Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 2269 Texten in dieser Kategorie
von Lisi Schuur

Beim Umblättern
fiel etwas aus dem Buch
ein Lesezeichen
dessen Sinn nun entfallen ist
langsam blättere ich Seite um Seite
ist es möglich
dass alles mir fremd erscheint
keine heißen Quellen
die…

von Annelie Kelch

Ich sagte ihm, ich wolle zu mir zurückkehren
und stieg in den Zug nach Calais.

Ich freute mich wahnsinnig auf mich …
Jahrzehntelang war ich „wir“ gewesen –
in jeder Beziehung.

Ich hatte mich völlig vergessen. Man…

von Uwe Röder

Ohne Liebe
leben ist wie
totes Leben,

trauriger
als Leben
toter Dinge.

Berg und Wolken
fassen sich
an ihren Händen,

Ost- und Südwind
mischen ihren
Atem,

kalter Schnee,…

von Monika Jarju

Hier, zwischen gleichgültigen Winden sichten
Schmetterlinge Einzelheiten verschwundener Gene
das ganze unsichere Terrain alter Erde & Erbe

im Oderbruch beschriften Bauern Felder neu
bestimmen nachhaltige Distanzen…

von Monika Jarju

Blaues Schneelicht vorm Fenster
in die Stille wehen warme Herzworte
im Garten ist Versuchung & Versprechen
und du bist wieder ein Mädchen
aus rosa Kreide auf einer Mauer
mit einem lindgrünen Regenschirm
und…

von Anouk Ferez

Dein Atem hat mir wieder mal den Wind genommen,
der sich in meinem Haar verfranst,
was du monierst – denn du willst ihn mir lieber
selbst aus den Segeln nehmen.
Mein Augenstern erschwärzt unter deinem Blick,
so…

von Monika Jarju

Der Tag

..........an dem Aziz unterm Mangobaum
..........den springenden PUMA in Ahmeds
..........Kraushaar scharf rasierte & in den
..........staubigen Straßen Serekundas
..........sich helle Hunde durch die…

von Uwe Röder

Die Seele längt
den letzten Atemzug
um drei Sekunden.

Damit du nochmals
sehen sollst
das süße Licht,

das Wunder Leben
wirklich
spürst?

Damit du
drei Sekunden
länger liebst.…

von Annelie Kelch

Der Schmelz der Nacht klebt noch
am Kleid des frühen Morgens –
wie die vergangene Stunde an meiner Herzwand:
Jene Stunde ohne Ressentiments,
ohne Wenn und Aber.
Jene Stunde, die mir den Alptraum von der Seele nahm:…

von * noé *

In den Unwettern der Zeit,
wenn das Wort von gestern nicht mehr gilt,
weil man es wechseln kann – egal –
und die NATO plötzlich doch
wieder ein verlässlicher Partner wird,
wenn Flüchtlinge in ihren Booten

von Monika Jarju

Wir gingen spazieren
an der ausgefransten Peripherie
unserer Gemeinsamkeit, liefen
wie lose aneinander gelehnte Sätze

dünn und lichthungrig umschlang uns
die Allee – eine duftlose Sommernacht
unsere Worte…

von Monika Jarju

Wieder ein Jahr
etikettiert mit schöner Weile
mit Flügelschlägen & Luftspiegelungen
und wenn das Wetter mitspielt
wird es ein gutes Jahr
das man mit bunten Sätzen beschreiben kann
– der Rest liegt an dir.…

von Ingeborg Henrichs

Viele schöne Himmelsschätze
Sind im Menschenkind versteckt
Fügen sich zu Sätzen
Wollen auf Erden ihren Platz
Haben sich unaufdringlich leise
Umgeformt in Erkenntnis Sicht Weisen
Um durch bekannte Sphären Klänge…

von Annelie Kelch

Auf der Sonnenspur mit dir -
die Liebe zu wilden Bäumen teilen

Den Lobgesang der Natur
hören und Ausschau halten
nach wahren Wundern

Auch die Distel ... blüht
wie jene Freude,
die aus der Schöpfung…

von Annelie Kelch

"Ich versteh' s echt nicht ..."

"... dass die ihren Kindern nicht erklären,
weshalb man uns nicht jagen darf."

"Sind wir denn nicht auch Geschöpfe aus Fleisch und Blut ...?"

"... mit einem kleinen Herzchen in der Brust…

von Ella Sander

Ich wurde nicht gefragt,
ob mir das Essen schmeckt,
das sie mir reichten,
das ich, auch wenn's nicht schmeckte,
ohne zu murren, natürlich dankend,
wie ungewollte Tränen, runterschluckte.
Ich freute mich wie'n…

von Uwe Röder

Was ist Liebe?
Liebe ist für mich:
nur dich zu lieben!

Messgerät kann nur ein
Becher, groß bis an den
Rand des Universums sein.

