am Rande des Abgrunds.
Daran denke ich immer noch ...
manchmal – auf einsamen Wegen.

Was dich ganz allein hielt,
war meine rechte Hand
am Gepäckträger jenes Monstrums,
darauf „Mausie“ eines Tags zur…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Feld der Träume,
frisch aufgeblättert,
Rosenhain der Gefühle.
Hoffnungsvolle Blüten,
süsser Duft des Todes,
Dornenkrone der Wahrheit,
Blutstropfen im Meer der Liebe.
Salzige Wogen des Glaubens,
dem…

von Monika Laakes

Jetzt atmest du auf,
du mein Vertrauter.
Lässt dich verwöhnen
im Schauer der Unzählbaren,
die tanzen und wirbeln
nach eigenem Takt.

Winzigkleine Wichtigkeiten,
zu deinem Behagen
spiegelst du dich…

von Susanna Ka

Er erzählt vom Krieg,
in einer Fernsehsendung,
am Samstagabend –
ich hatte leichtere Kost erwartet.

Mit brüchiger Stimme erzählt er von seiner Zeit
als befehlshabender Offizier.
Wie er tötete und es plötzlich…

von Annelie Kelch

Mich zurückträumen -
in unbegrenzte Weiten,
als die Augen noch durch
Sonnensterne schwammen;
das Weißblech auf der Mole
aufblitzen sehen von fern und
nur noch einmal dort auf der Bank
die Schultern an die…

von Varia Antares

Ziel
Wunsch

Erreicht
Leidenschaft

Gedankenkraft
Verwirklicht

von Mara Krovecs

Weich und über
den Hortensien
sang ein Schmetterling

nur einmal – er umflatterte
die Blüte - flog davon
diese gläserne Zerbrechlichkeit
mitnehmend den Duft - das Licht
seine Liebe

Ich hörte ihn…

von Sigrid Hartmann

Federleicht schwingen Gedanken
Durch den leeren Raum
Durch den Raum der erfüllt ist
Von den Schwingungen
Der Gedanken
Gedanken die schwingen
Im leeren Raum
So ist der Raum nicht leer
Denn er ist…

von Luise Maus

Ich BIN doch, und
neben mir nur Grün,
die grüne Hölle.

Ich will weg
muss hier heraus!

Ich brauche Lichter
viele bunte Lichter
das kalte Neonflackern.

Schatten, wo sind sie,
die dunklen…

von Annelie Kelch

Im Winter riecht die Luft oft nach Schnee;
aber er fällt nimmer – als warte er auf Erlaubnis.
Schneesterne wünsch ich mir, sechseckig,
die sich auf deine Augen legen:
Dann siehst du mich nicht mehr
und verspürst…

von marie mehrfeld

Morgenspaziergang. Bestürzt blebe ich vor ihrem Haus stehen. Was liegt denn da auf dem Trottoir. Drei Brillchen ohne Gläser neben einäugigem Puppenkopf auf stofflosem Bügelbrett, dreibeiniger mahagonifarbener glänzend polierter Nachttisch, Türen…

von Monika Jarju

Am Tage verschweige ich
Leugne heftig das Fliegen
Dulde stumm das Fenster

War einmal ein weißer Vogel
Mit weiten Schwingen
Lag mir alles zu Füßen

Gab es keinen Ort
Für das Seelentier
Nur…

von Monika Laakes

Schaumkronen-König,
wie schmückst du dich
mit Macht und Eitelkeit.
Dein Tanz auf dem Regenbogen
färbt die Augen deiner
getreuen Untertanen bunt,
sie können den Blick nicht wenden,
warten im Auflösen der…

von Monika Laakes

Erloschene Augen.
Kann ich den Blick
vergessen?
Ein Mann,
dort auf der Bank,
in sich gekrümmt
und spindeldürr.
Denkbar, von ehemals
stattlicher Figur.
Und nun,
verdammt zur

von Christin von Margenburg

ich bin ein gitter
eingehängt über dem farbtopf
deiner fantasie

geklemmt
von rand zu rand
auf den eifrigen farbpinsel wartend.

es tropfen kunterbunt
beim abstreifen
mir

deine traumbilder…

von Johanna Blau

In meiner Erinnerung
Schwankt das All
In meinem Herzen
Kocht das Blut
Versuch es erneut
Und komm zu Fall
Das schürt die Glut

Ich bin hexenfrei
Weiß von magischen Orten
Ich bin seelenoffen…

Rezitation:
Johanna Blau
von Annelie Kelch

O ihr Sonntage!
O Bratenmentalität!
O ihr verfluchten Saumägen!
Tortenfledderer!
Korinthenkacker!
Nur lustig und frustig
hinein- und hinausgespachtelt -
aber bitte mit Sahne und viel Gefühl!
Langt…

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