Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 2053 Texten in dieser Kategorie
von Uwe Röder

Ein Staubkorn bist du nur
im Universum?
Ja, du bist das schönste,
bist das liebste Körnchen,

ein Brillantenstaubkörnlein,
das ganz fein nach
Mandelzucker schmeckt -
eben du.

von marie mehrfeld

Klopfen an heimlichen Türen, sich drohend senkende Klinken, schrille Geigenfugen, kratzten, in Augenblicken höchster Angst, in muffigen Kellern, krochen Sirenenheulen und Verdunkelung, rostige Schlösser schlüsselloser Türen, angellos

von marie mehrfeld

Allmählich breitet die Dämmerung
ihr dunkles Tuch über das Land.
Stille kehrt ein, die wir verloren
hatten im Lärm des Tagesgeplappers.

Unsere Seelen flüstern uns zu:
Liebt euch. Haltet euch fest.
Nehmt euch…

von Annelie Kelch

Ich schrieb mich zwischen Deich und Wasser in die Welt ...
Das Leuchten jener Tage ist noch lange nicht dahin.
Mein Leben war geprägt von Sonne, Fluss und Sternenzelt,
Und jedes fremde Schiff, das elbwärts glitt, blieb mir im…

von Monika Jarju

Schnee auf dem Teller
unter dem Messer
gefrorene Wimper
die Hand erstarrt
Eis auf dem Teppich
Kristalle im Spiegel
weiß das Sofa
Kissen aus Splitter
Schneeflocken
blühen & schweben

von marie mehrfeld

noch verwöhnt uns die Sonne mit ihrem Strahlen, noch schwimmt wie eh und je der Mond im Sternenmeer des unbegreiflich unendlichen Alls, noch blüht und grünt der Tag, noch halte ich Deine Hand und Du meine, noch suche und finde ich Worte, Farben…

von Annelie Kelch

O wilde Sommerrose, immer fliehst
Du uns jäher denn im Winter das Eis bricht.
Willst nimmermehr prunken?
Kannst uns nimmermehr leiden sehen?
Hältst uns nimmermehr dein feuriges Messer
An unsere Kehlen? Hast uns heuer…

von Annelie Kelch

Eines Tages werde ich dort wandern -
mit dir, Hand in Hand; ich weiß eine Menge,
du alles besser und willst mir erklären, weshalb
der Kot des Auerhahns nach Fichtennadeln duftet.

Ach ja?, fragst du und hebst tatsächlich…

von Monika Laakes

Wer regt sie an,
wer rührt sie auf
zum Quanteln -
im verborgenen
Photonengebären.

Wiegt lineares
Fortkommen in
ewigen Schlaf,
zum unwandelbaren
W a n d e l?

Schwarz ist

von Monika Laakes

Wirr quanteln Worte,
taumeln durchs Universum
in meinem Kopf.
Docken an,
ziselieren feinste Bahnen,
lebendige Straßen,
führen zum
eig'nen Wesen.
Gewiss, es gibt sie
dergestalt ein einziges Mal…

von Monika Jarju

Was mir bleibt
eine magere Sonne
Was ich hatte
geronnen zu Nichts
gestreift von einem alten Glanz
Was ich suchte
suche ich nicht mehr
Was ich bin
verliert Gewissheit und Geheimnis
Nur mein…

von Uwe Röder

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Purpur Mond – Lilafarbe im Gesicht,
dunkelblau, ummantelt samtige Kühle,
blase Gestirne – leuchtend schwach,
angeknipster allabendlicher Herbsthorizont
zu fortgeschrittenen, vorwinterlichen Stunden.

Lauschige…

von Ingeborg Henrichs

Einmal als die Feuer entflammten
Dem Anschein nach auch Wahrheiten
Verbrannten
Da blieb zurück in der Glut
Ein Schimmern
Entfachte aufs Neue wieder
Guter Gedanken Mut

von Yvonne Zoll

Nahezu im Absenten Endland des Hinterwalds
Einwillig tändelndes Lachen schräggerieselt
Im Sterbenadelschneegestöber eingesteckt
Getrunkener Atem verankernd eigenmächtig
Schattenprächtig spielt Verstecken schlürfend

von Monika Jarju

Ich steige den luftigen Waldkeller hinab
und mein Gedicht läuft mit
das Publikum auf der Terrasse
hält die Gesichter ins Licht
hoch über der Balustrade strahlt Sonne
der Himmel zuckerblau & Robinien, Robinien…

von Annelie Kelch

Lieber Mai,
neigst dich hernieder
so sanft in meine Träume
und zu den lichten Weiden.
Zärtlich wie eine Schwalbe
fällt mein alter Deich in den
Frühling: ein Umhang aus
grüner Seide, geglitten von

von Monika Jarju

Zuerst verschwanden die Fische
in den Trawlern vor Mauretanien
dann das Geld in den Netzen der Lobby

Mittlerweile leert sich das Land
Flüchtlinge statt Fische auf dem Weg
ins schnelle Europa

