Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 71 - 105 von insgesamt 2415 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Der Winter tobt sich aus und weißt den kalten Norden.
Vorm Haus hier, vor dem Hause welkt ein Batzen Schnee.
Ohne paar Fingerstulpen draußen tun die Hände weh.
Und nicht mal Lina, unsere gute Alte –
spürt warmes…

von Annelie Kelch

Sie spähen mich aus …
Sobald ich den Supermarkt betrete
Schreien: Hier sind wir, hiiiier ...! – mir entgegen.

Milchsanft und prall:
Mein Kullerpfirsich im August, Herzfleisch:
Stück für Stück trunken auf der Zunge…

von Susanna Ka

Kraftvolle Herbstgedichte habe ich gelesen,
von Erdenschmerz und Sturmgewalt,
von Kummer, der nie mehr genesen,
von dunklen Nächten, bitterkalt.

Mein Herbst ist viel kleiner,
kaum der Rede wert.
Da raschelt…

von marie mehrfeld

schrilles Klirren der Einsamkeit, Zeiten meines Lebens,
unaufhaltsam zerronnen, jäh aufsteigende Kaleidoskop
Scherben meiner guten Jahre, mit ihnen, die nun namenlos
sind, helles Gelächter, auch Tränen des Trauerns, und

von Annelie Kelch

Mondpreise sinken, doch der Stein will's aus
Dem Sinn mir reden, dass er sich erweichen lässt:
O Permafrost, danach ich mich verzehr.
Halbherzig ... wie ich mich dagegen wehr.
Und bin doch froh, dass sich das Jahr

von Annelie Kelch

Ich sagte ihm, ich wolle zu mir zurückkehren
und stieg in den Zug nach Calais.

Ich freute mich wahnsinnig auf mich …
Jahrzehntelang war ich „wir“ gewesen –
in jeder Beziehung.

Ich hatte mich völlig vergessen. Man…

von Ingeborg Henrichs

Einmal als die Feuer entflammten
Dem Anschein nach auch Wahrheiten
Verbrannten
Da blieb zurück in der Glut
Ein Schimmern
Entfachte aufs Neue wieder
Guter Gedanken Mut

von Ella Sander

je älter ich werde
umso mehr reift
zuckerwatte
zwischen den schläfen
und der hüter
der erinnerung
begräbt die tränen
denn das seelenbitter
stirbt an zuckerschock

von Ingeborg Henrichs

In einem Jahr
Als die Weihnacht
Vor dem Advent begann
Unüberhörbar Unübersehbar
Verlor ich vorübergehend
Die Erinnerung an
Den Grund des Festes
Doch dann schmeckte ich
Diesen einen Spekulatius…

von Annelie Kelch

Unter der flüchtigen Borke
des Daseins brodeln die Städte.
Schmerzerfüllt krümmt sich
die Weide dem Fluss entgegen
und in den seichten Flüssen und Seen
betteln die Zweige um Zuflucht.

Gegen die Flamme des…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Diese kühle Sonne, die die blassblaue Frische
des klaren Himmels in ihren Strahlen einfing,
sich golden über den Rand der Wüste legte.

Dattelpalmen, abwechselnd mit Ficusbäumen
öffneten ihr Grün und sogen die glänzend…

von Anouk Ferez

du spielst meine tiefen töne,
säst in mir den weiten norden
hast es in jede muschel geraunt
die zu meinen füßen lag
„sei mein herz“
bis dein wunsch tausendfach zu mir aufschrie
und rauer seesand mein fühlen…

von Annelie Kelch

Was aber, wenn die zottige Nacht
auch am Tag zu uns herabstiege,
um uns die Dornen der Rosen
in die Herzen zu schlagen, damit wir
nicht allein ihre Schönheit, sondern
auch ihre Tugend und Tapferkeit lobten?

von Angelika Zädow

Zweiter Frühling scheint durchs Fenster,
kirtzelt frech die Herbstkühle weg.

Und im Staunen blüht die Hoffnung
neu mit großen Blüten auf:

Zuversicht, Lachen, Leichtigkeit.

Mag bald Herbst und Winter kommen -…

von Monika Jarju

ich gehe
neben fremden Schritten

ganz bei mir
bin ich selten

von Annelie Kelch

Einst, als die Zeit noch jünger war
Denn mein Aug vor Sonnenaufgang
Trug mich ein alter Kahn mit der Strömung
Den Fluss hinab ins grüne Licht des Schilfs
Darin die Zikaden warnten vor den
Untiefen grenzender Wasser…

von Monika Jarju

Hier, zwischen gleichgültigen Winden sichten
Schmetterlinge Einzelheiten verschwundener Gene
das ganze unsichere Terrain alter Erde & Erbe

im Oderbruch beschriften Bauern Felder neu
bestimmen nachhaltige Distanzen…

von Annelie Kelch

Der Schmelz der Nacht klebt noch
am Kleid des frühen Morgens –
wie die vergangene Stunde an meiner Herzwand:
Jene Stunde ohne Ressentiments,
ohne Wenn und Aber.
Jene Stunde, die mir den Alptraum von der Seele nahm:…

von Monika Jarju

Blaues Schneelicht vorm Fenster
in die Stille wehen warme Herzworte
im Garten ist Versuchung & Versprechen
und du bist wieder ein Mädchen
aus rosa Kreide auf einer Mauer
mit einem lindgrünen Regenschirm
und…

von Annelie Kelch

Raues Meer – das graue
wellige Haar eines alten Mannes,
der in beiden Weltkriegen kämpfte.

