Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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von marie mehrfeld
Beitrag 141 - 175 von insgesamt 2446 Texten in dieser Kategorie
von marie mehrfeld

Meine Schwester im Geist war sie, die alte Frau mit den
wachen blauen Augen und weißer Lockenpracht wie ein
Heiligenschein um den schmalen Kopf, mit ihren vollen
jungen Lippen in ihrem vom Leben und Wetter gegerbten

von Uwe Röder

Die kleinste
unsrer Gesten schon
wird unsre Liebe zeigen.

Alle Stunden
wirst du wissen,
dass ich an dich denke,

und die schönste Melodie
im schönsten Lied
nur du mir bist.

Selbst in

von marie mehrfeld

Hör zu, behalt deine Angst bei dir, hab selbst genug davon, meine lungert im alten Koffer neben Oma Lisas nackter Babypuppe, ja, mea maxima culpa, lang lang ist’s her, er ist ja wieder dran, der Kopf, und die Augen schließen sich im Liegen, hoch…

von Monika Laakes

Du machst es
mir schwer,
dich zu verstehen.
Was ist es,
das dich treibt?
Mein Blick
schweift ab
ins Reich der Träume,
du aber rüttelst
an meinem Ego,
hälst mich im Zaum
mit…

von marie mehrfeld

Kerzengrade
wie auf dem Sprung
sitzt sie am späten
Sonntagmorgen
noch im Mantel

in seinem abgewetzten
moosgrünen Schalensessel
aus den Fünfzigern,

die Haare heute offen,
den roten Schal…

von Uwe Röder

Unser Reichtum Erde,
vier Milliarden Jahre
Warten auf den großen
Wurf, das Leben.

Doch dann endlich
kümmern WIR uns,
alles neu und
"nachhaltig” zu regeln...

Bald genießt nur Tod
den Reichtum…

von Lisi Schuur

Beim Umblättern
fiel etwas aus dem Buch
ein Lesezeichen
dessen Sinn nun entfallen ist
langsam blättere ich Seite um Seite
ist es möglich
dass alles mir fremd erscheint
keine heißen Quellen
die…

von marie mehrfeld

Der wilde Herbst hat sich nun eingenistet im grauen Gewand der Novemberwolkengebirge, unsere Wanderseelen wollen Ruhe finden, zünden Kerzen der Hoffnung an, rücken dicht aneinander und verschenken geborgte Umarmung mit bangem Herzen,

von Uwe Röder

Noch bin ich solch ein Blatt,
das abgerissen schon
vom Baum, nichts weiß,
als taumelnd tanzen.

Denkt, es würde weithin
selber fliegen übers Land,
bis es, wie jedes Blatt,
am Boden angeheftet wird.

von Annelie Kelch

Und wer fängt uns auf?
Gott ...?, fragtest du, bevor die Tür
hinter dir zufiel.

Ja!!!! – Wir sind zum Sterben geboren;
aber du warst noch nicht lebenssatt,
jedoch unsagbar müd – vom Krieg
und anderen…

von Angélique Duvier

Es wurde Schmerz zugefügt,
gewollt oder ungewollt.
Durch unüberlegtes Handeln,
oder durch Gleichgültigkeit.

Ein Wort nur, eine Tat,
einfach so, mal eben, ganz nebenbei,
man kann es weder zurücknehmen,

von Mara Krovecs

Deine Gedanken zerfallend
verspiegelt zusammengesetzt
immer zur Musik
kristallleuchtend im
Rhythmus deiner Phantasie.

Scherben zwischen Tanzschritten
Küsse von Schattenmündern
und nichts hält deine…

von marie mehrfeld

nie gelüfteter Dachboden des vertrauten alten Hauses vor
dem Abriss, mich verabschiedend atme ich ein letztes Mal
den Mahagoniduft der Erinnerung, sanfter fleckiger Glanz,

der nicht poliert werden will, was war, soll…

von marie mehrfeld

Wer oder was?
Ihr Worte!
Neue, alte, träge,
schräge, woher?
Aus dem Morgenkopf,
dem wachen,
wohin damit?
Auf deine
vergilbten Seiten,
du Notizbuch
von Anno Tobak,
aus der Tonne…

von Uwe Röder

Hätten wir doch weite Schwingen,
flögen anders, besser unsern
Lebensfluss entlang,
zu allen Träumen
unsres Lebens.

Hätten wir für nur Erspürtes
viel mehr Sinne, Sinn und Sinnen,
ach, verstünden,

von Annelie Kelch

Einmal, mein Herz schlug im dreizehnten Sommer,
hielt ich ein Plädoyer für blinde Sterne.

Der letzte Krieg war fast vergessen, die Grenzen gezogen;
aber in mir hallte nach jene Zeit, in der das Kind
trösten musste die…

von Uwe Röder

Was ist Liebe?
Liebe ist für mich:
nur dich zu lieben!

Messgerät kann nur ein
Becher, groß bis an den
Rand des Universums sein.

