Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 2445 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Nur geträumt ...?
Im Halbschlaf,
warm, unterm
zuckenden Lid: Schreie
der Gefiederten im
schwarzen Pfeil, der durch das
Blau eines neuen Himmels sirrt ...

Nur geträumt –
vom edlen Biberpelz,

von Uwe Röder

Ohne Liebe
leben ist wie
totes Leben,

trauriger
als Leben
toter Dinge.

Berg und Wolken
fassen sich
an ihren Händen,

Ost- und Südwind
mischen ihren
Atem,

kalter Schnee,…

von marie mehrfeld

Türen offen gelassen,
Kleider kreuz und quer,
von mir gestreckt die Füße,

und die Ohren pfeifen wieder,
was quillt da durch Fensterritzen,
dem Missmut, der Unlust zum Trotz,

kriecht über den hölzernen…

von Ella Sander

In meine Fenster
ragen dunkle Fichten,
nebelgewickelt;
beschwören gegenseitig
ihre Schatten
und wiegen das Gebet
des Windes in den Zweigen.

Ich weiß nicht, ob ich
graues Grün erblicke
oder…

von Ingeborg Henrichs

Flusskiesel waren glücklos in fremden Tiefen
Steigen auf. Leise bedacht
Schimmern unbeschadet
Vollendete Pracht
Wollen wieder vertrauen
Lebendig weise gedacht
So endet die Reise. Glückliche Fracht

von Annelie Kelch

Sie spähen mich aus …
Sobald ich den Supermarkt betrete
Schreien: Hier sind wir, hiiiier ...! – mir entgegen.

Milchsanft und prall:
Mein Kullerpfirsich im August, Herzfleisch:
Stück für Stück trunken auf der Zunge…

von Susanna Ka

Nachweihnachtszeit.
Der Himmel
ein gleichmäßiges Grau.
Nieselregen
durchdringt
Jacke und Jeans,
der Hund
dreht sich glücklich im Kreis.

Frühlingsboten
im Supermarkt an der Kasse.

von Ingeborg Henrichs

Dieses " nach Hause kommen" im Advent
ist ein anderes.
Unsichtbar eingefangen vom Wiederkehrenden,
dem jährlich sich Wiederholenden;
vorbei an Kosumterror,- zwang und -rausch,
im anderen Licht der Dämmerung,

von Anouk Ferez

Dein Atem hat mir wieder mal den Wind genommen,
der sich in meinem Haar verfranst,
was du monierst – denn du willst ihn mir lieber
selbst aus den Segeln nehmen.
Mein Augenstern erschwärzt unter deinem Blick,
so…

von Uwe Röder

Die Seele längt
den letzten Atemzug
um drei Sekunden.

Damit du nochmals
sehen sollst
das süße Licht,

das Wunder Leben
wirklich
spürst?

Damit du
drei Sekunden
länger liebst.…

von Annelie Kelch

Der Winter tobt sich aus und weißt den kalten Norden.
Vorm Haus hier, vor dem Hause welkt ein Batzen Schnee.
Ohne paar Fingerstulpen draußen tun die Hände weh.
Und nicht mal Lina, unsere gute Alte –
spürt warmes…

von Uwe Röder

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von marie mehrfeld

noch ist Sommer und Hoffnung, und ich erzähl’ Dir, was war, bis ich heiser bin, wenn Du so lange schweigst,

ein Haus war da, eins mit stets offenen Fenstern und Türen, aus rotem Stein war es, darauf ein spitzes Schindeldach mit

von Monika Jarju

Sonnenstrahlen zwitscherten Frühling
flunkerten kahle Maulbeerbäume grün
beim Bäcker gab es Zuckergusswölkchen

So blau der Himmel über noch blassen Straßen
am Spreetunnel verzauberte Enten & Schwäne
Eisperlen…

von Juliana Modoi

Ohne dich
versteinert die Nacht in den Ästen,
und Donner stürmen das Meer;
Sehnsucht quillt aus dem Traum.

Ohne dich
liegen Mondbetten wie Gräber
im Wind der Luftlosigkeit;
Schwermut siedet in den…

von Angélique Duvier

Es wurde Schmerz zugefügt,
gewollt oder ungewollt.
Durch unüberlegtes Handeln,
oder durch Gleichgültigkeit.

Ein Wort nur, eine Tat,
einfach so, mal eben, ganz nebenbei,
man kann es weder zurücknehmen,

von Uwe Röder

Die kleinste
unsrer Gesten schon
wird unsre Liebe zeigen.

Alle Stunden
wirst du wissen,
dass ich an dich denke,

und die schönste Melodie
im schönsten Lied
nur du mir bist.