Schön und dunkel kommt nachts die Flut -
mit Lippen aus Schaum wie jener
vor den Nüstern kranker Pferde.

Der Strand…

von Annelie Kelch

Schreiadler stürzt
legt sich nieder
tot auf mein' Fuß ...
Fichtenzweigerl
fürs längst zerstörte
Nest im Schnabel …
kein Brieflein für
Weibchen und Brut
keinen letzten Gruß
(tjück jüb, tjück…

von Annelie Kelch

… hab längst die Waffen gestreckt
Noch vor dem Sommer, der sie ja eh
Geschmolzen hätt, denn sie waren ein
Harmloses Gericht: bitterer Edelschmaus
Aus Switzerland ...

Wollt schreiben meinem beleidigten
Lieb ein…

von Monika Jarju

Als ich nach Hause kam
erwartete mich sein Schatten
ich machte kein Licht an
stand am Fenster und las
seine Nachricht zwischen den Wolken
der Schatten drehte sich um mich
verharrte dann still
ich lehnte…

von Monika Jarju

Der Tag

..........an dem Aziz unterm Mangobaum
..........den springenden PUMA in Ahmeds
..........Kraushaar scharf rasierte & in den
..........staubigen Straßen Serekundas
..........sich helle Hunde durch die…

von Anouk Ferez

florales brausen, blütengischt
farnfächerbucht
– mein nachen stach in see…
libellentränen nährten
regenbögen und
ein weh erklomm die brust.
schneller als pusteblumenzwerge
stieg mir die liebe in die…

von marie mehrfeld

Drei Meter vor dem Fels
mit geballten Fäusten
auf der dunklen Seite
mäandernd klagen
Fluchtwege suchen
und nicht finden.

Macht Angst.
Macht klein.
Macht stumm.
Macht blind.

von Monika Jarju

Um den schmalen See fließt ein schnelles Band
der Pfad stöhnt & schnauft unter joggenden
Alltagsstühledrückern alle in gleicher Verpackung
der See liegt da wie ausgehaucht, Leute laufen
emsig & ernst an Stöcken…

von Uwe Röder

Ein Staubkorn bist du nur
im Universum?
Ja, du bist das schönste,
bist das liebste Körnchen,

ein Brillantenstaubkörnlein,
das ganz fein nach
Mandelzucker schmeckt -
eben du.

von Annelie Kelch

Grüner Deich ...
Zeuge verschwisterter Flut,
Totes, das uferwärts treibt.

Auflaufen lässt er die
Wasser des Stroms
nahe dem „Tor zur Welt“:
ein nordischer Saurier,
Koloss unter sanfteren
Brüdern,…

von Annelie Kelch

Am Hohlweg neben seinem Herzen
vorbeigeschrammt und auf den
Schotter der Nacht gesunken.

Das Siegel gebrochen – nun dunkeln
die Rosen des Bluts, Liebe hat
anderswo zu tun.

Schmerz verstummt; der Tag hat…

von Volker Harmgardt

Wir sind uns nichts schuldig, aber auch nicht das Geringste schuldig,
ohne zu zögern bist du gegangen und wolltest irgendwann
wiederkommen, es war kein Problem,
verdammt.
In unserer Strasse bei Hitze hast du es mir…

von marie mehrfeld

Türen offen gelassen,
Kleider kreuz und quer,
von mir gestreckt die Füße,

und die Ohren pfeifen wieder,
was quillt da durch Fensterritzen,
dem Missmut, der Unlust zum Trotz,

kriecht über den hölzernen…

von * noé *

In den Unwettern der Zeit,
wenn das Wort von gestern nicht mehr gilt,
weil man es wechseln kann – egal –
und die NATO plötzlich doch
wieder ein verlässlicher Partner wird,
wenn Flüchtlinge in ihren Booten

von Annelie Kelch

Ich habe den Schlüssel zur Pforte
deines Herzens verloren;
der Riegel lässt sich nicht öffnen …
Eine Sprengung kommt nicht in Frage

Du hast aus Beton eine Mauer
zwischen uns gezogen
Ich mache dir keinen…

von Monika Jarju

Wieder ein Jahr
etikettiert mit schöner Weile
mit Flügelschlägen & Luftspiegelungen
und wenn das Wetter mitspielt
wird es ein gutes Jahr
das man mit bunten Sätzen beschreiben kann
– der Rest liegt an dir.…

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