Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 141 - 175 von insgesamt 1899 Texten in dieser Kategorie
von Mara Krovecs

Umarmung Umarmung Umarmung
von überall kommen Schönheiten
unter meine Augenflügel - huschen
ihren Weg in alle frühlingstiefen Seen

der Raps so gelb - (ich möchte ihn als Sari )
umschwirrt mein Haar und meine Brust…

von Annelie Kelch

Die Nacht hebt ihren schweren dunklen Rock:
Das Meer blitzt auf und freudig blähen sich
am Landesteg neben den Kuttern die Segel:
Der Geist des Windes erwacht ...

Kühl noch die Bläue des Himmels über
Der roten Welle…

von Annelie Kelch

Sommer: In den Krügen schäumen die Wasser
von morgen, gefesselt im Strom der Zeit.

Ich trete über die Schwelle der Angst und treibe
das Boot in den Fluss meiner Kindheit ...
Früh genug, um mit dem Adler davonzufliegen…

von Juliana Modoi

Ohne dich
versteinert die Nacht in den Ästen,
und Donner stürmen das Meer;
Sehnsucht quillt aus dem Traum.

Ohne dich
liegen Mondbetten wie Gräber
im Wind der Luftlosigkeit;
Schwermut siedet in den…

von Monika Laakes

Lass sie verschwinden.
Jag sie mit Lichtgeschwindigkeit
von dannen.
Lass sie bei Null enden
am Rande des Unvorstellbaren.

Jetzt! Jetzt!
Denn jetzt steht sie still.
Ist nicht fassbar,
nicht messbar…

von Annelie Kelch

Bleibt zurück, ihr verdorrten Berge, bleibt …
Zu nah schon seid ihr mit euren schrumpligen
Füßen den Städten und Dörfern auf die
Versteinerten Brandmale gerückt.

O Invasion grauer Bären mit müden Flanken ...

Über…

von Annelie Kelch

Schneller als sonst vergeht im Sommer die Zeit;
das Leben lächelt uns zärtlich zu - durch die Blume.
Wo Liebe hinfällt, wachsen rote Rosen.
Die Sonne macht keine sozialen Unterschiede:
Jeder darf sich an ihrem Feuer wärmen…

von Annelie Kelch

An der Weggabelung, die uns schied,
damals, um Mitternacht, vergaßen wir zwei,
wie schön und bunt diese Welt ist.

Du sahst das vollkommene Glück darin,
andere Menschen selig zu machen -
dort, wo das größte Elend…

von Annelie Kelch

Noch brennen die Kerzen am Baum
noch – sind unsere Wege hell erleuchtet
noch bleiben uns … ein paar Stunden – Weihnachten.

Der Winter hat das Land
fest im Griff; er malt sich zu Tode;
das Weiß und das kalte Grau:…

von Annelie Kelch

Ach, Frühlingswiese, darauf
ich einst lag – vor den
riesigen Nordseewellen ...
Schafe – ohne Hirt' und Stab,
und mein blondes Schäfchen
purzelte aus der Kinderkarre,
wollt wilde Blumen pflücken.

O Zeit,…

von Peter Boensch

geht's guad?
nojo!
und dir?
geht scho'!

wie lauft's?
es lauft!
bei dir?
gonz guat!

wos geht?
ned viel!
und selber?
a ned!

wer sogt's?
geht doch!
bei mir?…

von Monika Jarju

Plaza del Zócalo – um seine leere Mitte
dem Tal aus Asphalt pulsiert Chaos
unter schwarzem Schleier –
Smog, Lamento & das Elend der Villas perdidas

Mexico City tanzt Limbo um die Seelen der Toten
Indios &…

von Annelie Kelch

Sonne haucht letzte Glut; ihr Atem rasselt.
Meinen Gefühlen geht langsam die Kraft aus ...
Die Gedanken schweifen zu oft in ferne Sommer
der Kindheit: Das aufgeschlagene Knie
nach dem Sprung vom Dach des Holzschuppens,…

von Annelie Kelch

Sechs Häuser standen in Flammen innerhalb einer Woche;
ich half nicht, sie zu löschen, stand einfach nur da
und sah zu, wie mein Gartenhaus verkohlte,
mein Gartenhaus, darin ich elf Romane schrieb.
Rache riecht nach…

von Lena Kelm

Der eingebildete Spiegel zeigt
ein faltenreiches müdes Gesicht

Der Kühlschrank protestiert
verachtet die falschen Produkte

Das verstummte Klavier
beklagt seine Einsamkeit

Der eitle Kleiderschrank

von Annelie Kelch

Vorgestern: Schnee über Schnee;
der Wind seufzte lauter als sonst
im kahlen Geäst der Bäume:
Schaufensterpuppen ohne Kleider.

Mein blauweißer Schirm schnappte
dreimal über – ich versprach ihm
eine Therapie,…

von Monika Jarju

Mir fährt die Bahn durch den Kopf,
gesiebte Erinnerungen steigen aus,
bleiben zurück am Nachtrand.

Ich komme an, wo ich nicht bin,
da lutschen sie Sterne,
spucken die Kerne übers Gegengleis.

