Prosagedichte ✓ Gedichte ohne konstitutiven Formelemente wie Verse oder Reime

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Beitrag 71 - 105 von insgesamt 2663 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Erhabener Kranich – willkommen
Ist den seichten Gewässern dein
Andächtig Stelzen: langsamer
Noch als die Schnecke und
Der schlafwandelnde Mond ...

Erhebst du dich, o mein Kranich
Flügel an Flügel für den…

von Annelie Kelch

Apollon,
Vater des Orpheus,
Dem die Wälder folgten ...
Aus dem Blut, das du
Vergossen, erwacht im
Frühjahr jene, die den
Frösten des Winters trotzt:
Hyazinthe –
Schöne Lilie auf dem Felde,

von marie mehrfeld

gutes Geschirr für Jedermann, dermaleinst,
so blumig gezwiebelt, sich blättrig rankend
auf weißem Grund und in verblichenem Blau,
schau, der alte Zucker stockt immer noch in
bemalter Dose, und die Tässchen mit Sprung,…

von marie mehrfeld

wenn auch manche Märchen verblasst sind in seinen ausgelesenen Büchern, wehren sich andere doch mit starken Lettern standhaft gegen das Vergessen, wie sich Schnee von zarten Zweigen löst, so sind Sterne aus seinen Tagen und Nächten gefallen,…

von Susanna Ka

Süßwasser ist anders,
anders als das Meer.
Es ist glatt und seidig,
leise laufen die Wellen
an den Strand.
Es murmelt, gluckst und schnalzt.
Es hüllt dich ein
in sanfte Träume.

Süßwasser ist anders…

von Annelie Kelch

Nur geträumt ...?
Im Halbschlaf,
warm, unterm
zuckenden Lid: Schreie
der Gefiederten im
schwarzen Pfeil, der durch das
Blau eines neuen Himmels sirrt ...

Nur geträumt –
vom edlen Biberpelz,

von Ella Sander

Ein Löwenzahnschirmchen schwebt,
von sanftem Frühlingswind getragen,
über die Wiesen der Möglichkeiten,
des Ungewissen, des Unbekannten.

Meist unbeachtet, oftmals abgelehnt
oder bekämpft, begleitet vom Schatten…

von Monika Jarju

ich gehe
neben fremden Schritten

ganz bei mir
bin ich selten

von Uwe Röder

Die Seele längt
den letzten Atemzug
um drei Sekunden.

Damit du nochmals
sehen sollst
das süße Licht,

das Wunder Leben
wirklich
spürst?

Damit du
drei Sekunden
länger liebst.…

von Uwe Röder

Ohne Liebe
leben ist wie
totes Leben,

trauriger
als Leben
toter Dinge.

Berg und Wolken
fassen sich
an ihren Händen,

Ost- und Südwind
mischen ihren
Atem,

kalter Schnee,…

von Uwe Röder

Ohne dich, wie wäre
ein zerbrechlich Ding
mein Herz und alles
Licht erloschen.

Mit dir lachen alle Wege,
Löwenzähne weiter Wiesen
wollen dir in deine
Waden beißen.

Gänseblumen kreischen Yippi,…

von Ingeborg Henrichs

In einem Jahr
Als die Weihnacht
Vor dem Advent begann
Unüberhörbar Unübersehbar
Verlor ich vorübergehend
Die Erinnerung an
Den Grund des Festes
Doch dann schmeckte ich
Diesen einen Spekulatius…

von Monika Jarju

Gegenüber im Abteil sitzt
ein Mann dünn und fahl
er kostet seinen Hunger aus
einer schäbigen Plastiktüte
prall gefüllt mit speckigen Prospekten
fiebrig zieht er sie raus
probiert den Hochglanzgeschmack

von Ingeborg Henrichs

Auf einer Spur des Wunderbaren
Im Atemzug der Nacht
Gleitet sanft dahin
Die Barke
Wirft Anker bald in deinem Leben
Nie versiegend Wunschträume
Süsser Hoffnung Kraft
Der Liebe Macht
Sind ihre Fracht…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Die Seele begreift ohne Zutun.
Sie liest die DNA des Lebens
und füttert den Geist mit intuitiven Träumen.

Derjenige, der ihr Lesen versteht, das Zulassen,
auch ihre unterbewusste Stimme verspürt.

Bis sie zur…

von Annelie Kelch

Sie spähen mich aus …
Sobald ich den Supermarkt betrete
Schreien: Hier sind wir, hiiiier ...! – mir entgegen.

Milchsanft und prall:
Mein Kullerpfirsich im August, Herzfleisch:
Stück für Stück trunken auf der Zunge…

von Uwe Röder

Und sterbe ich, verblassen
alle Worte, meine Stimme
wird dir fremd.

Doch flackert eine Kerze 
vor dir auf dem Tisch, 
ist es kein Luftzug.

