Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 71 - 105 von insgesamt 1696 Texten in dieser Kategorie
von Monika Jarju

Staub und Launen wehen
und sonst nichts
Wände saugen Stille auf
leere Teppiche liegen ausgestreckt
unterm aufgerollten Mond
am ausgefransten Rand der Nacht
er wird nicht kommen
vor dem Morgen
bald…

von Annelie Kelch

Wunde auf der stillen
Böschung des Ufers –
Wunde, die nicht
heilen will …

Vom Olymp herab
stürzt und zerbricht
in tausend Stücke:
ein kleiner Engel.

O Erde, die sich weigert,
das Kind zu…

von Lisi Schuur

Diffuser Dämmer
ein Schweigen
keine Leichtigkeit
Masken in der Auslage
des Schaufensters
die Touristenströme
ausgeblieben
niemand weiß warum

Backsteinmauern
kurz vor dem Horizont
biegen…

von Annelie Kelch

Vorgestern: Schnee über Schnee;
der Wind seufzte lauter als sonst
im kahlen Geäst der Bäume:
Schaufensterpuppen ohne Kleider.

Mein blauweißer Schirm schnappte
dreimal über – ich versprach ihm
eine Therapie,…

von Annelie Kelch

"Ich versteh' s echt nicht ..."

"... dass die ihren Kindern nicht erklären,
weshalb man uns nicht jagen darf."

"Sind wir denn nicht auch Geschöpfe aus Fleisch und Blut ...?"

"... mit einem kleinen Herzchen in der Brust…

von Mara Krovecs

hast du den traum an seinen fäden
mit deiner haut gesungen?
aus salz und wasser schwimmt das bild

es ist kalt es ist windig
wir sind liebe wie bernsteinwasser
ich vergesse die schritte
die wir schon liefen…

von marie mehrfeld

Mit versiegelten Schnäbeln hocken deine Winterfreunde die schwarzen Krähen stumm schlafend im kahlen Gebüsch, alle Sterne erloschen, der Morgen noch nicht gegraut,

du hast die alten Verse schweigend gelesen mit gerunzelter Stirn Zeile um…

von Mara Krovecs

ich habe aus deinen knochen
eine flöte – sie tönt im kreis
das feine weiß – so bleich
dein letztes wort – ich hab
aus deinem herzen ein weiches
wir liebten im rot
bis in die füsse – mein gang
so…

von Monika Jarju

Eines Tages begann ich
dich zu suchen

wo ich hinging, fand ich deine Spur
doch nie dich selbst

Erinnerungen an dich
schmückten die Straßen

der Ort, an dem du dich befandst,
lag in meiner Vergangenheit…

von Johanna Blau

Ungenügend zu beschreiben
Wie scharf Unglück riecht
Wie weit Wahn reicht
Hände aus Bitumen
Umfassen meine Sinne

Ich suche meine Stimme
Ich suche mein Morgen
Ich handle um jede Stunde
Ich kämpfe um…

Rezitation:
Johanna Blau
von Monika Jarju

Die hohlen Blicke auf dem Umzugswagen
der Nachbar zieht schon wieder aus
das Haus ist wie ein Transitraum
Namen wechseln schneller
als Jahreszeiten auf Briefkästen
auf die Etagen ziehen andere Sprachen
verlegen…

von Annelie Kelch

Gegangen:
den Weg,
der nicht mehr war.
Lieder,
längst verklungen:
gesungen.
Die Saiten deiner
Gitarre: zersprungen ...
und dann gingst
du fort – nach Amerika.

Noch lange
berührte…

von Monika Jarju

Im Spiegel
ein Stück Himmelsgrau mit fauler Wintersonne
erschien mir mein Gesicht wie ein Stadtplan
mit gefrorenen Straßen & Schienen
meine Augen des Lichts beraubt
auf meiner Stirn lag sanfter Schnee
die…

von Willi Grigor

Jeder Tag ist ein Beginn, der Anfang
einer von Menschen gemachten Ereigniskette.
Ist das letzte Glied an seinem Platz,
wissen wir, ob diese Kette
eine gute oder eine schlechte
für die Menschheit war.
Groß ist…

von Volker Harmgardt

Wir sind uns nichts schuldig, aber auch nicht das Geringste schuldig,
ohne zu zögern bist du gegangen und wolltest irgendwann
wiederkommen, es war kein Problem,
verdammt.
In unserer Strasse bei Hitze hast du es mir…

von Monika Jarju

Das Lächeln der Silberlocken fragt mich
aber ich lese mein Buch
hinter mir türkische Sätze
Nas toschje, uns auch, sagt ein Russe
La, la, antworten die arabischen Silberlocken

Schwarze eingepackt in Mützen &…

von Annelie Kelch

Raues Meer – das graue
wellige Haar eines alten Mannes,
der in beiden Weltkriegen kämpfte.

Schön und dunkel kommt nachts die Flut -
mit Lippen aus Schaum wie jener
vor den Nüstern kranker Pferde.

