Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 2153 Texten in dieser Kategorie
von Mara Krovecs

Deine Gedanken zerfallend
verspiegelt zusammengesetzt
immer zur Musik
kristallleuchtend im
Rhythmus deiner Phantasie.

Scherben zwischen Tanzschritten
Küsse von Schattenmündern
und nichts hält deine…

von marie mehrfeld

schrilles Klirren der Einsamkeit, Zeiten meines Lebens,
unaufhaltsam zerronnen, jäh aufsteigende Kaleidoskop
Scherben meiner guten Jahre, mit ihnen, die nun namenlos
sind, helles Gelächter, auch Tränen des Trauerns, und

von Monika Jarju

Das Haus
aus Lehm gestampft
ein Zaun aus Palmenblättern
bröcklige Kreidechiffren auf roter Wand
das Telefon in der Holzschatulle
verstummt im dunklen Winkel
ein Wassertopf auf Beinen
der Orangenbaum…

von Uwe Röder

Was ist Liebe?
Liebe ist für mich:
nur dich zu lieben!

Messgerät kann nur ein
Becher, groß bis an den
Rand des Universums sein.

Mein Lebensfaden
ist das Lot
für ihre Tiefe.

von Annelie Kelch

Ein Bienenmaul hat der Sommer
und Augen aus Zucker und Zimt.
O Sommer, seufzen wir
schon im Frühling und
bauen Nester – selten
zufrieden mit Wetter und Wind.

Allein unsere Träume halten uns
am Leben: Mit…

von Annelie Kelch

Dornen: Sie blühen
Auf der Schwelle
Zur Einsamkeit,
Zerreißen dein Herz
Und du musst weinen.

Weine nur, liebes Herz,
Solange du weinen
Musst; aber kehr
Niemals um, blick
Nicht zurück ...…

von Ingeborg Henrichs

In einem Jahr
Als die Weihnacht
Vor dem Advent begann
Unüberhörbar Unübersehbar
Verlor ich vorübergehend
Die Erinnerung an
Den Grund des Festes
Doch dann schmeckte ich
Diesen einen Spekulatius…

von Uwe Röder

Die Seele längt
den letzten Atemzug
um drei Sekunden.

Damit du nochmals
sehen sollst
das süße Licht,

das Wunder Leben
wirklich
spürst?

Damit du
drei Sekunden
länger liebst.…

von Monika Jarju

Wir gingen spazieren
an der ausgefransten Peripherie
unserer Gemeinsamkeit, liefen
wie lose aneinander gelehnte Sätze

dünn und lichthungrig umschlang uns
die Allee – eine duftlose Sommernacht
unsere Worte…

von Monika Jarju

Meine Sehnsucht ist grün
über der dünnen Schicht Schnee
schwarze Beeren an kahlen Winterbäumen
verbrannte Wünsche vom letzten Sommer
Aschewege unter meinen Schritten
meine Fingerspitzen strahlen wie Sonne
Wärme…

von Annelie Kelch

Und wer fängt uns auf?
Gott ...?, fragtest du, bevor die Tür
hinter dir zufiel.

Ja!!!! – Wir sind zum Sterben geboren;
aber du warst noch nicht lebenssatt,
jedoch unsagbar müd – vom Krieg
und anderen…

von marie mehrfeld

Drei Meter vor dem Fels
mit geballten Fäusten
auf der dunklen Seite
mäandernd klagen
Fluchtwege suchen
und nicht finden.

Macht Angst.
Macht klein.
Macht stumm.
Macht blind.

von marie mehrfeld

Der wilde Herbst hat sich nun eingenistet im grauen Gewand der Novemberwolkengebirge, unsere Wanderseelen wollen Ruhe finden, zünden Kerzen der Hoffnung an, rücken dicht aneinander und verschenken geborgte Umarmung mit bangem Herzen,

von Annelie Kelch

Als mir die Stadt noch fremder war als fremd
und ohne Halt und keine Heimat wollt versprechen ...
als das Gewölk der Möwen dort im großen Hafen mir
nicht lachte und keinen Namen wollt verpfeifen …
als auch des Tauwerks…

von Annelie Kelch

Der Herbst vergeht wie ein liebgewonnener Schmerz und
Auch ich sterbe ein Stück vor mich hin, während vom Baum
Das letzte Blatt fällt.

Mond, alter Verführer, stellst deinen schimmernden Fuß
In den Abend und mein Herz will…

von Ingeborg Henrichs

Auf einer Spur des Wunderbaren
Im Atemzug der Nacht
Gleitet sanft dahin
Die Barke
Wirft Anker bald in deinem Leben
Nie versiegend Wunschträume
Süsser Hoffnung Kraft
Der Liebe Macht
Sind ihre Fracht…

von Monika Laakes

dieser tag heute
ich blick' in den garten
spüre und ahne dies
ETWAS
...in allem
unausgesprochene
schöpferworte
lassen alles zu
dunkle blitze
der sonne
lautes flüstern
des windes…

von Monika Jarju

Was mir bleibt
eine magere Sonne
Was ich hatte
geronnen zu Nichts
gestreift von einem alten Glanz
Was ich suchte
suche ich nicht mehr
Was ich bin
verliert Gewissheit und Geheimnis
Nur mein…

von Uwe Röder

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Purpur Mond – Lilafarbe im Gesicht,
dunkelblau, ummantelt samtige Kühle,
blase Gestirne – leuchtend schwach,
angeknipster allabendlicher Herbsthorizont
zu fortgeschrittenen, vorwinterlichen Stunden.

