Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 141 - 175 von insgesamt 2211 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Lieber Mai,
neigst dich hernieder
so sanft in meine Träume
und zu den lichten Weiden.
Zärtlich wie eine Schwalbe
fällt mein alter Deich in den
Frühling: ein Umhang aus
grüner Seide, geglitten von

von Monika Jarju

Hinter mir schloss die Tür
die Straße aus
verschluckte den Lärm
des Viertels
eine Melodie schwang
zwischen Schuhen & Maschinen
ein weher Klang
aus dem Heimatland
verströmte der russische Sender…

von Annelie Kelch

Eines Tages werde ich dort wandern -
mit dir, Hand in Hand; ich weiß eine Menge,
du alles besser und willst mir erklären, weshalb
der Kot des Auerhahns nach Fichtennadeln duftet.

Ach ja?, fragst du und hebst tatsächlich…

von Annelie Kelch

Als mir die Stadt noch fremder war als fremd
und ohne Halt und keine Heimat wollt versprechen ...
als das Gewölk der Möwen dort im großen Hafen mir
nicht lachte und keinen Namen wollt verpfeifen …
als auch des Tauwerks…

von Yvonne Zoll

Nahezu im Absenten Endland des Hinterwalds
Einwillig tändelndes Lachen schräggerieselt
Im Sterbenadelschneegestöber eingesteckt
Getrunkener Atem verankernd eigenmächtig
Schattenprächtig spielt Verstecken schlürfend

von Monika Jarju

Staub und Launen wehen
und sonst nichts
Wände saugen Stille auf
leere Teppiche liegen ausgestreckt
unterm aufgerollten Mond
am ausgefransten Rand der Nacht
er wird nicht kommen
vor dem Morgen
bald…

von marie mehrfeld

Meine Schwester im Geist war sie, die alte Frau mit den
wachen blauen Augen und weißer Lockenpracht wie ein
Heiligenschein um den schmalen Kopf, mit ihren vollen
jungen Lippen in ihrem vom Leben und Wetter gegerbten

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Purpur Mond – Lilafarbe im Gesicht,
dunkelblau, ummantelt samtige Kühle,
blase Gestirne – leuchtend schwach,
angeknipster allabendlicher Herbsthorizont
zu fortgeschrittenen, vorwinterlichen Stunden.

Lauschige…

von marie mehrfeld

Hör zu, behalt deine Angst bei dir, hab selbst genug davon, meine lungert im alten Koffer neben Oma Lisas nackter Babypuppe, ja, mea maxima culpa, lang lang ist’s her, er ist ja wieder dran, der Kopf, und die Augen schließen sich im Liegen, hoch…

von Ella Sander

Ich wurde nicht gefragt,
ob mir das Essen schmeckt,
das sie mir reichten,
das ich, auch wenn's nicht schmeckte,
ohne zu murren, natürlich dankend,
wie ungewollte Tränen, runterschluckte.
Ich freute mich wie'n…

von Annelie Kelch

O stiller Wald, o leerer weißer Garten …
Unter verdorrter Laubflut warten:
Igel, Assel, Käfer und Wurm.
Es krümmen sich die schwarzen
Finger der Bäume im Wintersturm.

Räuber im Flug – hab acht, leichte Beute!

von Monika Laakes

Wirr quanteln Worte,
taumeln durchs Universum
in meinem Kopf.
Docken an,
ziselieren feinste Bahnen,
lebendige Straßen,
führen zum
eig'nen Wesen.
Gewiss, es gibt sie
dergestalt ein einziges Mal…

von Ingeborg Henrichs

Viele schöne Himmelsschätze
Sind im Menschenkind versteckt
Fügen sich zu Sätzen
Wollen auf Erden ihren Platz
Haben sich unaufdringlich leise
Umgeformt in Erkenntnis Sicht Weisen
Um durch bekannte Sphären Klänge…

von Annelie Kelch

So lieb hat 's gefrühlingt
noch vor zwei Tagen
pfiffen die frechen
Spatzen dem Winter
ihre Schurkenlieder

Erd- und Luftgeist
vermählten sich
im Vorüberziehn
lichtzarter Bläue
Schalk brach…

von Monika Jarju

weltschauplätze flimmern auf monitoren
zwischen luxus und trümmern menschen
exzessiv die kamera – ende des reports
der dezenten Verstimmung
• buchen sie hier! – grüßt CNN
vernetzt, fein programmiert & abgestimmt…

von Monika Jarju

Eines Tages begann ich
dich zu suchen

wo ich hinging, fand ich deine Spur
doch nie dich selbst

Erinnerungen an dich
schmückten die Straßen

der Ort, an dem du dich befandst,
lag in meiner Vergangenheit…

von Annelie Kelch

"Ich versteh' s echt nicht ..."

"... dass die ihren Kindern nicht erklären,
weshalb man uns nicht jagen darf."

"Sind wir denn nicht auch Geschöpfe aus Fleisch und Blut ...?"

"... mit einem kleinen Herzchen in der Brust…

von Uwe Röder

Nur Wehmut wächst
in dieser Jahreszeit?
Der Nebel träumt
uns Schönes zu!

