Auszug aus dem Leben eines Mädchens (17)

von claire brady
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Es verging ein bisschen Zeit und Narben verzierten meine Handgelenke. Ich tischte immer die gleiche Story auf. Der Schrank war’s. Zu meinem Glück fragte nie einer näher nach. Warum auch ich stand ja niemandem Nahe, außer meiner Tante, aber ihr wäre niemals in den Sinn gekommen, dass ich mir was antun würde. Ich selbst dachte auch irgendwann nicht mehr daran und ignorierte die Narben. Mein Leben ging ja weiter ganz gleich, welche Zeichen mein Körper trug.

Auf der Arbeit wurde ich in die Nachtschicht versetzt. Sie brauchten dort arbeitswillige Leute. Ich gab immer 100 Prozent, weil ich wirklich Spaß daran hatte. Vor allem aber hatte ich etwas zu tun, eine Aufgabe und keine Zeit über mich selbst nachzudenken. Es war die perfekte Arbeitszeit für mich, tagsüber würde ich schlafen und nachts ist keiner wach um mich zu nerven. Keiner würde mehr etwas von mir verlangen oder mir für etwas ein schlechtes Gewissen einreden. Das könnte meine Famile gut, wenn ich nicht nach ihrer Pfeife tanzte.
In der ersten Nacht bekam ich eine Einweisung und lernte die neuen Kollegen kennen. Überwiegend männlich natürlich, es war ein Knochenjob. Da passte ich genau rein. Frauen konnten mit meiner ordinären Ausdrucksweise und dem Humor nur bedingt was anfangen. Ich war kein typisches Mädchen, ich ging nicht gern shoppen oder tauschte mich über die neuesten Beauty Produkte aus. Ich war etwas robuster , wenn man es so ausdrücken kann.

Nach der Arbeit am frühen Morgen gingen ein paar Kollegen und ich oft in eine Kneipe um ein Feierabendbier zu genießen. Meine Kollegen hatten großes Interesse an mir. In ein paar von ihnen fand ich sogar Freunde. Dachte ich zumindest. An einem morgen ging ich mit Murado zu ihm nach Hause. Er wollte noch ein bisschen trinken und lud mich und Perry zu ihm ein. Wir tranken Kurze und ich habe mein Limit total ignoriert. Das letzte was ich wusste war, dass wir uns YouTube Videos anschauten.

Als ich nach dem Filmriss wieder zu mir kam hatte ich Perrys Schwanz im Mund und Murados in mir. Es dauerte ein paar Minuten bis ich mich regte, ich musste das erstmal realisieren. Als ich mich bewegen konnte biss ich ihm in den Penis und drückte sie beide von mir weg. Ich sagte ich will nach Hause. Sie schauten mich entsetzt an und fragten, was los sei, ich hätte es so gewollt. Ich hatte keine Ahnung was ich gesagt hatte, dass es da zu kam, konnte mir aber für vorstellen eingewilligt zu haben. Ich gab den beiden keine Schuld daran.

Ich bat sie mir ein Taxi zu rufen und das Geld dafür vorzulegen, weil ich komplett pleite war. Sie hatten ein sichtlich schlechtes Gewissen und riefen mir eins. Sie kamen voll dafür auf. Perry brachte mich raus, ich konnte noch nicht alleine laufen, weil sich alles drehte. Die einzige Sorge des Taxifahrers war es, dass ich ihm nicht ins Auto kotze, deswegen kam Perry mir noch eine Tüte mit. Ist er nicht aufmerksam?

Ich kam gut zu Hause an. Ich hätte mich mal wieder selbst gegen die Wand klatschen können. Wieso passierte mir nur immer sowas. Warum war ich so dermassen blöd und glaubte immernoch die Menschen würden mit mir befreundet sein wollen, weil sie mich mögen. Alles was sie sahen waren meine großen Brüste meinen Arsch und einen Mund der sich bewegte, doch alles was sie hörten war nur bla bla ich schlucke bla bla. Selbst wenn ich sagte ich schlucke Aspirin, würden sie verstehen, was sie verstehen wollten. Ich philosophierte wieder innerlich über die verkommene Männerwelt.

Als ich zur nächsten Schicht angetreten bin, schauten sie nur beschämt auf den Boden. In der Pause bat ich die beiden mit mir zu kommen. Ich erklärte den beiden, dass sie nichts falsch gemacht hätten. Ich müsste irgendwelche Signale gesendet haben, die sie eben so interpretierten und dass ich Ihnen nicht böse sei. Ich bat sie, dass nicht breit zu treten und es unser Geheimnis bleiben musste. Sie nickten und waren sichtlich erleichtert, hatten sie wohl schon mit einer Anzeige und einem schlechten Ruf gerechnet. Ich war ein Arschloch, aber ich würde niemals jemanden öffentlich an den Pranger stellen. Niemals. Ich wusste ja nicht einmal was abgelaufen ist. Was hätte ich sagen sollen? Es wäre einfach zu einer Lachnummer geworden, so war ich ganz zufrieden damit es tot zu schweigen.

Es schlich sich ein Alltag ein. Ich hatte auch nicht mehr das Bedürfnis sinnlos rum zu huren. Ich würde älter und wollte endlich mein Leben auf die Reihe bekommen. Also traf ich mich mit Männern aber blieb enthaltsam. Ich wusste wenn ich sie ran ließ, würde es immer aufs selbe hinaus laufen. Manche wurden darüber richtig wütend, aber das zeigte mir auch gleich, dass sie nicht die richtigen sind.

Die Suche erwies sich als sehr schwierig. Es war als wären gerade alle erst in die Pubertät gekommen und ich zu reif mit meinen 25 Jahren. Mit einem Kollegen verstand ich mich sehr gut. Er hatte eine Freundin und weil ich nicht noch eine Beziehung zerstören wollte, traf ich mich nie privat mit ihm. Ich gönnte ihm sein Glück und er fand mich einfach lustig. Er wird in einer anderen Geschichte noch besser beschrieben. Ihr werdet ihn kennen lernen.

Ich habe die Suche nach Mister Right eine Weile aufgegeben und dachte mal wieder an Patrick. Wir hatten uns schon wieder fast ein Jahr lang nicht gesehen. Ich schrieb ihm, wie es ihm ginge und dass es an der Zeit war sich mal wieder zu sehen. Ich wr kaum fertig, schon erhielt ich eine Antwort. Natürlich wollte er mich sehen. Aber die Art, wie er mich sehen wollte war mir neu. Er schrieb:

„ich komme dich besuchen. Du machst die Tür auf. Wir werden kein Wort verlieren. Ich möchte mich einfach nur mit dir in dein Bett legen und dich festhalten. Kein Sex keine großen Worte. Bis bald.“

Ich war tatsächlich ein bisschen aufgeregt. Was sollte das alles? Warum war er auf einmal so komisch? Hatte er was über mich gehört? Patrick hinterließ mir immer viele Fragen. Er war wie ein unlösbares Rätsel. Er nannte mir nur einen Tag und eine Uhrzeit und verlangte, dass ich mich nicht rausputze. Ich sollte ihm die Tür öffnen, wie ich mich zu Hause am wohlsten fühlte. Der Tag rückte näher und meine Aufregung stieg immer weiter an. Ich hatte Herzrasen und war voller Fragen, die ich nicht einmal stellen dürfte ...

To be Continued…

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