Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 141 - 175 von insgesamt 2344 Texten in dieser Kategorie
von Uwe Röder

Noch bin ich solch ein Blatt,
das abgerissen schon
vom Baum, nichts weiß,
als taumelnd tanzen.

Denkt, es würde weithin
selber fliegen übers Land,
bis es, wie jedes Blatt,
am Boden angeheftet wird.

von Ingeborg Henrichs

Auf einer Spur des Wunderbaren
Im Atemzug der Nacht
Gleitet sanft dahin
Die Barke
Wirft Anker bald in deinem Leben
Nie versiegend Wunschträume
Süsser Hoffnung Kraft
Der Liebe Macht
Sind ihre Fracht…

von Uwe Röder

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von marie mehrfeld

noch ist Sommer und Hoffnung, und ich erzähl’ Dir, was war, bis ich heiser bin, wenn Du so lange schweigst,

ein Haus war da, eins mit stets offenen Fenstern und Türen, aus rotem Stein war es, darauf ein spitzes Schindeldach mit

von Annelie Kelch

O Menschheit,
O ihr stummen Gärten,
Darin wie Fackeln
Bunte Blumen leuchten:
Die schöne Verlockung.

In Blütenblättern gestaut:
Sehnsucht nach Liebe
(Bestäubung, Befruchtung)
Wogt wie ein Meer.…

von Susanna Ka

Du hängst an der Nadel,
mit eingefallenen Wangen
und trüben Augen.
Müde von Kampf.

Infusionsflüssigkeit
sickert in deinen Körper,
vergiftet und rettet dich
gleichermaßen.

Ist die Infusionszeit…

von Annelie Kelch

Nachts trauern die Rosen,
weil mein Lieb weinen muss …
Im Tränenkanal staut
sich sein kleines Leid.

Alle Schleusen stehen offen;
aber es ist kein Schiff in Sicht,
das ihn retten könnt ...
Und es gibt nur…

von Ingeborg Henrichs

Viele schöne Himmelsschätze
Sind im Menschenkind versteckt
Fügen sich zu Sätzen
Wollen auf Erden ihren Platz
Haben sich unaufdringlich leise
Umgeformt in Erkenntnis Sicht Weisen
Um durch bekannte Sphären Klänge…

von Ella Sander

Ich wurde nicht gefragt,
ob mir das Essen schmeckt,
das sie mir reichten,
das ich, auch wenn's nicht schmeckte,
ohne zu murren, natürlich dankend,
wie ungewollte Tränen, runterschluckte.
Ich freute mich wie'n…

von marie mehrfeld

Kerzengrade
wie auf dem Sprung
sitzt sie am späten
Sonntagmorgen
noch im Mantel

in seinem abgewetzten
moosgrünen Schalensessel
aus den Fünfzigern,

die Haare heute offen,
den roten Schal…

von Uwe Röder

Was ist Liebe?
Liebe ist für mich:
nur dich zu lieben!

Messgerät kann nur ein
Becher, groß bis an den
Rand des Universums sein.

Mein Lebensfaden
ist das Lot
für ihre Tiefe.

von Mara Krovecs

Im fremden Gewandt
sprichst du mich an
und ich erkenne dich.

Unsere Stimmen verlieren sich
in süßer Luft, im nahen Tanz
von Worten, die sich eng umschlingen.

Ich höre zu und du liest aus
meinen Augen,…

von Angelika Zädow

Fahrend durch die Nacht
in schlafschaukelndem Wagen
bis gemächlich der Tag erwacht

Mogennebel durchschleiern das Land,
wie Wellen wogen sie sanft,
halten das Dunkel fest in der Hand

am Horizont zagendes…

von Uwe Röder

Nur Wehmut wächst
in dieser Jahreszeit?
Der Nebel träumt
uns Schönes zu!

Die Blätter leuchten rot,
sie duften herb und süß.
Der Wind krault Blätter
von den Zweigen.

Weil er Bäume liebt,

von marie mehrfeld

stummes
Amselmännchen
sitzt reglos auf blattlosem
Zweig, hat den Nestbau vergessen,
in mir selbst gefangen schweige ich heute
unter bleischwerem Himmel, hoffe auf den wilden
Ausbruch junger hellgrüner Triebe…

von Annelie Kelch

Einst pflückten wir das Blut des Sommers
Von den Kirschbäumen an den Chausseen.
Es glänzte wie Ebenholz aus Ceylon und
Schmeckte süß wie eine Liebe ohne Schatten.

Das waren Momente, in denen wir glücklich
Waren,…

von Monika Jarju

weltschauplätze flimmern auf monitoren
zwischen luxus und trümmern menschen
exzessiv die kamera – ende des reports
der dezenten Verstimmung
• buchen sie hier! – grüßt CNN
vernetzt, fein programmiert & abgestimmt…

von Uwe Röder

Steine sprechen nicht wie wir,
wie wir - oft ohne Inhalt.

