Leid für Lachen

Bild von Caspar
Mitglied

Ich muss schweigen, darf nicht reden
mich nicht auffällig bewegen
„Schau da nicht hin, dreh dich nicht um“
wer um mich weiß, nimmt es mir krumm.

Tief in mir spür' ich ein Verlangen
ich musst jetzt um uns beide bangen.
Ihr Bild im Kopf, wie sie vor mir steht,
ich hab es nicht herbeigesehnt.

Seh' ihre Augen, ihr Gesicht
ich würde gern', doch will ich nicht.
Die Sehnsucht nagt an meiner Seele
Seht ihr denn nicht, wie ich mich quäle?

Ich kämpf' für mich und auch für sie
bemerkt wird dieser Kampf wohl nie.
Ich möchte lieben, nicht zerstören,
drum muss ich´s selber mir verwehren.

Ich leb' nicht gern mit meiner Pein
doch will ich niemals schuldig sein.
Nicht schuldig werden an dem Leid
das aus der Kinderseele schreit.

Ich habe Angst vor all den Massen
die jeden Pädophilen hassen.
Ein Stückchen Glück, das suchen alle
doch hier wird es zur bösen Falle.

Verachtung schlägt mir ins Gesicht
gewollt hab ich's doch selber nicht.
Ich hab es mir nicht ausgesucht
als „Schänder“ werd ich gleich verbucht.

Ich fühl vom Leben mich verraten
und leide unter And'rer Taten.
Ich hab mich ständig kontrolliert
damit der Wahnsinn nicht passiert.

Ich weiß wie Kinderseelen leiden,
werd' darum immer einsam bleiben.
Will sie in ihrem Sein nicht stören
und morgen noch ihr Lachen hören.

Für all die Menschen die lieber selber leiden als anderen Leid zuzufügen.

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

29. Jun 2016

Mir fehlen zwar die richtigen Worte, aber "Hut ab" vor der Wahl Deines Themas.
LG, Susanna

30. Jun 2016

Vielen Dank für die Kommentare.
VG, Caspar

02. Jul 2016

Ja, stumme Helden, die diesen Kampf mit sich selber tag-täglich, nacht-nächtlich führen und - meist ohne Hilfen - für sich gewinnen!
Hochachtung auch von mir.

09. Jul 2016

Ich musste das Gedicht etwas ändern. Den Schluss fand ich nicht stimmig.
Caspar

Reginald
02. Jan 2017

Hallo Caspar;ein sehr sinnvolles Gedicht.Echt meine Hochachtung ;so müsste es mehr Menschen gäben wie Dich.
Welche einen Neubeginn des Lebens machen zum Nutzen anderer und für das eigene Leben.

Ich habe auch mal eines geschrieben;im Sommer 2013

Es heißt
Eiszeit -Sommerzeit

Ich sah ihn jeden Tag
an einem Badesee
im Sonnenschein
Ein Junge schlank und 12
doch mit Einsamkeit im Herzen.
Alleine am See.
Eiszeit im Sommer
Eine Eiszeit der Seele.

Meine Sehnsucht
verbergen
ein Lächeln zu ihm;
ein lieber Blick
argwöhnisch gesehen
von denen
die ihn in seiner Einsamkeit lassen

Eiszeit.
Könnte ich mit einem sorgsam gewählten Wort
sein Herz erwärmen
Hätte ich ein Lächeln das ihm sagt
Du bist nicht allein
Eine Freundschaft ihm geben
welche die Eiszeit seiner Seele
verwandelt in Herzenswärme.

12 und alleine
gemobbt in der Schule
unterdrückt vom Vater
dessen Liebe dem Alkohol gilt

Sein blondes Haar in der Sommersonne leuchtet
mein Blick geht zu ihm
ein scheues Lächeln-darf ich es wagen?

In seinen Augen sehe ich Traurigkeit
sein Rücken-Striemen einer kalten Mutterliebe.
Ich friere
sitze in der Sommersonne
doch auch in meinem Herzen
spüre ich seine Angst

Seine Augen finden meinen Blick
ich zeige ihm ein kleines Lächeln
und wünschte
dieses kleine Lächeln
könnte ein wenig
die Eiszeit in unseren Herzen
zum Erwärmen führn.

Caspar Ibichei
03. Jan 2017

Hallo Reginald,
danke für den Kommentar und danke für dein Gedicht. Auf dieser Seite wird es leider nicht vielen zugänglich sei.

Gruß
Caspar