Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 71 - 105 von insgesamt 2055 Texten in dieser Kategorie
von Uwe Röder

Die Seele längt
den letzten Atemzug
um drei Sekunden.

Damit du nochmals
sehen sollst
das süße Licht,

das Wunder Leben
wirklich
spürst?

Damit du
drei Sekunden
länger liebst.…

von * noé *

In den Unwettern der Zeit,
wenn das Wort von gestern nicht mehr gilt,
weil man es wechseln kann – egal –
und die NATO plötzlich doch
wieder ein verlässlicher Partner wird,
wenn Flüchtlinge in ihren Booten

von Monika Jarju

Wir gingen spazieren
an der ausgefransten Peripherie
unserer Gemeinsamkeit, liefen
wie lose aneinander gelehnte Sätze

dünn und lichthungrig umschlang uns
die Allee – eine duftlose Sommernacht
unsere Worte…

von Anouk Ferez

Dein Atem hat mir wieder mal den Wind genommen,
der sich in meinem Haar verfranst,
was du monierst – denn du willst ihn mir lieber
selbst aus den Segeln nehmen.
Mein Augenstern erschwärzt unter deinem Blick,
so…

von Annelie Kelch

Regen löschte das Silber des Mondes,
gefallen aufs Pflaster einer sündigen
Meile wie ein Vergeltungsschlag.

Du, dort am Straßenrand, mit Haaren,
nasser als das Fell jener streunenden
Katze, die mich keine Sekunde…

von Monika Jarju

Auf der schwarzen Wand der Nacht
blüht gelb ein Fenster hoch zum Dach
atmet still in meine Dunkelheit

Ein Körper schläft
sein Schatten tanzt
lockt mich ans schwarze Fenster

An der Wand gegenüber haftet sein…

von Mara Krovecs

Im fremden Gewandt
sprichst du mich an
und ich erkenne dich.

Unsere Stimmen verlieren sich
in süßer Luft, im nahen Tanz
von Worten, die sich eng umschlingen.

Ich höre zu und du liest aus
meinen Augen,…

von Annelie Kelch

Dornen: Sie blühen
Auf der Schwelle
Zur Einsamkeit,
Zerreißen dein Herz
Und du musst weinen.

Weine nur, liebes Herz,
Solange du weinen
Musst; aber kehr
Niemals um, blick
Nicht zurück ...…

von Monika Jarju

Vergleiche deine Erfahrungen niemals im März.
Stell deine Gedanken einander vor.
Treibe Samen in die Erde und gieße sie.
Halt dich von Augen fern, wenn kein Regen fällt.
Gib eine Prise Kaffee ins Duschwasser.
Leg…

von marie mehrfeld

schrilles Klirren der Einsamkeit, Zeiten meines Lebens,
unaufhaltsam zerronnen, jäh aufsteigende Kaleidoskop
Scherben meiner guten Jahre, mit ihnen, die nun namenlos
sind, helles Gelächter, auch Tränen des Trauerns, und

von Monika Jarju

Wieder ein Jahr
etikettiert mit schöner Weile
mit Flügelschlägen & Luftspiegelungen
und wenn das Wetter mitspielt
wird es ein gutes Jahr
das man mit bunten Sätzen beschreiben kann
– der Rest liegt an dir.…

von Annelie Kelch

Ein Bienenmaul hat der Sommer
und Augen aus Zucker und Zimt.
O Sommer, seufzen wir
schon im Frühling und
bauen Nester – selten
zufrieden mit Wetter und Wind.

Allein unsere Träume halten uns
am Leben: Mit…

von Annelie Kelch

Ich habe den Schlüssel zur Pforte
deines Herzens verloren;
der Riegel lässt sich nicht öffnen …
Eine Sprengung kommt nicht in Frage

Du hast aus Beton eine Mauer
zwischen uns gezogen
Ich mache dir keinen…

von Anouk Ferez

du spielst meine tiefen töne,
säst in mir den weiten norden
hast es in jede muschel geraunt
die zu meinen füßen lag
„sei mein herz“
bis dein wunsch tausendfach zu mir aufschrie
und rauer seesand mein fühlen…

von marie mehrfeld

Drei Meter vor dem Fels
mit geballten Fäusten
auf der dunklen Seite
mäandernd klagen
Fluchtwege suchen
und nicht finden.

Macht Angst.
Macht klein.
Macht stumm.
Macht blind.

von Angelika Zädow

Zweiter Frühling scheint durchs Fenster,
kirtzelt frech die Herbstkühle weg.

Und im Staunen blüht die Hoffnung
neu mit großen Blüten auf:

Zuversicht, Lachen, Leichtigkeit.