Wo leere Wasser…

von marie mehrfeld

Meine Schwester im Geist war sie, die alte Frau mit den
wachen blauen Augen und weißer Lockenpracht wie ein
Heiligenschein um den schmalen Kopf, mit ihren vollen
jungen Lippen in ihrem vom Leben und Wetter gegerbten

von Annelie Kelch

'Ja, einst gefriert der Lethefluss,
wer zweimal stirbt, wird ewig leben …'
(Jan Skácel, Landschaft mit einem schwarzen
Pferd und dem Fluss des Vergessens)

„Spring!“, rief die schwarze Woge,
„ich trage dich nach…

von marie mehrfeld

Hör zu, behalt deine Angst bei dir, hab selbst genug davon, meine lungert im alten Koffer neben Oma Lisas nackter Babypuppe, ja, mea maxima culpa, lang lang ist’s her, er ist ja wieder dran, der Kopf, und die Augen schließen sich im Liegen, hoch…

von Monika Laakes

Dein Lächeln
spendet Wärme,
darinnen Himmel
und Wald,
eine Tiefe
im Rhythmus
der Gezeiten.
Auf und nieder
hebt die Wolke
im goldenen Glanz
die Seele empor.
Wer mag dem Zauber…

von Annelie Kelch

Zaghaftes Glühen, ach ... das will
ein kalter Wind mir mir heut vertreiben.
Die Kälte malträtiert die Haut der nackten Hände.
Mein ratzekahler Lieblingsbaum spricht Bände,
und ohne helles Kinderlachen bleibt
die…

von Annelie Kelch

"Ich versteh' s echt nicht ..."

"... dass die ihren Kindern nicht erklären,
weshalb man uns nicht jagen darf."

"Sind wir denn nicht auch Geschöpfe aus Fleisch und Blut ...?"

"... mit einem kleinen Herzchen in der Brust…

von Annelie Kelch

Als mir die Stadt noch fremder war als fremd
und ohne Halt und keine Heimat wollt versprechen ...
als das Gewölk der Möwen dort im großen Hafen mir
nicht lachte und keinen Namen wollt verpfeifen …
als auch des Tauwerks…

von Ingeborg Henrichs

Auf einer Spur des Wunderbaren
Im Atemzug der Nacht
Gleitet sanft dahin
Die Barke
Wirft Anker bald in deinem Leben
Nie versiegend Wunschträume
Süsser Hoffnung Kraft
Der Liebe Macht
Sind ihre Fracht…

von Monika Laakes

Hinaus, hinaus, es ruft der Wald,
die Unruh steckt in meinen Füßen.
Mein Hund spürt sich in mich hinein.
Umkreist mich wild, sein Körper ruft:
"Mach rasch! Hinaus! Wir kommen bald!"

Und wie auf einem Lichtstrahl…

von Monika Jarju

Hinter mir schloss die Tür
die Straße aus
verschluckte den Lärm
des Viertels
eine Melodie schwang
zwischen Schuhen & Maschinen
ein weher Klang
aus dem Heimatland
verströmte der russische Sender…

von Mara Krovecs

liebster - die sonne scheint
wir sollten es wieder tun
wir beide
uns erst ausziehen
platsch in den fluss
und dann schattenspringen
über den flusshai
im wasser forellen fangen
mit den händen

Rezitation:
von Mara Krovecs

hast du den traum an seinen fäden
mit deiner haut gesungen?
aus salz und wasser schwimmt das bild

es ist kalt es ist windig
wir sind liebe wie bernsteinwasser
ich vergesse die schritte
die wir schon liefen…

von Annelie Kelch

Mein lieber Bruder, es reicht nicht mehr aus,
an eine Zukunft nur zu denken; du muss auch Sorge
dafür tragen, dass du in einem Land lebst, darin keine
Kriege geführt werden.

Ist dir das Schicksal nicht gnädig, wirst du…

von Greta D.

Endlose Stunden
Gähnen lautlos
Gedanken ersticken
In Nebelschwaden
Fragen verstummen
Lachen verlernt
Dröhnendes Schweigen
Erschlägt Lebenslust

Kalt frisst die Einsamkeit
blutende Furchen…

von Johanna Blau

Auf Wiesen und in Wäldern
Da finde ich Ruhe
Mein Geist mischt sich mit Fabelwesen
Wild wird mein Traum
Frei mein Körper sich zu strecken
Wie die Bäume in den Wind zu wachsen
Gehen auf schmalen Achsen
Dem…

Rezitation:
Johanna Blau
von Susanna Ka

Du hängst an der Nadel,
mit eingefallenen Wangen
und trüben Augen.
Müde von Kampf.

Infusionsflüssigkeit
sickert in deinen Körper,
vergiftet und rettet dich
gleichermaßen.

Ist die Infusionszeit…

von Monika Jarju

Staub und Launen wehen
und sonst nichts
Wände saugen Stille auf
leere Teppiche liegen ausgestreckt
unterm aufgerollten Mond
am ausgefransten Rand der Nacht
er wird nicht kommen
vor dem Morgen
bald…

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