Wie verzichten Vögel auf ihre Ursprungsnatur anhand von >Proben< des Montaigne

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Erstens will ich mich etwas zu einer Methode dieses Essays äußern. Ich habe aus einem E-Book „Die Proben“ von Montaigne alle Sätze mit dem Wort: >Vogel< in allen Essais gefunden und in eine Word-Datei hineinkopiert. Dann wertete ich alles aus, durchlesend, sodass ich ein Verzicht einer Vogelnatur erforschte. Es klappte mir vollkommen. Der erste Teil des Essays betrifft die Worte von großem Herrn Montaigne an. Der letzte Teil ist ein Resultat meines persönlichen Nachdenkens über die Rolle der Vögel in der Philosophie, dem Leben, dem Umgang mit Menschen und der Religion.
Zweitens, es gibt schöne philosophische Begriffe, nämlich: die Freiheit, den Humanismus, die Skepsis. Sie warten als eine subjektive Ontologie darauf, analysiert werden zu können. Das ist meine Aufgabe. Darüber hinaus sollen jene Dreien dank den epistemologischen Vögeln also den Erkenntnismitteln erklärt werden.
Drittens: Zum Stoff kommend. Eine ursprüngliche, also eine primäre Natur der Vögel scheint am allerbesten zu sein, wovon ein Satz aus den Elegien des Properius zeugt, im Latein folgend: >Et volucres nulla dulcius arte canun<, im Deutschen: Und ein Vogel singt am niedlichsten, ungelehrt frei. Der Satz wurde in einer >der Proben< von dem Philosophen Michel Eyquem de Montaigne zitiert.
Ein üblicher Feind der Vogelfreiheit ist eine Gefangenschaft der Käfige. Laut Herrn Montaigne wollen die Vögel draußen ins Innere der Käfige. Das scheint paradoxerweise geschrieben worden zu sein. Die Vogelfreiheit kann auch anders beschränkt werden. Beispielsweise kann der Vogel in Hände eines Raubtiers als Beute fallen. Der Philosoph will einen Vogel in Katzenpfoten fangen gesehen haben, der berauscht von Anziehungskraft der Katze ist. Die Freiheit beläuft ebenfalls auf die Lehre des Vogelredens. Man erwähnte Aristoteles, der vom Lernen bei Nachtigallen sprach. Jedoch die Vögel, die in Käfigen vom Jungalter an gezogen werden, verlieren an der Grazie ihres Zwitschern. Das ist eben eine Begrenzung. Die beflügelte Freunde können auch jagen und das ist eben eine Freiheit. Darauf wurde gar nichts verzichtet. Manchmal ist die Vogeljagd indessen moralhaft, wenn zum Beispiel eine Schwalbe, die auf Heuschrecken jagt. Im Falle der Jagden unter Vogelarten, unter denen ein Habicht triumphiert, gibt es ein moralisches Verderben. Die Freiheit muss eben moralisch freundlich sein.
Der Humanismus bei den Menschen besteht in der idealischen Verkörperung vielerlei Menschwerdungen. Die Vögel streben danach, in diesem Falle heißt der Humanismus – eine Menschnachahmung. Die Vögel werden so wie Freuende der Menschen, weil sie eine menschliche Stimme neben anderen Tieren erkennen. Ferner sind die Vögel echte Bauingenieure in Bezug auf Nester, sogar die kleinsten. Zu richtigen Meisterstücken gehören derart konkave Nester, dass eine bestimmte Vogelspezies hier wohnen kann. Ein anderer Vogel, anderer Gattung, passt nicht dazu. Schließlich lernen die Vögel die menschliche Sprache. Nur in diesem Sinn sind sie willens wie Menschen zu werden. Gemäß Montaignes lässt sich Staren, Papageien, Elstern sowie Raben das Reden beibringen, was von irgendeinem inneren Verstand derer zeugt. Auch der Mensch selbst gedachte in dem Altertum seine beliebten Vögel irgendwie, durch feierliche Bestattungen, zu belobigen, zu vermenschlichen. Das bezieht sich sowohl auf nützliche Vögel als auch auf diejenigen Vögel, die bloß spaßeshalber Kindern dienten.