Sie erzählen von der Urzeit,
wie die Erde hat geglüht,

sie schildern unsagbaren Druck,
wie Erde krachend aufbrach,

wie ein Stein ans Licht gelangte…

von Mara Krovecs

ich habe aus deinen knochen
eine flöte – sie tönt im kreis
das feine weiß – so bleich
dein letztes wort – ich hab
aus deinem herzen ein weiches
wir liebten im rot
bis in die füsse – mein gang
so…

von marie mehrfeld

Allmählich breitet die Dämmerung
ihr dunkles Tuch über das Land.
Stille kehrt ein, die wir verloren
hatten im Lärm des Tagesgeplappers.

Unsere Seelen flüstern uns zu:
Liebt euch. Haltet euch fest.
Nehmt euch…

von Lisi Schuur

Diffuser Dämmer
ein Schweigen
keine Leichtigkeit
Masken in der Auslage
des Schaufensters
die Touristenströme
ausgeblieben
niemand weiß warum

Backsteinmauern
kurz vor dem Horizont
biegen…

von Annelie Kelch

Der Herbst vergeht wie ein liebgewonnener Schmerz und
Auch ich sterbe ein Stück vor mich hin, während vom Baum
Das letzte Blatt fällt.

Mond, alter Verführer, stellst deinen schimmernden Fuß
In den Abend und mein Herz will…

von Monika Jarju

Da war nur zittriges Gelächter
versickerte Tränen
ein flüchtig bemessenes Vakuum
in das alles fiel
verdunstete Worte
knochige Blicke
alle Lächeln auswendig gelernt

Da war nichts zwischen uns
die…

von marie mehrfeld

Wer oder was?
Ihr Worte!
Neue, alte, träge,
schräge, woher?
Aus dem Morgenkopf,
dem wachen,
wohin damit?
Auf deine
vergilbten Seiten,
du Notizbuch
von Anno Tobak,
aus der Tonne…

von Annelie Kelch

Zwischen Meer und Stadt, eingefangen im
schweigsamen Gras: Sonnenlicht, davon
Lämmlein trinken.

Lämmlein: Wolken, vom Himmel gefallen … Wolken
mit Augen und Ohren, die ein rosiger Schlaf
auf Wiesen gebettet hat.…

von Ella Sander

Lasse mich werden, verkrustetes Herz.
Lass mich zu jener wachsen, die ich sein will.
Verharre nicht eingeweckt im Dunkel
längst verfloss'ner Spuren.
Wirf deine Krusten ab; Schäle dich frei.
Mit weniger Ballast lässt…

von Monika Laakes

Du machst es
mir schwer,
dich zu verstehen.
Was ist es,
das dich treibt?
Mein Blick
schweift ab
ins Reich der Träume,
du aber rüttelst
an meinem Ego,
hälst mich im Zaum
mit…

von Angelika Zädow

Hinter
schönen
Reden,
glatt
gebügelter
Fassade
und
polierten
Eitelkeiten

erscheint
glänzend:
Mensch
im
Gehabe
des
Stolzes

In
einer
Ecke…

von Annelie Kelch

An einem Tag im längst vergessenen
Dezember '63, als in der Früh ich aus
Der Türe trat … in einen Morgen, der nicht
Daran zweifeln ließ, dass Winter war:
Mit Schnee, der sich vor meine Füße warf.
Und dankbar und…

von Monika Laakes

Wirr quanteln Worte,
taumeln durchs Universum
in meinem Kopf.
Docken an,
ziselieren feinste Bahnen,
lebendige Straßen,
führen zum
eig'nen Wesen.
Gewiss, es gibt sie
dergestalt ein einziges Mal…

von Ella Sander

Dein Garten: Blumenwiese voller Sterne;
Und meiner: Trockenwüste voller Kreuze.
Dein Lächeln ist der sanfte Wind,
Der Sternenstaub zu mir herüberweht;
Deine Liebkosungen, wie weiches
Duftend Gras, das mich berührt;…

von Annelie Kelch

Könnt ich mich wandeln wie das weite Meer,
Dann wählte ich die sanfte Dünung: Wellen ...
Orbital bewegt, dem Windgebiet der See entkommen,
Darin der alte Mond sich einst hat freigeschwommen
Und in der Morgenfrühe seine…

von Monika Jarju

Schnee auf dem Teller
unter dem Messer
gefrorene Wimper
die Hand erstarrt
Eis auf dem Teppich
Kristalle im Spiegel
weiß das Sofa
Kissen aus Splitter
Schneeflocken
blühen & schweben

von Greta D.

Endlose Stunden
Gähnen lautlos
Gedanken ersticken
In Nebelschwaden
Fragen verstummen
Lachen verlernt
Dröhnendes Schweigen
Erschlägt Lebenslust

Kalt frisst die Einsamkeit
blutende Furchen…

von Monika Laakes

Dein Lächeln
spendet Wärme,
darinnen Himmel
und Wald,
eine Tiefe
im Rhythmus
der Gezeiten.
Auf und nieder
hebt die Wolke
im goldenen Glanz
die Seele empor.
Wer mag dem Zauber…

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