Gedicht r) Klippschule des Aphorismus

von Klaus Mattes
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Mancher, der sich viel rausnimmt, muss am Ende alles wieder reinnehmen.
Mancher, der groß aufdreht, muss am Ende ganz klein zudrehen.
Mancher, der die Klappe aufreißt, muss am Schluss einen Deckel auflegen.

Kurz: Einsichten sind sichtlicher als Aussichten.
Eingänge gängiger als Ausgänge.
Einschalter schaler wie Ausschalter.
Einblicke blicken doch mehr als Ausblicke.
Einläufe laufen weiter als Ausläufe.
Einsame samen öfter als Aussamer.
Eingreifen begreift mehr ein als Ausgreifen.
Einseifen säuft mehr aus als aus Seiffen sein (im Erzgebirge).
Einparken packt reicher als Ausparken.
Einbrecher brechen wie Ausbrecher zer.

Erst warf er den Anker seines Gänsefüßchens.
Dann zögerte er.

Dieser Scheißer ist bestimmt kein guter Schweißer.
Dieser Töter kein richtiger Verlöter.
Und der Köpfer ist kein guter Töpfer.
Der Erpresser ist kein Vermesser.
Dieser Exhibitionist nicht Salonmarxist.
Und dort der Voyeur ist kein Friseur.
Dieser Verbraucher ist nicht Taucher.
Dieser Wischer ist kein Fischer.
Jener Lehrer ist kein guter Kehrer.
Ein Leiter ist kein Blitzableiter.
Der Schleicher dort scheint uns kein Reicher.
Und der Spanner da, glotzen, ja, das kann er.
Aber die Zocker, sie sind locker.
Ein Schrat macht keinen Staat.
Doch Horst isst die gute Worscht.

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