Mein Lebensfaden
ist das Lot
für ihre Tiefe.

von Monika Laakes

Dein Lächeln
spendet Wärme,
darinnen Himmel
und Wald,
eine Tiefe
im Rhythmus
der Gezeiten.
Auf und nieder
hebt die Wolke
im goldenen Glanz
die Seele empor.
Wer mag dem Zauber…

von Annelie Kelch

Über schlafende Wälder
reift der rostrote Herbst.
Mit Nebelschwaden ziehen
die Reste des Sommers über den Fluss.
Das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel
und auf den Straßen stockt das Blut
der fallenden…

von Monika Jarju

weltschauplätze flimmern auf monitoren
zwischen luxus und trümmern menschen
exzessiv die kamera – ende des reports
der dezenten Verstimmung
• buchen sie hier! – grüßt CNN
vernetzt, fein programmiert & abgestimmt…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Geschwindigkeit,
Raum und Zeit,
Lichtjahre entfernt,
getrennt,
Lippenbekenntnis,
verblasstes Rouge,
Enttäuschung,
Schattenspendende
Distanz,
ertrunken,
aufgelöst,
Ewigkeit
„…

von Ingeborg Henrichs

von aussen nach innen
und dann weit darüber hinaus...
auch manch irrweg führt am schluss
zu dem einen unausweichlichen muss
gebündelte energie vereint in mir
getragen vom fluss geheimer magie
gelenkte schritte…

von Monika Jarju

Gegenüber im Abteil sitzt
ein Mann dünn und fahl
er kostet seinen Hunger aus
einer schäbigen Plastiktüte
prall gefüllt mit speckigen Prospekten
fiebrig zieht er sie raus
probiert den Hochglanzgeschmack

von Ella Sander

Ein Löwenzahnschirmchen schwebt,
von sanftem Frühlingswind getragen,
über die Wiesen der Möglichkeiten,
des Ungewissen, des Unbekannten.

Meist unbeachtet, oftmals abgelehnt
oder bekämpft, begleitet vom Schatten…

von Monika Jarju

Unter dem müden Oberlicht
spannte der Mann den Trenchcoat
seine Ärmel zwei lose Flügel
so windstill das Treppenhaus
rau das Klacken des Zeitrelais
verebbter Pulsschlag im Dunkel
Licht flammte auf im Schacht…

von Annelie Kelch

"Ich versteh' s echt nicht ..."

"... dass die ihren Kindern nicht erklären,
weshalb man uns nicht jagen darf."

"Sind wir denn nicht auch Geschöpfe aus Fleisch und Blut ...?"

"... mit einem kleinen Herzchen in der Brust…

von Monika Jarju

ich schreibe mich
in die Stille, unsichtbar meine Worte
..........Sätze kommen ans Licht
..........verschwinden wieder –
..........wie ein Zauber abseits von Realität

mein Text verlöscht, schreibt sich neu…

von Johanna Blau

Auf Wiesen und in Wäldern
Da finde ich Ruhe
Mein Geist mischt sich mit Fabelwesen
Wild wird mein Traum
Frei mein Körper sich zu strecken
Wie die Bäume in den Wind zu wachsen
Gehen auf schmalen Achsen
Dem…

Rezitation:
Johanna Blau
von Annelie Kelch

Eines Tages werde ich dort wandern -
mit dir, Hand in Hand; ich weiß eine Menge,
du alles besser und willst mir erklären, weshalb
der Kot des Auerhahns nach Fichtennadeln duftet.

Ach ja?, fragst du und hebst tatsächlich…

von Monika Jarju

Da war nur zittriges Gelächter
versickerte Tränen
ein flüchtig bemessenes Vakuum
in das alles fiel
verdunstete Worte
knochige Blicke
alle Lächeln auswendig gelernt

Da war nichts zwischen uns
die…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Purpur Mond – Lilafarbe im Gesicht,
dunkelblau, ummantelt samtige Kühle,
blase Gestirne – leuchtend schwach,
angeknipster allabendlicher Herbsthorizont
zu fortgeschrittenen, vorwinterlichen Stunden.

Lauschige…

von Ingeborg Henrichs

Ein Wort
Ein Satz
Ein Buch
Soll mir sein mein Zufluchtsort

Gehört, gesehen, gesagt
Gelesen, geschrieben, genannt
Doch
Noch nicht erkannt

Das eine Wort
Der eine Satz
Das eine Buch…

von marie mehrfeld

der Übergang vom Gelebten des Tags in die
Ungewissheit des Kommenden schwebt im
schwerelosen Geträumten, den Momenten
gestohlener Schlüssellochblicke in goldene

Zimmer zukünftigen Lichts, in der Nacht des

von Monika Jarju

Schnee auf dem Teller
unter dem Messer
gefrorene Wimper
die Hand erstarrt
Eis auf dem Teppich
Kristalle im Spiegel
weiß das Sofa
Kissen aus Splitter
Schneeflocken
blühen & schweben

von Annelie Kelch

Wie herrlich funkeln unsere Meere im Sommerlicht!
Und nachts rauscht in den Muscheln das Blut des Mondes
Wie meine Sehnsucht nach dir in nächtlichen Träumen.

Unter tausend silbernen Perlen fand ich dich und tauchte
Hinab…

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