Mag bald Herbst und Winter kommen -…

von Monika Jarju

Hier, zwischen gleichgültigen Winden sichten
Schmetterlinge Einzelheiten verschwundener Gene
das ganze unsichere Terrain alter Erde & Erbe

im Oderbruch beschriften Bauern Felder neu
bestimmen nachhaltige Distanzen…

von Monika Jarju

Jenes rotglühende Flirren am Abend
das aufsteigt von summenden Palmen
und Eidechsen rhythmisch ihre Köpfe
zucken auf warmen Sonnenflecken unter
Mangobäumen zu beiden Seiten
der Sandweg ein goldener Fluss
im…

von Monika Jarju

Da war nur zittriges Gelächter
versickerte Tränen
ein flüchtig bemessenes Vakuum
in das alles fiel
verdunstete Worte
knochige Blicke
alle Lächeln auswendig gelernt

Da war nichts zwischen uns
die…

von Annelie Kelch

Und wer fängt uns auf?
Gott ...?, fragtest du, bevor die Tür
hinter dir zufiel.

Ja!!!! – Wir sind zum Sterben geboren;
aber du warst noch nicht lebenssatt,
jedoch unsagbar müd – vom Krieg
und anderen…

von Annelie Kelch

… hab längst die Waffen gestreckt
Noch vor dem Sommer, der sie ja eh
Geschmolzen hätt, denn sie waren ein
Harmloses Gericht: bitterer Edelschmaus
Aus Switzerland ...

Wollt schreiben meinem beleidigten
Lieb ein…

von marie mehrfeld

Der wilde Herbst hat sich nun eingenistet im grauen Gewand der Novemberwolkengebirge, unsere Wanderseelen wollen Ruhe finden, zünden Kerzen der Hoffnung an, rücken dicht aneinander und verschenken geborgte Umarmung mit bangem Herzen,

von Annelie Kelch

Raues Meer – das graue
wellige Haar eines alten Mannes,
der in beiden Weltkriegen kämpfte.

Schön und dunkel kommt nachts die Flut -
mit Lippen aus Schaum wie jener
vor den Nüstern kranker Pferde.

Der Strand…

von Monika Jarju

Das Haus
aus Lehm gestampft
ein Zaun aus Palmenblättern
bröcklige Kreidechiffren auf roter Wand
das Telefon in der Holzschatulle
verstummt im dunklen Winkel
ein Wassertopf auf Beinen
der Orangenbaum…

von Monika Jarju

Der Tag

..........an dem Aziz unterm Mangobaum
..........den springenden PUMA in Ahmeds
..........Kraushaar scharf rasierte & in den
..........staubigen Straßen Serekundas
..........sich helle Hunde durch die…

von Lisi Schuur

Beim Umblättern
fiel etwas aus dem Buch
ein Lesezeichen
dessen Sinn nun entfallen ist
langsam blättere ich Seite um Seite
ist es möglich
dass alles mir fremd erscheint
keine heißen Quellen
die…

von Annelie Kelch

Über schlafende Wälder
reift der rostrote Herbst.
Mit Nebelschwaden ziehen
die Reste des Sommers über den Fluss.
Das Wasser trauert wie ein blinder Spiegel
und auf den Straßen stockt das Blut
der fallenden…

von Mara Krovecs

Deine Gedanken zerfallend
verspiegelt zusammengesetzt
immer zur Musik
kristallleuchtend im
Rhythmus deiner Phantasie.

Scherben zwischen Tanzschritten
Küsse von Schattenmündern
und nichts hält deine…

von Annelie Kelch

Zwischen Meer und Stadt, eingefangen im
schweigsamen Gras: Sonnenlicht, davon
Lämmlein trinken.

Lämmlein: Wolken, vom Himmel gefallen … Wolken
mit Augen und Ohren, die ein rosiger Schlaf
auf Wiesen gebettet hat.…

von Volker Harmgardt

Wir sind uns nichts schuldig, aber auch nicht das Geringste schuldig,
ohne zu zögern bist du gegangen und wolltest irgendwann
wiederkommen, es war kein Problem,
verdammt.
In unserer Strasse bei Hitze hast du es mir…

von Monika Jarju

Meine Sehnsucht ist grün
über der dünnen Schicht Schnee
schwarze Beeren an kahlen Winterbäumen
verbrannte Wünsche vom letzten Sommer
Aschewege unter meinen Schritten
meine Fingerspitzen strahlen wie Sonne
Wärme…

von Monika Jarju

Ich träumte das Kind
das ich war kam zu mir
wir gingen nebeneinander
schauten uns an und schwiegen
Was sollten wir sagen?
Wir träumten beide noch immer

von Monika Jarju

Eines Tages begann ich
dich zu suchen

wo ich hinging, fand ich deine Spur
doch nie dich selbst

Erinnerungen an dich
schmückten die Straßen

der Ort, an dem du dich befandst,
lag in meiner Vergangenheit…

von Annelie Kelch

Mein lieber Bruder, es reicht nicht mehr aus,
an eine Zukunft nur zu denken; du muss auch Sorge
dafür tragen, dass du in einem Land lebst, darin keine
Kriege geführt werden.

Ist dir das Schicksal nicht gnädig, wirst du…

von Monika Jarju

ich saß am See die Augen zu
döste wie ein trockener Lufthauch
eine Straßenbahn ratterte
ich dachte sie mir einfach weg
so blau war der See
der Himmel auch
die Sonne feixte & heizte ihn mir ein
er war…

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