Der Strand…

von Monika Jarju

Ich träumte das Kind
das ich war kam zu mir
wir gingen nebeneinander
schauten uns an und schwiegen
Was sollten wir sagen?
Wir träumten beide noch immer

von marie mehrfeld

Mächtiger ungefährer
golden brauner Berg
mit drei steilen Zacken,
schwarz umrandet,
begrenzt den Horizont,

vollkommen ungefähr
auch der Himmel darüber,
Variation grauweißgelber
Spielarten,

von Annelie Kelch

Ach, Frühlingswiese, darauf
ich einst lag – vor den
riesigen Nordseewellen ...
Schafe – ohne Hirt' und Stab,
und mein blondes Schäfchen
purzelte aus der Kinderkarre,
wollt wilde Blumen pflücken.

O Zeit,…

von Annelie Kelch

Noch brennen die Kerzen am Baum
noch – sind unsere Wege hell erleuchtet
noch bleiben uns … ein paar Stunden – Weihnachten.

Der Winter hat das Land
fest im Griff; er malt sich zu Tode;
das Weiß und das kalte Grau:…

von marie mehrfeld

Meine Schwester im Geist war sie, die alte Frau mit den
wachen blauen Augen und weißer Lockenpracht wie ein
Heiligenschein um den schmalen Kopf, mit ihren vollen
jungen Lippen in ihrem vom Leben und Wetter gegerbten

von Monika Laakes

dieser tag heute
ich blick' in den garten
spüre und ahne dies
ETWAS
...in allem
unausgesprochene
schöpferworte
lassen alles zu
dunkle blitze
der sonne
lautes flüstern
des windes…

von marie mehrfeld

Hör zu, behalt deine Angst bei dir, hab selbst genug davon, meine lungert im alten Koffer neben Oma Lisas nackter Babypuppe, ja, mea maxima culpa, lang lang ist’s her, er ist ja wieder dran, der Kopf, und die Augen schließen sich im Liegen, hoch…

von Monika Jarju

weltschauplätze flimmern auf monitoren
zwischen luxus und trümmern menschen
exzessiv die kamera – ende des reports
der dezenten Verstimmung
• buchen sie hier! – grüßt CNN
vernetzt, fein programmiert & abgestimmt…

von marie mehrfeld

Allmählich breitet die Dämmerung
ihr dunkles Tuch über das Land.
Stille kehrt ein, die wir verloren
hatten im Lärm des Tagesgeplappers.

Unsere Seelen flüstern uns zu:
Liebt euch. Haltet euch fest.
Nehmt euch…

von Monika Jarju

Vom Schreibtisch einer Insel gleich
festlandumschlungen

überspringen meine Gedanken
durchsichtig wie Schatten die Meerenge

eine Gerade des Augenblicks
konzentriert auf das Wesen der Ferne

im hilflosem…

von Annelie Kelch

Meine Seele spaziert durch ein Buch wie durch einen Wald.
Mein Herz trinkt die Worte, eh sie im Schatten verdursten.
Ein Buchstabe purzelt ins Moos, ich hebe ihn auf
und puste den Schmerz fort.

Unterwegs - ich treffe…

von Johanna Blau

Artenreiche Einöde
Mit fremden Menschen geteilt
Ein Faden zieht sich durch den Raum
Worte entstehen
Keinen Traum erinnert im neuen Bett
Allein nicht einsam.
Erwachsen aus Kindheitsängsten
Ohne…

Rezitation:
Johanna Blau
von Monika Laakes

Du machst es
mir schwer,
dich zu verstehen.
Was ist es,
das dich treibt?
Mein Blick
schweift ab
ins Reich der Träume,
du aber rüttelst
an meinem Ego,
hälst mich im Zaum
mit…

von Susanna Ka

Die Kraft in dir
schläft zusammengerollt
in deinem Leib,
am Fuße der Wirbelsäule,
wie ein ungeborenes Kind.

Sie will erwachen,
regt sich,
du spürst Unbehagen.
Vor deinem inneren Auge
siehst…

von Walter W Hölbling

waren die zeiten
als kurze wanderungen
dir neue welten zeigten
der anstieg auf dem steilen hang
durch widerstrebendes gebüsch
dich mit erwartungen erfüllte
was auf dem gipfel
deinem blick sich böte

von Monika Jarju

Mein Haar wintert lautlos
wird Schneehaar
ich werde Schatten
winterhartweiß
meine letzten Gedanken
im Raureif

von Annelie Kelch

Welke Blütenblätter
zusammengekehrt
auf dem Straßenpflaster
erloschene Anmut
Schlusslichter des Sommers

Dein Lächeln
zerreißt mir das Herz
stört meinen Frieden
Zu wenig wissen wir
voneinander…

von Monika Jarju

Am Morgen schien die Welt verändert
unbekannt und voller Zweifel.
Aus dem Dunst des Traums rann
die Bedeutung, der Tag trieb dahin
und hinterließ Untröstlichkeit.
Eine leise Stille regte sich,
hüllte den Körper…

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