Lauschige…

von Annelie Kelch

J 'ai visité Paris
la cité de beauté
des artistes
de la mode
de Romy Schneider -
tout seul
au point du soir.

Après cela
je pouvais dormir bien
tout seul
et très calmement
Je n'ai…

von Monika Jarju

Ich steige den luftigen Waldkeller hinab
und mein Gedicht läuft mit
das Publikum auf der Terrasse
hält die Gesichter ins Licht
hoch über der Balustrade strahlt Sonne
der Himmel zuckerblau & Robinien, Robinien…

von Ella Sander

Dein Garten: Blumenwiese voller Sterne;
Und meiner: Trockenwüste voller Kreuze.
Dein Lächeln ist der sanfte Wind,
Der Sternenstaub zu mir herüberweht;
Deine Liebkosungen, wie weiches
Duftend Gras, das mich berührt;…

von Annelie Kelch

Lieber Mai,
neigst dich hernieder
so sanft in meine Träume
und zu den lichten Weiden.
Zärtlich wie eine Schwalbe
fällt mein alter Deich in den
Frühling: ein Umhang aus
grüner Seide, geglitten von

von marie mehrfeld

Kerzengrade
wie auf dem Sprung
sitzt sie am späten
Sonntagmorgen
noch im Mantel

in seinem abgewetzten
moosgrünen Schalensessel
aus den Fünfzigern,

die Haare heute offen,
den roten Schal…

von Annelie Kelch

Nachts trauern die Rosen,
weil mein Lieb weinen muss …
Im Tränenkanal staut
sich sein kleines Leid.

Alle Schleusen stehen offen;
aber es ist kein Schiff in Sicht,
das ihn retten könnt ...
Und es gibt nur…

von Uwe Röder

Steine sprechen nicht wie wir,
wie wir - oft ohne Inhalt.

Sie erzählen von der Urzeit,
wie die Erde hat geglüht,

sie schildern unsagbaren Druck,
wie Erde krachend aufbrach,

wie ein Stein ans Licht gelangte…

von Annelie Kelch

Damals, in jenem Advent, als der Schnee
mit den Papierkörben an den Straßenlaternen
korrespondierte, und du mit dem Hund
in den Park gestapft warst,
zündete ich heimlich eine Kerze an,
starrte hinein und beschwor die…

von marie mehrfeld

Klopfen an heimlichen Türen, sich drohend senkende Klinken, schrille Geigenfugen, kratzten, in Augenblicken höchster Angst, in muffigen Kellern, krochen Sirenenheulen und Verdunkelung, rostige Schlösser schlüsselloser Türen, angellos

von Annelie Kelch

Zaghaftes Glühen, ach ... das will
ein kalter Wind mir mir heut vertreiben.
Die Kälte malträtiert die Haut der nackten Hände.
Mein ratzekahler Lieblingsbaum spricht Bände,
und ohne helles Kinderlachen bleibt
die…

von Annelie Kelch

Gegangen:
den Weg,
der nicht mehr war.
Lieder,
längst verklungen:
gesungen.
Die Saiten deiner
Gitarre: zersprungen ...
und dann gingst
du fort – nach Amerika.

Noch lange
berührte…

von Annelie Kelch

O Menschheit,
O ihr stummen Gärten,
Darin wie Fackeln
Bunte Blumen leuchten:
Die schöne Verlockung.

In Blütenblättern gestaut:
Sehnsucht nach Liebe
(Bestäubung, Befruchtung)
Wogt wie ein Meer.…

von Ella Sander

In meine Fenster
ragen dunkle Fichten,
nebelgewickelt;
beschwören gegenseitig
ihre Schatten
und wiegen das Gebet
des Windes in den Zweigen.

Ich weiß nicht, ob ich
graues Grün erblicke
oder…

von Monika Laakes

Hinaus, hinaus, es ruft der Wald,
die Unruh steckt in meinen Füßen.
Mein Hund spürt sich in mich hinein.
Umkreist mich wild, sein Körper ruft:
"Mach rasch! Hinaus! Wir kommen bald!"

Und wie auf einem Lichtstrahl…

von Monika Jarju

Hinter mir schloss die Tür
die Straße aus
verschluckte den Lärm
des Viertels
eine Melodie schwang
zwischen Schuhen & Maschinen
ein weher Klang
aus dem Heimatland
verströmte der russische Sender…

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