Selbst in

von Monika Jarju

Vergleiche deine Erfahrungen niemals im März.
Stell deine Gedanken einander vor.
Treibe Samen in die Erde und gieße sie.
Halt dich von Augen fern, wenn kein Regen fällt.
Gib eine Prise Kaffee ins Duschwasser.
Leg…

von Ingeborg Henrichs

Auf einer Spur des Wunderbaren
Im Atemzug der Nacht
Gleitet sanft dahin
Die Barke
Wirft Anker bald in deinem Leben
Nie versiegend Wunschträume
Süsser Hoffnung Kraft
Der Liebe Macht
Sind ihre Fracht…

von Annelie Kelch

Über schlafende Wälder
reift der rostrote Herbst.
Mit Nebelschwaden ziehen
die Reste des Sommers über den Fluss.
Das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel
und auf den Straßen stockt das Blut
der fallenden…

von Uwe Röder

Hätten wir doch weite Schwingen,
flögen anders, besser unsern
Lebensfluss entlang,
zu allen Träumen
unsres Lebens.

Hätten wir für nur Erspürtes
viel mehr Sinne, Sinn und Sinnen,
ach, verstünden,

von Annelie Kelch

Einmal, mein Herz schlug im dreizehnten Sommer,
hielt ich ein Plädoyer für blinde Sterne.

Der letzte Krieg war fast vergessen, die Grenzen gezogen;
aber in mir hallte nach jene Zeit, in der das Kind
trösten musste die…

von Uwe Röder

Was ist Liebe?
Liebe ist für mich:
nur dich zu lieben!

Messgerät kann nur ein
Becher, groß bis an den
Rand des Universums sein.

Mein Lebensfaden
ist das Lot
für ihre Tiefe.

von Monika Laakes

dieser tag heute
ich blick' in den garten
spüre und ahne dies
ETWAS
...in allem
unausgesprochene
schöpferworte
lassen alles zu
dunkle blitze
der sonne
lautes flüstern
des windes…

von Mara Krovecs

Im fremden Gewandt
sprichst du mich an
und ich erkenne dich.

Unsere Stimmen verlieren sich
in süßer Luft, im nahen Tanz
von Worten, die sich eng umschlingen.

Ich höre zu und du liest aus
meinen Augen,…

von Lena Kelm

Im hinreißenden Tempo
lachend in starken Händen
schwebe ich übers Parkett

Weder Schwerkraft
noch Schwermut
nur der Walzer und
unser glückliches Duett

Wenn die Liebe verblichen
und der schnelle…

von Annelie Kelch

Ein Bienenmaul hat der Sommer
und Augen aus Zucker und Zimt.
O Sommer, seufzen wir
schon im Frühling und
bauen Nester – selten
zufrieden mit Wetter und Wind.

Allein unsere Träume halten uns
am Leben: Mit…

von marie mehrfeld

unvermutete Begegnung mit dem alten Mann, dem mit dem abgerissenen Sakko über ausgefransten, ehemals schwarzen Hosen über ausgetretenen schnurlosen Turnschuhen,

dem mit den braunbraunen todtraurigen müden Augen unter wildem schwarzweißem…

von Annelie Kelch

J 'ai visité Paris
la cité de beauté
des artistes
de la mode
de Romy Schneider -
tout seul
au point du soir.

Après cela
je pouvais dormir bien
tout seul
et très calmement
Je n'ai…

von Monika Jarju

Meine Sehnsucht ist grün
über der dünnen Schicht Schnee
schwarze Beeren an kahlen Winterbäumen
verbrannte Wünsche vom letzten Sommer
Aschewege unter meinen Schritten
meine Fingerspitzen strahlen wie Sonne
Wärme…

von Angelika Zädow

Fahrend durch die Nacht
in schlafschaukelndem Wagen
bis gemächlich der Tag erwacht

Mogennebel durchschleiern das Land,
wie Wellen wogen sie sanft,
halten das Dunkel fest in der Hand

am Horizont zagendes…

von Annelie Kelch

Der Morgen zieht herauf –
Er ist noch voller Zweifel, Sorgen …
Sein Angesicht ist fahl; er träumt
Vom Krieg, von täglicher Gewalt,
Von Menschen, die den Tag
Verbringen müssen ohne jeden Halt
Und neidvoll schaun…

von Mara Krovecs

liebster - die sonne scheint
wir sollten es wieder tun
wir beide
uns erst ausziehen
platsch in den fluss
und dann schattenspringen
über den flusshai
im wasser forellen fangen
mit den händen

Rezitation:
von Uwe Röder

Steine sprechen nicht wie wir,
wie wir - oft ohne Inhalt.

Sie erzählen von der Urzeit,
wie die Erde hat geglüht,

sie schildern unsagbaren Druck,
wie Erde krachend aufbrach,

wie ein Stein ans Licht gelangte…

von marie mehrfeld

Wer oder was?
Ihr Worte!
Neue, alte, träge,
schräge, woher?
Aus dem Morgenkopf,
dem wachen,
wohin damit?
Auf deine
vergilbten Seiten,
du Notizbuch
von Anno Tobak,
aus der Tonne…

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