Die Vögel nach dem obigen Philosophen sind ein Gegensatz zu der Skepsis, also zu der Erkennungsphilosophie. Die Skepsis ist Bedenken, Einwand, Misstrauen, Reserve und obendrein die Zurückhaltung. Bei den Vögeln, besonders Zugvögeln, spricht man von der Abwandlung der Skepsis, eben von der Übernatur. Die Kraniche, Schwalben und andre Zugvögel erahnen ihr Bewusstsein der Wahrsagungsfähigkeit und verstehen den Gebrauch davon zu machen.
Man vertraut den Vögeln, wenn man ehemalige, zuvörderst die altertümlichen, Wahrsagungen unter die Lupe nimmt. Die Rituale, verbunden mit den Vögeln waren am sichertesten und ältesten. Das Folgen und Wahrsagen aus einem Vogelflug waren so wunderbar! – betonte der Philosoph. Seiner Ansicht nach war es prächtig bei alledem im Sinne einer Mäßigung, einer Ordnung der Ingangsetzung der Flügel. Dies Verhalten muss aus einer vorzüglichen Ursache gekommen sein. Die hervorgerufene Wirkung scheint edel zu sein.
Alles in allem, dem Herrn Montaigne zufolge, die Vögel verzichten auf ihre Natur durch: Freiheitberaubung, Umwandlung der Skepsis in die Übernatur, scheinbare Menschwerdung.
Damit der Essaygang besser um das Hauptthema: Verzicht besser kreist, will ich dann von weiterem Verzicht bei Vogelfreiheit, Vogelhumanismus, und Vogelskepsis anhand persönlichem Wissen sprechen.
Man soll nie auf die Freiheit verzichten. Jedoch viele Zugvögel müssen es tun, weil sie um einer kalten Jahreszeit willen südwärts nach Afrika ziehen. Nur Vögel der Ewigkeit, anmutige Paradiesvögel sind unendlich frei. Darüber hinaus können die Vögel in schönen Liedern frei werden. So möchte ich ein Zitat angeben, vom Lied Tom Astor': >Flieg junger Adler hinaus in die Freiheit<. Ich bin hier so wie Herr Montaigne, zumal da ich zu zitieren gern habe.
Es ist ratsam, auf die Skepsis ebenfalls zu verzichten. Die Skepsis nach Montaigne besteht auch in Mengen in der Natur. Man verzichtet deswegen auf eine Aufzählung aller Vogelgattungen, ihre Beschreibung zum Beispiel beim Balzen, sowie auf Nennungen, umso mehr, als es mehrere, und zwar: zehntausend Arten bekannt gibt. Wenn ich die Skepsis total umwandeln will, und darauf verzichten möchte, entstehen reine Disziplinen, wie: eine reine Epistemologie (verstärkt durch das epistemologische Objekt, die Vögel), eine reine Religion und ein reiner Anthropozentrismus. In der Tat im Altertumsägypten verehrte man Ibisse. Der Kult war mit dem Gott Thoth verbunden. Mehrere tote Vögel gelangten ins Grab eines adligen Pharao. Weiße Federn symbolisierten ein Sonnenlicht, schwarze Hälse ein Mondschatten und ein Körper ein Herz. Die Religion und die Übernatur bei Riten der Wahrsagung sind verwandte Begriffe.
Der Anthropozentrismus bei Vögeln kann sich aus der Freundschaft zwischen Menschen und Vögeln ergeben. Dies vollzieht sich zwischen Falken und Falknern. Montaigne schrieb in seinen >Proben< über einen Falkner, der sich darum wetteiferte, dass er mit der Sehkraft imstande ist, einen Habicht bodenabwärts herbeizuführen, und er kann das in der Tat tun.
Auch soll man auf den Humanismus der befittigten (Archaismus zu: beflügelten) Freunde verzichten, eben weil dies zu einer starken Gebundenheit der Vögel an den Menschen führen kann. Beispielsweise: In der Natur fressen Krähen (anders genannt: Allesfresser) Dinge, wie Samen, Getreide, Mäuse und tote Tiere, kleine Fische, Reptilien und sogar andere Vögel. Ich habe in meinem winterlichen Garten beobachtet, dass manche Krähen ein Katzenessen, das gesunde Fleischfutter, aus einem Napf draußen stehlen und fressen. Manchmal verscheuchen sie mithilfe ihrer Zähne die Katzen, um zu essen. Ich kann diese Praxis einfach eine Katzenwerdung nennen.
Es ist unendlich holdselig, vom Verzicht die klugen Sätze niederzuschreiben.