Wo ich einst…

von Monika Jarju

Vom Schreibtisch einer Insel gleich
festlandumschlungen

überspringen meine Gedanken
durchsichtig wie Schatten die Meerenge

eine Gerade des Augenblicks
konzentriert auf das Wesen der Ferne

im hilflosem…

von Annelie Kelch

Tauben – im Nebel
unbegrenzter Redezeit ...
besprechen den Herbst:
Am gegenüberliegenden
Ufer – nichts Neues ...
Auch dieser Morgen – ohne Wiederkehr
Der Schiffsverkehr hat das graue Winterkleid
im…

von Monika Laakes

Du machst es
mir schwer,
dich zu verstehen.
Was ist es,
das dich treibt?
Mein Blick
schweift ab
ins Reich der Träume,
du aber rüttelst
an meinem Ego,
hälst mich im Zaum
mit…

von Annelie Kelch

Blutende Felsen – dort,
wo eine Hand die andere wusch.
Erbrochenes bahnt sich den Weg
über die Promillegrenze;
Gebete, geflüstert,
vor leeren Kinderbetten ...
Noch herrscht Lichtzwang.

Blutjunge Clowns…

von Annelie Kelch

Welke Blütenblätter
zusammengekehrt
auf dem Straßenpflaster
erloschene Anmut
Schlusslichter des Sommers

Dein Lächeln
zerreißt mir das Herz
stört meinen Frieden
Zu wenig wissen wir
voneinander…

von Mara Krovecs

liebster - die sonne scheint
wir sollten es wieder tun
wir beide
uns erst ausziehen
platsch in den fluss
und dann schattenspringen
über den flusshai
im wasser forellen fangen
mit den händen

Rezitation:
von Annelie Kelch

Sein Gefieder glänzte im Mondlicht wie ein Klumpen Silber.
Als ich sicher war, dass er schlief, schlich ich ans Ufer
und heftete meine Seele unter seinen linken Flügel.

Ich versteckte mich im Schilf und wartete auf den Morgen.…

von Annelie Kelch

Im Schnee: die Spur
eines Sologängers;
aber wir waren ein Duo:
Ich trat in deine Fußstapfen.

Das Unsagbare lag zwischen uns
wie der Schnee inmitten meines
Spagats; er blieb unberührt
von meínen…

von Annelie Kelch

Grünes Gras,
darüber gelber Septemberwind streicht

Sonne,
sticht neben mir in See,
setzt ihre goldenen Segel

Meine Seele –
stumm wie ein Fisch ...
Mit jedem Atemzug werde ich müder

Ich schlafe…

von Annelie Kelch

Großer edler Bruder.
Leer nun die neue
Auffahrt unter dem
alten Sommerhimmel
blau gespannt
mit weißen Wolken
suche ich dich ein
halbes Jahrhundert später
noch immer vergeblich.

Hier sollt ich…

von Annelie Kelch

„... Sterben ist in diesem Sein nichts Neues,
Doch zu leben, wahrlich, auch nicht neu.“
(Sergej Aleksandrowitsch J e s s e n i n,
in „Lebe wohl, mein Freund“ – vor seinem Selbstmord)

Letzter Schmetterling
Im…

von Annelie Kelch

Auf der versteinerten Tränenspur
entschwundener Jahre, fahndet die
gescheiterte Seele nach dem göttlichen Ursprung.
Wiederkehrend jedoch, im unverdrossenen
Licht der Sonne, erobert die Trägheit des
Sommers dein Herz…

von marie mehrfeld

Steine sind Ursubstanz der Erde und ihr Gedächtnis von Anbeginn. Kommen von fernen Sternen und begleiten Lebewesen und unseren Planeten auf dem Weg bis zum Ende. Werkzeuge waren sie und erste Waffen, als ihre Zeit war. Zerrieben von Wasser und…

von Willi Grigor

Wenn jeder Berg in jedem Land
ist Kieselstein und Erde nur.
Wenn jeder Stein im Erdenrund
ist feiner Staub nur mehr.
Wenn jeder Bach und jeder Fluss
sich hat entleert in seinem Meer,
wenn wir und jedes Tier…

von Anouk Ferez

Der Weg entsprang unsren Füßen – erinnerst du dich? –
wie hingemalt, mit jedem Schritt.
In den Auen unsrer Augen röteten sich die Wangen
eines frisch geschlüpften Tages
und wir küssten den bröckelnden Rest der Nacht…

Oje
von Monika Laakes

Wie hüte ich meine Gedanken,
wenn sie sich verselbständigen
und abdriften in Melancholie?

Wie hüte ich meine Gedanken,
wenn sie entbrennen im Zornesrausch,
weil in nächster Nähe, so um die Ecke,
mal wieder…

von Monika Jarju

Ein gelbes Taxi hält
Rost blättert die Tür auf
ein Fuß tänzelt heraus
in silbernen Schuhen
eine üppige Schöne
schwingt ihre Hüften
stampft Staubfahnen
Armreifen klirren sanft
Wind schlägt im Takt…

von Monika Jarju

Mein Haar wintert lautlos
wird Schneehaar
ich werde Schatten
winterhartweiß
meine letzten Gedanken
im Raureif

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