Auch Gekräusel auf dem
Teich im Wald kommt nicht
von…

von Anouk Ferez

Dein Atem hat mir wieder mal den Wind genommen,
der sich in meinem Haar verfranst,
was du monierst – denn du willst ihn mir lieber
selbst aus den Segeln nehmen.
Mein Augenstern erschwärzt unter deinem Blick,
so…

von marie mehrfeld

Kerzengrade
wie auf dem Sprung
sitzt sie am späten
Sonntagmorgen
noch im Mantel

in seinem abgewetzten
moosgrünen Schalensessel
aus den Fünfzigern,

die Haare heute offen,
den roten Schal…

von Annelie Kelch

Der Winter tobt sich aus und weißt den kalten Norden.
Vorm Haus hier, vor dem Hause welkt ein Batzen Schnee.
Ohne paar Fingerstulpen draußen tun die Hände weh.
Und nicht mal Lina, unsere gute Alte –
spürt warmes…

von marie mehrfeld

Türen offen gelassen,
Kleider kreuz und quer,
von mir gestreckt die Füße,

und die Ohren pfeifen wieder,
was quillt da durch Fensterritzen,
dem Missmut, der Unlust zum Trotz,

kriecht über den hölzernen…

von Annelie Kelch

Ich sagte ihm, ich wolle zu mir zurückkehren
und stieg in den Zug nach Calais.

Ich freute mich wahnsinnig auf mich …
Jahrzehntelang war ich „wir“ gewesen –
in jeder Beziehung.

Ich hatte mich völlig vergessen. Man…

von Volker Harmgardt

Wir sind uns nichts schuldig, aber auch nicht das Geringste schuldig,
ohne zu zögern bist du gegangen und wolltest irgendwann
wiederkommen, es war kein Problem,
verdammt.
In unserer Strasse bei Hitze hast du es mir…

von marie mehrfeld

schrilles Klirren der Einsamkeit, Zeiten meines Lebens,
unaufhaltsam zerronnen, jäh aufsteigende Kaleidoskop
Scherben meiner guten Jahre, mit ihnen, die nun namenlos
sind, helles Gelächter, auch Tränen des Trauerns, und

von Annelie Kelch

Ich habe den Schlüssel zur Pforte
deines Herzens verloren;
der Riegel lässt sich nicht öffnen …
Eine Sprengung kommt nicht in Frage

Du hast aus Beton eine Mauer
zwischen uns gezogen
Ich mache dir keinen…

von Ella Sander

Jenseits der Träume, der Gedanken,
der Geschichte, die ich über mich erzähle;
Jenseits der Formen, den Konzepten,
die mir Halt und Orientierung geben sollen;

Jenseits der Worte, des Empfindens,
wo ich Ozean bin und…

von marie mehrfeld

wehrt euch, alle, steht auf, haltet das
lebendige Grün fest, dem Krach der
wütenden Welt die Stille verordnen
will ich, und gelassen mich treiben

lassen vom Strom der Zeit und mich
doch dagegen stemmen und murren…

von marie mehrfeld

Drei Meter vor dem Fels
mit geballten Fäusten
auf der dunklen Seite
mäandernd klagen
Fluchtwege suchen
und nicht finden.

Macht Angst.
Macht klein.
Macht stumm.
Macht blind.

von marie mehrfeld

Allmählich breitet die Dämmerung
ihr dunkles Tuch über das Land.
Stille kehrt ein, die wir verloren
hatten im Lärm des Tagesgeplappers.

Unsere Seelen flüstern uns zu:
Liebt euch. Haltet euch fest.
Nehmt euch…

von Annelie Kelch

Was aber, wenn die zottige Nacht
auch am Tag zu uns herabstiege,
um uns die Dornen der Rosen
in die Herzen zu schlagen, damit wir
nicht allein ihre Schönheit, sondern
auch ihre Tugend und Tapferkeit lobten?

von Annelie Kelch

Grüner Deich ...
Zeuge verschwisterter Flut,
Totes, das uferwärts treibt.

Auflaufen lässt er die
Wasser des Stroms
nahe dem „Tor zur Welt“:
ein nordischer Saurier,
Koloss unter sanfteren
Brüdern,…

von Angelika Zädow

Zweiter Frühling scheint durchs Fenster,
kirtzelt frech die Herbstkühle weg.

Und im Staunen blüht die Hoffnung
neu mit großen Blüten auf:

Zuversicht, Lachen, Leichtigkeit.

Mag bald Herbst und Winter kommen -…

von Annelie Kelch

Unter der flüchtigen Borke
des Daseins brodeln die Städte.
Schmerzerfüllt krümmt sich
die Weide dem Fluss entgegen
und in den seichten Flüssen und Seen
betteln die Zweige um Zuflucht.

Gegen die Flamme des…

von Willi Grigor

Jeder Tag ist ein Beginn, der Anfang
einer von Menschen gemachten Ereigniskette.
Ist das letzte Glied an seinem Platz,
wissen wir, ob diese Kette
eine gute oder eine schlechte
für die Menschheit war.
Groß ist…

von Monika Jarju

Hier, zwischen gleichgültigen Winden sichten
Schmetterlinge Einzelheiten verschwundener Gene
das ganze unsichere Terrain alter Erde & Erbe

im Oderbruch beschriften Bauern Felder neu
bestimmen nachhaltige Distanzen…

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