im spiegel versiegelt

Bild von Laleah
Bibliothek, Mitglied

sorgen zeichnet mir der spiegel
falten, furchen, gräber ziehn durch ihn
mein gesicht scheint wie versiegelt
ich frage ihn, ob ich das bin

nebel steigt aus seiner tiefe
trübt ein den prüfend klaren blick
als ob er meinen namen riefe
ruft dumpf aus mir etwas zurück

ich hätte gern, dass er mir sagt
dass sorgen, nebel ziehn vorbei
wie, wenn der herbst für uns beklagt
dass sommer nicht für immer sei

stumm, fragend schauen wir uns an
hat er in meinem blick erkannt
was er in mir vergraben sah
bleibt ins gesicht mir eingebrannt ?

 

2020 (auf einer anderen web)

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

21. Feb 2021

So tiefgehend liebe Laleah - du hast den Faden aufgenommen, was wunderbares draus gesponnen.... chapeau

21. Feb 2021

Herzlichen Dank, Uschi. Ein Thema, das mich schon länger beschäftigt - es ist ein schon etwas älteres Gedicht.

21. Feb 2021

Ich bin alles andere als schwul. Der schönste Mann war mir immer Jean Paul Sartre.
"Hässlich" von Gestalt, göttlich-schön mit seiner Analyse der Gesellschaft.
Majestätisch in seiner Ausstrahlung ! Die schöne neue Welt hat nichts, aber auch
gar nichts für die Seelen der Menschen zu bieten, nicht einmal Erkenntnis.
HG Olaf

21. Feb 2021

Stimme dir in allen Punkten zu. Danke!

25. Feb 2021

Das ist einfach ... rund!