Die Blätter leuchten rot,
sie duften herb und süß.
Der Wind krault Blätter
von den Zweigen.

Weil er Bäume liebt,

von Monika Jarju

Mein Schatten läuft mir voraus
er wird immer länger und
zieht mich den Hügel hinauf.

von Annelie Kelch

Nachts trauern die Rosen,
weil mein Lieb weinen muss …
Im Tränenkanal staut
sich sein kleines Leid.

Alle Schleusen stehen offen;
aber es ist kein Schiff in Sicht,
das ihn retten könnt ...
Und es gibt nur…

von Annelie Kelch

Der Herbst vergeht wie ein liebgewonnener Schmerz und
Auch ich sterbe ein Stück vor mich hin, während vom Baum
Das letzte Blatt fällt.

Mond, alter Verführer, stellst deinen schimmernden Fuß
In den Abend und mein Herz will…

von Annelie Kelch

'Ja, einst gefriert der Lethefluss,
wer zweimal stirbt, wird ewig leben …'
(Jan Skácel, Landschaft mit einem schwarzen
Pferd und dem Fluss des Vergessens)

„Spring!“, rief die schwarze Woge,
„ich trage dich nach…

von Ingeborg Henrichs

Auf einer Spur des Wunderbaren
Im Atemzug der Nacht
Gleitet sanft dahin
Die Barke
Wirft Anker bald in deinem Leben
Nie versiegend Wunschträume
Süsser Hoffnung Kraft
Der Liebe Macht
Sind ihre Fracht…

von marie mehrfeld

Klopfen an heimlichen Türen, sich drohend senkende Klinken, schrille Geigenfugen, kratzten, in Augenblicken höchster Angst, in muffigen Kellern, krochen Sirenenheulen und Verdunkelung, rostige Schlösser schlüsselloser Türen, angellos

von Mara Krovecs

hast du den traum an seinen fäden
mit deiner haut gesungen?
aus salz und wasser schwimmt das bild

es ist kalt es ist windig
wir sind liebe wie bernsteinwasser
ich vergesse die schritte
die wir schon liefen…

von Uwe Röder

Wie strahlte mir
der Frühling
meines Lebens,
wie ein Vogel flog
mein Herz,
und über Feldern
jubilierten hell
die Lerchen.

Wie alles schwindet
und vergeht.
Die Vögel sammeln sich

von Annelie Kelch

O Menschheit,
O ihr stummen Gärten,
Darin wie Fackeln
Bunte Blumen leuchten:
Die schöne Verlockung.

In Blütenblättern gestaut:
Sehnsucht nach Liebe
(Bestäubung, Befruchtung)
Wogt wie ein Meer.…

von Johanna Blau

Auf Wiesen und in Wäldern
Da finde ich Ruhe
Mein Geist mischt sich mit Fabelwesen
Wild wird mein Traum
Frei mein Körper sich zu strecken
Wie die Bäume in den Wind zu wachsen
Gehen auf schmalen Achsen
Dem…

Rezitation:
Johanna Blau
von Annelie Kelch

Erstarrtes Land,
darüber der Mond,
kalt, aus Eiswolken bricht,
ein tauber, glitzernder Stern: Rund –
glimmt er über dem östlichen Oderbruch.

Enggefühle –
Lichtverlust, messbar.
Wintergedanken – ín den…

von Monika Jarju

Die hohlen Blicke auf dem Umzugswagen
der Nachbar zieht schon wieder aus
das Haus ist wie ein Transitraum
Namen wechseln schneller
als Jahreszeiten auf Briefkästen
auf die Etagen ziehen andere Sprachen
verlegen…

von Annelie Kelch

Auf der Sonnenspur mit dir -
die Liebe zu wilden Bäumen teilen

Den Lobgesang der Natur
hören und Ausschau halten
nach wahren Wundern

Auch die Distel ... blüht
wie jene Freude,
die aus der Schöpfung…

von Annelie Kelch

Einst pflückten wir das Blut des Sommers
Von den Kirschbäumen an den Chausseen.
Es glänzte wie Ebenholz aus Ceylon und
Schmeckte süß wie eine Liebe ohne Schatten.

Das waren Momente, in denen wir glücklich
Waren,…

von Marina Berin

Der Straßenstaub
Auf deinen Füßen
Verrät mir,
Welche Wege du gingst,
Wie lange du wandertest,
Bevor du mich trafst,
Wie viele Gastgeberinnen
Dich willkommen hießen.

•••

Meine Füße

von Annelie Kelch

An einem Tag im längst vergessenen
Dezember '63, als in der Früh ich aus
Der Türe trat … in einen Morgen, der nicht
Daran zweifeln ließ, dass Winter war:
Mit Schnee, der sich vor meine Füße warf.
Und dankbar und…

von Monika Laakes

Hinaus, hinaus, es ruft der Wald,
die Unruh steckt in meinen Füßen.
Mein Hund spürt sich in mich hinein.
Umkreist mich wild, sein Körper ruft:
"Mach rasch! Hinaus! Wir kommen bald!"

Und wie auf einem Lichtstrahl…

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