Mein Lebensfaden
ist das Lot
für ihre Tiefe.

von Annelie Kelch

O Wagenräder, Fuhrpark, der in Flammen steht …
Wer hat die Löwenhäupter angezündet
über Nacht? –

Lächeln in einem fort ...
über Gärten hinweg und tragen
ihr irdisches Feuer wie leichtsinnige
Schwüre in die…

von Mara Krovecs

Im fremden Gewandt
sprichst du mich an
und ich erkenne dich.

Unsere Stimmen verlieren sich
in süßer Luft, im nahen Tanz
von Worten, die sich eng umschlingen.

Ich höre zu und du liest aus
meinen Augen,…

von Annelie Kelch

'Ja, einst gefriert der Lethefluss,
wer zweimal stirbt, wird ewig leben …'
(Jan Skácel, Landschaft mit einem schwarzen
Pferd und dem Fluss des Vergessens)

„Spring!“, rief die schwarze Woge,
„ich trage dich nach…

von Angelika Zädow

Fahrend durch die Nacht
in schlafschaukelndem Wagen
bis gemächlich der Tag erwacht

Mogennebel durchschleiern das Land,
wie Wellen wogen sie sanft,
halten das Dunkel fest in der Hand

am Horizont zagendes…

von Uwe Röder

Nur Wehmut wächst
in dieser Jahreszeit?
Der Nebel träumt
uns Schönes zu!

Die Blätter leuchten rot,
sie duften herb und süß.
Der Wind krault Blätter
von den Zweigen.

Weil er Bäume liebt,

von Mara Krovecs

hast du den traum an seinen fäden
mit deiner haut gesungen?
aus salz und wasser schwimmt das bild

es ist kalt es ist windig
wir sind liebe wie bernsteinwasser
ich vergesse die schritte
die wir schon liefen…

von Annelie Kelch

Einst pflückten wir das Blut des Sommers
Von den Kirschbäumen an den Chausseen.
Es glänzte wie Ebenholz aus Ceylon und
Schmeckte süß wie eine Liebe ohne Schatten.

Das waren Momente, in denen wir glücklich
Waren,…

von Uwe Röder

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von marie mehrfeld

noch ist Sommer und Hoffnung, und ich erzähl’ Dir, was war, bis ich heiser bin, wenn Du so lange schweigst,

ein Haus war da, eins mit stets offenen Fenstern und Türen, aus rotem Stein war es, darauf ein spitzes Schindeldach mit

von Annelie Kelch

Der Herbst vergeht wie ein liebgewonnener Schmerz und
Auch ich sterbe ein Stück vor mich hin, während vom Baum
Das letzte Blatt fällt.

Mond, alter Verführer, stellst deinen schimmernden Fuß
In den Abend und mein Herz will…

von Uwe Röder

Steine sprechen nicht wie wir,
wie wir - oft ohne Inhalt.

Sie erzählen von der Urzeit,
wie die Erde hat geglüht,

sie schildern unsagbaren Druck,
wie Erde krachend aufbrach,

wie ein Stein ans Licht gelangte…

von Marina Berin

Der Straßenstaub
Auf deinen Füßen
Verrät mir,
Welche Wege du gingst,
Wie lange du wandertest,
Bevor du mich trafst,
Wie viele Gastgeberinnen
Dich willkommen hießen.

•••

Meine Füße

von Ella Sander

Lasse mich werden, verkrustetes Herz.
Lass mich zu jener wachsen, die ich sein will.
Verharre nicht eingeweckt im Dunkel
längst verfloss'ner Spuren.
Wirf deine Krusten ab; Schäle dich frei.
Mit weniger Ballast lässt…

von Monika Jarju

Da war nur zittriges Gelächter
versickerte Tränen
ein flüchtig bemessenes Vakuum
in das alles fiel
verdunstete Worte
knochige Blicke
alle Lächeln auswendig gelernt

Da war nichts zwischen uns
die…

von Ella Sander

Dein Garten: Blumenwiese voller Sterne;
Und meiner: Trockenwüste voller Kreuze.
Dein Lächeln ist der sanfte Wind,
Der Sternenstaub zu mir herüberweht;
Deine Liebkosungen, wie weiches
Duftend Gras, das mich berührt;…

von Annelie Kelch

Könnt ich mich wandeln wie das weite Meer,
Dann wählte ich die sanfte Dünung: Wellen ...
Orbital bewegt, dem Windgebiet der See entkommen,
Darin der alte Mond sich einst hat freigeschwommen
Und in der Morgenfrühe seine…

von Monika Laakes

Hinaus, hinaus, es ruft der Wald,
die Unruh steckt in meinen Füßen.
Mein Hund spürt sich in mich hinein.
Umkreist mich wild, sein Körper ruft:
"Mach rasch! Hinaus! Wir kommen bald!"

Und wie auf einem Lichtstrahl…

von marie mehrfeld

stummes
Amselmännchen
sitzt reglos auf blattlosem
Zweig, hat den Nestbau vergessen,
in mir selbst gefangen schweige ich heute
unter bleischwerem Himmel, hoffe auf den wilden
Ausbruch junger hellgrüner Triebe…

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